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Donnerstag, 27. Februar 2014

Weihnachts-Silvester-Reise 17. Dezember 2013 bis 10. Januar 2014: Kuala Lumpur, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate

Die Anreise
von Nils

Eine bestimmte weibliche Reiseteilnehmerin hatte ja immer wieder behauptet, wir würden nach unserem Umzug NIE WIEDER einen Urlaub machen. Nun, dem ist nicht so - wir sind wieder weit weg unterwegs.

Um die verbleibenden und die neuen Urlaubstage so effizient wie möglich einzusetzen, haben wir uns dafür entschieden, über Weihnachten und Silvester zu reisen. Da ist zwar keine Nebensaison, aber man bekommt die meisten Feiertage obendrauf. Außerdem darf ich zwischen den Jahren ganz offiziell tageweise Überstunden abbauen.

Am 16.12.2013 ging es also von Zürich aus los. Wir flogen mit Emirates via Dubai nach Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia. Auf der Strecke Zürich - Dubai musste man den Eindruck gewinnen, dass die Flugbegleiterinnen der Holzklasse direkt aus dem Training auf die Kundschaft losgelassen wurden, da das Catering extrem chaotisch verlief. Das Essen wurde wild durcheinander verteilt, ein Hauptgericht war zeitweise nicht verfügbar, und Kaffee/Tee wurde mir zum Abschluss gar nicht erst angeboten, sondern das Tablett gleich abgeräumt. Die Krönung war dann, dass mein Wunsch nach einem Wasser 45 Minuten vor der Landung mit dem Hinweis abgetan wurde, die Bar sei schon geschlossen. Glücklicherweise kam dann aber die Kollegin mit zwei Bechern Wasser und einer Entschuldigung daher. Der Weiterflug nach Kuala Lumpur war dann erheblich angenehmer - im A380 und mit reichlich Verpflegung.

Nach der Landung in Malaysia mussten wir trotz elend langem Weg zum Förderband eine Ewigkeit auf unsere Koffer warten. Ich hasse dieses hilflose Gefühl, ein Gepäckstück nach dem anderen an sich vorbeiziehen zu sehen, und man selbst hat noch nix. Gute 20 Minuten später kamen unsere Koffer zum Vorschein. Übermüdet und mit Jetlag (+ 7 Stunden) waren wir gegen 17:30 Uhr schließlich im Hotel.

Wir hatten nach der langen Anreise keine Lust mehr auf eine ausgedehnte Nahrungssuche, also gingen wir in das Hotelrestaurant, welches sich im gegenüberliegenden Gebäude befindet. Das Essen war lecker, der Service freundlich, und zum Abschluss ließ ich die Rechnung auf´s Zimmer schreiben - dachte ich zumindest. Bei der Rückkehr ins Hotel wurden wir gleich vom Mitarbeiter der Rezeption angesprochen, ob ich denn im Restaurant erwähnt hätte, dass ich Hotelgast bin, denn dann gäbe es 10 % Rabatt. Davon stand nichts auf der Rechnung, woraufhin der Hotelangestellte sich kümmern wollte. Soweit, so nett.
Kaum waren wir oben auf dem Zimmer, klingelte das Telefon - die Rezeption war dran. Ich möge doch bitte nochmals herunterkommen und die neue, rabattierte Restaurantquittung unterschreiben. Also schön, Schuhe wieder anziehen und runterfahren, unterschreiben, nochmals nachfragen, ob jetzt alles klar wäre (ja, tiptop!) und wieder aufs Zimmer.
Gegen halb 10 ging bei uns nichts mehr und wir fielen in einem komatösen Schlaf.
Um 00:20 Uhr wachten wir vom Klingeln des Telefons auf. Ich wusste zuerst gar nicht, was das war und wo ich bin. Es hörte jedoch gar nicht wieder auf zu Klingeln, weshalb ich mich irgendwann aufrappelte und ran ging. Am anderen Ende plapperte eine Asiatin im besten Asia-Englisch auf mich ein, welche Zimmernummer ich hätte und ob ich einen Arzt bräuchte. Das war zumindest das, was ich verstand. Ich sagte meine Zimmernummer, verneinte ihre Frage und legte auf.
10 Sekunden später klingelte wieder das Telefon - die Dame war wieder dran. Jetzt verstand ich so langsam, dass sie gerade dabei wären, die Tagesabrechnungen zu machen, und ich solle doch noch den Beleg für das Abendessen unterschreiben. Hää????? Ich versuchte der guten Frau zu verstehen zu geben, dass ich bereits zwei Belege unterschrieben hätte und dass wir bitte alle weiteren Fragen morgen früh klären könnten - es wäre nun einmal mitten in der Nacht und wir haben schon geschlafen. Damit legte ich auf.
30 Sekunden später klingelte wieder das Telefon - jetzt war ein Herr dran. Auch er faselte irgendetwas von Beleg unterschreiben, ignorierte meine Einwände hinsichtlich der Uhrzeit und meinte dann, er würde gerne gleich jemanden vorbeischicken. Daraufhin flog mir der Draht aus der Mütze und erzählte ihm auf die mir unter diesen Umständen nettestmögliche Art, wohin er sich seinen Beleg schieben kann. Dann legte ich auf und zog die Telefonschnur aus der Wand. Den Rest der Nacht haben wir super geschlafen.

von Nils

Der heutige Tag begrüßte uns mit blauem Himmel und echt tropischer Hitze (30 Grad und mehr) - genau das richtige im Dezember.

Nach dem Frühstück machten wir einen Abstecher zu Rezeption, um uns bitterböse über die Anrufe letzte Nacht zu beschweren. Dort wusste man angeblich nichts von irgendwelchen offenen Belegen und konnte uns auch nicht sagen, weswegen wir überhaupt angerufen wurden. Man versprach uns aber, sich bis zum Abend hierüber schlau zu machen und uns zu informieren.



Wir ließen es zunächst dabei bewenden und machten uns auf, die Stadt zu Fuß zu erkunden - ein bei diesen Temperaturen schweißtreibendes Vergnügen. Die Entfernungen vom Hotel in die Altstadt und nach Chinatown sind gar nicht so groß, aber das Klima bewirkte dann doch, dass wir irgendwann durstig und leicht desorientiert in einem (nicht klimatisierten) Food Stall Pause machten. Dies zeigte uns, dass wir es nicht übertreiben sollten und daher fuhren wir dann mit der frostig-frischen U-Bahn zum KLCC, dem Shopping-Center unterhalb der Petronas-Towers. Dieser Komplex liegt nur etwa 300 Meter von unserem Hotel entfernt und bietet auf 6 riesigen Etagen alle Annehmlichkeiten eines modernen, westlichen Einkaufszentrums. Highlight war ganz klar der Besuch eines Sushi-Restaurants - da leuchteten Bines Augen aufgrund akutem Sushi-Mangel !

Abends wurde es dann besinnlich - in der Hotellobby lauschten wir Weihnachtsliedern, die von einem örtlichen Jugendchor wirklich gut vorgetragen wurden. Dazu gab es Wein und Häppchen. Da sage ich mal: Merry Christmas !

von Nils

In diesem Urlaub haben wir uns vorab nicht besonders viele Attraktionen als "Must-See" herausgesucht; deshalb können wir die Tage hier recht entspannt und spontan angehen.




Heute sind wir nach dem Frühstück losgezogen, um die nächstgelegene Haltestelle der örtlichen Hop-On-Hop-Off-Bustour aufzusuchen. Nach einem "klitzekleinen" Umweg haben wir sie dann auch vor dem Haupteingang der Petronas-Mall entdeckt.

Diese Bustouren sind zwar extrem touristisch, aber erstens sind wir eben dies nun mal und
zweitens sieht man so die Highlights der Stadt auf kompakte Art mitsamt entsprechender Hintergrundinformationen. Die Fahrt umfasst hier 23 Stationen und dauert bei den verstopften Straßen gute 3 Stunden. Wir hatten uns dazu entschieden, die ganze Tour am Stück mitzumachen, um einen kompletten Eindruck der Stadt zu bekommen.
Zunächst saßen wir im zweigeteilten Doppeldeckerbus hinten an der mehr oder minder frischen Luft. Aber nach etwa einer Stunde wurde es uns einfach zu sonnig und heiß, und wir wechselten die Plätze in den klimatisierten Bereich. Dort verstand man dann auch etwas von dem Vortrag über die Sehenswürdigkeiten.

Nach dem Abschluss der Tour drehten wir noch eine Runde durch unsere Haus-und-Hof-Mall, kauften ein wenig ein und liefen dann durch einen tropischen Regenschauer zurück zum Hotel. So´n büschen Regen macht ja echten (Ex-)Hamburgern nix aus.....


von Bine

Eigentlich hatten wir einen schönen Plan für diesen Tag. Nach dem Frühstück wollten wir in den Park gehen und dort den Tag verbringen. Lesen, Leute gucken, entspannen. Es kam aber anders.

Bei jeder Reise mit Zeitverzögerung ist es das gleiche Spiel: Man denkt relativ früh, dass man den Jetlag gut überwunden hat und ist stolz darauf, dass man sich so gut angepasst hat. Am zweiten oder dritten Tag aber schlägt der Jetlag dann zurück.
In dieser Nacht lagen wir mehrere Stunden wach. Gegen Morgen schliefen wir dann beide wieder ein und erwachten er um 10.30 Uhr, als das Frühstück im Hotel schon längst geschlossen war. Hungrig ohne Ende machten wir uns fertig und auf den Weg zu einem Café, das All-Day-Breakfast anbietet. Dafür mussten wir ca. 1 km durch den benachbarten Park gehen; genau der Park, in dem wir den Tag verbringen wollten.
Nils schrieb schon, dass unser Hotel nur wenige hundert Meter von den Petronas-Towers entfernt liegt. Die Towers gehören zu einem riesigen Komplex. Unter den Towers befindet sich eine U-Bahn-Station und ein großes Shopping-Zentrum. Dahinter beginnt der Park, der umgeben ist von einem Kongresszentrum. Der gesamte Park ist unterkellert mit einer Parkgarage.
Unser Ziel - das Café - lag auf der entgegen gesetzten Seite des Park: einmal komplett durch, dann über die Straße und noch einen Block laufen. Dann waren wir endlich da und kamen gerade noch rechtzeitig an, um einen Tisch zu ergattern. Nach uns kamen noch unendlich viele andere Gäste, die teilweise lange auf einen Tisch warten mussten.
Essen und Trinken war gut und ging schnell. Weil es so nett war, bestellten wir noch einen Fruchtsaft und blieben noch ein wenig.


Dann machten wir uns aber irgendwann doch auf den Weg. Als wir den halben Block Richtung Park gelaufen waren, bekamen wir die ersten Regentropfen ab. Die Tropfen wurden mehr, da erreichten wir eine Nische, die unter einem Blätterdach verborgen war; dort stellten wir uns unter. Wir wollten den Schauer abwarten und dann weiter. Der Regen hörte aber nicht auf. Nach etwa 10 Minuten widerstand das Blätterdach den Wassermassen auch nicht mehr, so dass wir ziemlich schnell pudelnass waren. Eine ganze Weile hielten wir es noch aus, wägten ständig unsere Möglichkeiten ab, fanden aber keine guten. Wir hatten einen ganz guten Blick auf die Kreuzung, die uns noch vom Park trennte. Da war aber komplettes Verkehrschaos ausgebrochen, weil die Ampeln ausgefallen waren und nun alle Fahrzeuge hupend gleichzeitig fahren wollten. Zu keiner Seite konnten wir in akzeptabler Entfernung einen Unterstand erreichen.
Da wir nun aber schon mal klitschenass waren, war es dann auch egal, und wir wagten den Weg über die Kreuzung. Auf der anderen Straßenseite erreichten wir dann den Zugang zum Park. Im Park verteilt gibt es einige überdachte Sitzgelegenheiten, die waren aber alle schon besetzt von diversen Leuten die Schutz vor der Flut von oben suchten.
 So würdevoll das eben möglich ist, wenn man bis auf die Haut nass ist, gingen wir also durch den Park auf dem Weg zurück Richtung Hotel. Auf halber Strecke fanden wir tatsächlich einen Unterstand, der noch frei war. Dort hechteten wir rein und inspizierten erst mal unseren Zustand. Tatsächlich war alles nass, das Wasser stand so in den Schuhen, dass es bei jedem Schritt schwappte.


Etwa eine halbe Stunde saßen wir da; um uns herum ging die Welt unter - es kam auch noch Gewitter hinzu - und wir berieten, was wir machen sollten. 100 m von dem Unterstand entfernt war einer der Eingänge zum Kongress-Zentrum. Dort wollten wir hinlaufen und dann den größten Rest der Strecke zum Hotel überdacht weiter gehen. So machten wir es auch. Auf den 100 m bis zum Eingang bekamen wir noch einmal eine gepflegte Dusche. Als wir dann drinnen von Halle zu Halle liefen, waren wir ein belustigender Anblick für die anderen Leute, die alle trocken waren, weil sie bestimmt den ganzen Tag noch nicht draußen waren.
An Halle 5 konnten wir dann das Kongress-Zentrum verlassen und mussten dann noch die Auffahrt runter, die Straße überqueren und ins Hotel sprinten.
Vor dem Hotel stand schon einer der Angestellten, der in sein Headset sprach, als er uns sah. Am Eingang des Hotels stand dann auch schon einer der Kofferträger und hielt Handtücher für uns bereit. Sehr nett!
Im Zimmer schälten wir uns aus den Klamotten. Tatsächlich konnten wir sogar die Unterwäsche auswringen. Wir breiteten alles im Badezimmer aus, stopften Zeitungspapier in die Schuhe und nahmen dann eine heiße Dusche. Herrlich!
Da es einfach nicht aufhörte zu regnen, verbrachten wir unseren Lese-Faulenz-Tag im Zimmer. Gelegentlich schauten wir aus dem Fenster, aber es regnete so ziemlich den ganzen Tag.
Zum Abend hin wurde es dann noch einmal trocken, so dass wir schnell noch was essen gehen konnten.


4. Tag: Noch mehr Shopping-Experience
von Nils

Der heutige Tag startete wieder normal früh, mit etwas Sonne und Frühstück im Hotel. Danach gingen wir zu Fuß mal in die andere Richtung in das sogenannte "Golden Triangle", dem größten Einkaufsbereich der Stadt. Unser erstes Ziel war der Pavillon, ein neues, gigantisches Einkaufszentrum auf 6 Etagen.

Auch hier begrüßte uns wieder Weihnachten mit aller Macht - im Zentrum der Mall standen blinkende Weihnachtsbäume, Kunstschnee, der Weihnachtsmann gab sich die Ehre, und die unvermeidliche Musik beschallte alles. In New York kann es nicht kitschiger aussehen. Dazu kamen aber Horden von asiatischen Touristen, die wirklich alles und sich selbst mit allem fotografierten. Bei einem Kaffee genossen wir dieses Schauspiel.

Auf dem Rundgang durch die Mall entdeckten wir einen großen japanischen Bereich. Hier ist alles wie in Tokyo nachempfunden - Shops, Restaurants etc. Wir konnten nicht umhin, in einen japanischen 1-Euro-Shop zu gehen und das immense Angebot an schrägen, unnützen und in jedem Fall quietschbunten Krams zu bestaunen. Der Witz ist, dass hier tatsächlich alles 5 Ringgit, also umgerechnet etwa 1 Euro kostet. Wir kauften ein paar Kleinigkeiten und gingen dann hinaus.

Entlang einer bekannten Einkaufsstraße durchquerten wir das (kleine) arabische Viertel und steuerten ein großes Technikkaufhaus an. Hier wollte ich mal nach einem neuen Netbook schauen. Dieses Vorhaben erledigte sich aber ziemlich schnell wieder, nachdem ich von der Vollheit, den vielen kleinen verwinkelten Shops und den nervtötend aufdringlichen Verkäufern schnell die Nase voll hatte. So kann ich nicht einkaufen!

Wir gingen wieder zurück zu einem - Überraschung! - anderen Einkaufszentrum, in dessen Untergeschoss ein asiatischer Foodcourt untergebracht ist. Dort genossen wir geröstete Ente  - lecker! Im Anschluss bekam ich zufällig einen Flyer in die Hand gedrückt, der ein Durian-Eis bewarb. Cool,
diese Frucht wollte ich unbedingt probieren. Es gab zwar kein Eis, dafür aber einen Durian-Kuchen. Bei dieser Frucht scheiden sich die Geister. Sie wird auch Stinkfrucht genannt und ist deutschen Fernsehzuschauern als Kotzfrucht aus dem Djungelcamp bekannt. Wir können aber sagen: So schmeckt sie nicht. Aber es ist schon ein unvergleichlicher, intensiv-strenger Geschmack, der noch lange im Mund nachklingt.

Danach ging es mit der Schwebebahn zum Hauptbahnhof und von dort per Taxi zum Hotel zurück. Abends genossen wir noch bei "Nieselregen" die farbenfrohe Wasserfontänen-Show vor den Petronas-Towers.



von Nils

Schon vor zwei Tagen hatten wir im Hotel ein Plakat gesehen, welches für das kommende Wochenende einen großen Comic-Event im örtlichen Kongress-Center bewarb. Jenes KLCC liegt direkt gegenüber von unserem Hotel, und die Reklame versprach eine Menge schräges Zeug. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen und gingen heute nach dem Frühstück dort vorbei.

Und in der Tat wurden unsere Erwartungen erheblich übertroffen. Dabei konnte ich mir zunächst gar nicht viel darunter vorstellen, aber Bine hatte auf viele verkleidete Asiaten gehofft. Wir liefen zunächst etwas gegen den nicht abreißen wollenden Strom von Jugendlichen, ehe wir uns an den Rand auf eine Treppe setzten und das Spektakel / die Szenerie / die fleischgewordenen Comicwelten bestaunten. Da waren Manga-Schulmädchen, Sternenkrieger, Roboter, Samurais, vereinzelt auch westliche Comichelden und sogar der Kartonmann; all diese Kostüme waren von den Fans selbst entworfen und hergestellt worden. Viele hatten auch riesengroße Waffen aus Pappmaché oder Sperrholz dabei. Und dann wurde für Fotos posiert, was das Zeug hält. Unserem nicht geschulten Auge nach zu urteilen stimmte da jedes Detail.


Nach einiger Zeit gesellte sich ein junger Malaye zu uns, mit dem wir ein nettes Gespräch über Comics, Land und Leute führten. Sein Englisch war zwar nicht das beste, aber wir verstanden uns auch so.

Nach gut zwei Stunden Glotzen hatten wir genug in der Hitze gesessen und gingen daher ins Einkaufszentrum. Eigentlich hatten wir vor, die nahegelegene Moschee zu besichtigen; aufgrund der gerade stattfindenden Gebetszeit ging das aber nicht. In der Mall war mir diese Vollheit aber ziemlich schnell zu viel, da ich mir vor Tagen einen echten Männer-Schnupfen eingefangen hatte und mit akuter nasaler Inkontinenz nicht mehr konnte. Wir kauften uns Essen zum Mitnehmen und verbrachten den Abend auf dem Zimmer.









von Nils

In der ersten Nacht wurden wir vom nicht enden wollenden Klingeln des Telefons aus dem Bett geschmissen. In der letzten Nacht war es dann zur Abwechslung mal die Türklingel, die um 1:00 Uhr anfing zu Klingeln und nicht wieder zu stoppen war. Ich schaltete sogar die Hauptsicherung im Zimmer aus und wieder an - das hatte aber nur zur Folge, dass dieses Mistding nun noch lauter gongte. Also rief ich den Empfang an, der nach etwa 10 Minuten einen Techniker vorbeischickte, welcher einen bestimmten Stecker im Sicherungskasten abzog. Dann war wieder Ruhe. Damit war aber an Schlaf so schnell nicht wieder zu denken.

Schön, dass wir passenderweise um kurz vor 6 Uhr aufstehen mussten, um unseren Zug von Kuala Lumpur nach Singapur zu erwischen. Die Tickets hatte ich schon vor Wochen online gekauft. Am Bahnhof muss man schon wissen, wo man hinmuss, denn es gibt für den Fernverkehr keine (funktionierende) Anzeige der Abfahrten. Bei zwei Gleisen kann man aber nicht so viel falsch machen.
Wir bestiegen den sehr pünktlichen Zug und machten es uns auf unseren Plätzen gemütlich - soweit das eben ging aufgrund recht schmaler Sessel. Der gesamte Zug hat seine besten Jahre schon weit hinter sich und unser Waggon war bestimmt schon 30 Jahre alt. Die Fahrt war, was die Landschaft angeht, recht langweilig - Palmenplantagen weit und breit. Die Fahrt an sich war aber mehr als spannend, da die Schienen nicht annähernd so eben sind wie in Europa, der Zug aber trotzdem mit gut 100 Sachen Richtung Süden schaukelte und rumpelte. Zeitweilig konnte man nicht stehenbleiben, weil der Waggon so sehr wackelte und mitunter sogar einen Hüpfer machte. Wir klammerten uns an die Tatsache, dass alle anderen Mitreisenden nicht beunruhigt waren und diese Strecke viermal täglich befahren wird.


Wir kamen schließlich eine halbe Stunde zu früh in Singapur an. Nach dem Gang durch Immigration und Zoll reihten wir uns in die lange Schlange am Taxistand ein. Singapur hat seinen Fernbahnhof leider vor einigen Jahren an das nördliche Ende der Stadt verlegt - ohne Anbindung an das U-Bahn-Netz. Taxis sind zum Glück recht billig, es gab mal keinen Stau, so dass wir nach etwa 25 Minuten am Hotel ankamen. Da wir keine Singapur-Dollar bei uns hatten, wollte ich den Taxifahrer bitten, vorher an einem Geldautomaten anzuhalten, aber er hat das ganz elegant und ohne Murren direkt mit der Hotelrezeption geklärt.

Das Hotel ist neu, schick und zentral gelegen. Wenn jetzt noch das Frühstück spitze ist, haben wir wieder alles richtig gebucht.


von Nils


 Jetzt sind wir also in Singapur, einem Stadtstaat, dessen Bevölkerung nur zu 25 % aus Christen besteht. Das bedeutet aber keineswegs, dass Weihnachten hier nicht von Belang wäre - ganz im Gegenteil. Natürlich steht in der Hotellobby ein riesiger (künstlicher) Tannenbaum, und auch sonst sind in den Einkaufsstraßen und Shopping-Malls an jeder Ecke und Kante Weihnachtsaccessoires angebracht. 

Unser Hotel wurde erst dieses Jahr eröffnet und ist qualitativ besser als das vorherige in Kuala Lumpur. Dieser Unterschied setzt sich auch beim Frühstück fort. Man muss hier nur in Kauf nehmen, dass die Hauptzielgruppe in dieser Region Menschen chinesischer Abstammung sind. Darauf sind Speisekarten und Produktauswahl ausgerichtet. Europäer kommen hier zumeist zum zweitägigen Beine-Vertreten auf dem Weg nach Australien vorbei.

Wir fuhren nach dem Frühstück mit der U-Bahn zur Orchard Road, DER Einkaufsstraße in Singapur. Hier reiht sich auf drei Kilometern Länge Mall an Mall. Und natürlich Weihnachtskugel an Weihnachtskugel. Wir schlenderten die Straße zu größeren Teilen auf und ab, suchten bei Starbucks Schutz vor einem Regenschauer, und steuerten einen Laden für Bastelbedarf an, den Bine ausführlich inspizierte. Ich gönnte mir derweil ein kühles Getränk. 

Zum Ausgleich ging es danach in eine Mall, die nur IT- und Elektronikbedarf anbietet. Dort fand ich dann auch genau das Netbook, auf das ich scharf bin, zu einem sehr vernünftigen Preis. Das muss ich mir jetzt nochmal ernsthaft überlegen.

Am Abend hatten wir im Hotel einen Tisch für das große Christmas-Eve-Buffet reserviert. Wir genossen Fisch und Meeresfrüchte, Weihnachts-Truthahn, Schinkenbraten und natürlich die obligatorischen chinesischen Gerichte. Geschmacklich war alles wirklich lecker; leider waren Braten und Vogel in eine kümmerliche Ecke gesteckt und nicht ausreichend gewärmt worden - das Fleisch war kalt, als wir wieder am Platz saßen. Von der versprochenen "Live-Aufschneidestation" war auch nicht viel zu sehen. Schade, damit hat das Restaurant eine Bestnote leider klar verfehlt.



von Nils
Im Moment ist hier Monsun-Zeit. Das bedeutet aber - entgegen mancher Klischees - überhaupt nicht, dass es wochenlang am Stück regnet. Meistens startet der Tag freundlich, und gegen Nachmittag gibt es den einen oder anderen kräftigen Schauer.



Heute nutzten wir das vergleichsweise schöne Wetter am Vormittag, um zu Fuß Richtung Marina zu laufen. Unser erster Stop war der Merlion, eine fast neun Meter hohe Statue in Form eines Löwenkopfs mit Fischkörper, dem Wappentier und Namensgeber der Stadt. Da mittlerweile die Sonne herausgekommen war, suchten wir einen Augenblick Schatten unter einer nahe gelegenen Brücke.

Weiter ging es am Wasser entlang zur Esplanade und dem dortigen Theater. Hier mussten wir uns abkühlen, weil draußen feuchte 31 Grad herrschten und die Sonne brannte. Das mit dem Abkühlen kann man recht wörtlich nehmen, da Gebäude in Singapur arktisch temperiert sind. Wir gingen in dieser Ladenzeile zufällig an einem Café vorbei, welches Kopi servierte - die einheimische und heiß geliebte Variante eines Kaffees. In der Informationsmappe des Hotels hatten wir schon eine Zusammenfassung der vielen Varianten durchgelesen und waren somit nicht ganz unvorbereitet. Die Zubereitung sieht spannend aus, wenn der Mitarbeiter mit sehr schnellen Handbewegungen Zucker, Milch (aus einem Topf), starken Kaffee (aus einer Gießkanne) und heißes Wasser zusammenmischt. Und es schmeckt prima, bei gerade mal einem Euro pro Tasse.

Wir gingen dann gestärkt die Promenade entlang, an den Formel-1-Tribünen vorbei zum Singapore Flyer, dem größten Riesenrad der Welt. Dieses Monstrum ist über 160 Meter hoch, und man fährt in klimatisierten Gondeln in etwa 30 Minuten einmal herum. Das Rad dreht sich sehr langsam, man merkt von der Fahrt selbst nur wenig. Der Ausblick von ganz oben ist aber phantastisch. Etwas nervig war nur die Gruppe Frauen aus dem Nahen Osten, die mit ihrer Lautstärke und den Gesangs- und Tanzeinlagen (!) ein kleines Stadion hätten unterhalten können.

Nach der Riesenrad-Runde unternahmen wir gleich die nächste absolute Touristen-Aktivität: Wir kauften uns ein Ticket für den lokalen Hop-On-Hop-Off-Bus und drehten damit eine Runde oben auf dem offenen Dach. Die Tour endete an der Suntec-Mall, vor der der größte Springbrunnen der Welt, die Fountain of Wealth, steht. Diesen kann man zu bestimmten, wasserfreien Zeiten betreten. Wenn man dreimal um die kleine Sprudel-Fontäne in der Mitte herumgeht, die rechte Hand ins Wasser hält und sich was wünscht, soll dies in Erfüllung gehen. Das sind wir mal gespannt! Wir warteten noch bis 18 Uhr, um uns die Wassershow anzuschauen. Das Wasser kommt hier aus einem Ring oberhalb der Hauptfontäne und fällt nach unten. Das ist nicht übermäßig spektakulär, aber nett anzuschauen.

Da wir nun keine Lust mehr auf irgendwas hatten, fuhren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel.





von Nils
Unser Hop-On-Hop-Off-Ticket galt noch bis 16 Uhr, also wollten wir dieses noch ausnutzen. Schließlich bietet der Veranstalter hier drei verschiedene Touren an, die man alle befahren darf.



Direkt vor unserem Hotel stiegen wir zu und drehten die große "Original-Route". Danach eine Kopi-Pause und weiter ging´s auf der "Geschichts-Tour". Kurz nach deren Start passierte dann das Unvermeidliche: Es begann zu regnen. Obwohl wir schon auf dem Oberdeck unter dem überdachten Teil Platz genommen hatten, wurden wir sehr schnell sehr nass und flüchteten daher an der nächsten roten Ampel nach unten. Leider sieht man aus den unteren Busfenstern nicht halb so gut wie oben, weshalb wir diese Tour auf halber Strecke beendeten, zurück zum Hotel fuhren und den Nachmittagsregen auf dem Bett abwarteten.

Am Abend hatte sich das Wetter wieder beruhigt, so dass wir einen Rundgang durch das nahe gelegene Chinatown machen konnten.  Wie in einem solchen Viertel üblich, werden hier die unmöglichsten Dinge und natürlich billigster Plunder "Made in China" angeboten. Man geht durch recht schmale Gassen, in denen dicht gedrängt die Waren angeboten werden. Und natürlich dürfen auch diverse Restaurants nicht fehlen.
Da sich auch bei uns der Hunger meldete, gingen wir in ein Hawker Center in der Nähe. Dies ist ein überdachtes Gelände, auf dem über 50 Essensstände wie auf dem Jahrmarkt aneinandergereiht sind. Wir probierten frittierte Bollen und entschieden uns für einen Stand, der uns zwei Wok-Gerichte zubereitete. Total lecker, für nicht mal 2,50 € pro Person.

Satt und zufrieden fielen wir ins Bett.



Die Durian-Frucht.



von Nils
Heute ging es locker weiter mit unserem touristischen Vollprogramm. Wir fuhren nach dem Frühstück mit dem Taxi hinauf zum Mount Faber, der mit 105 Metern höchsten Erhebung des Landes. Von dort oben hat man nicht nur einen tollen Blick auf den Hafen und die Küste; von dort startet auch die Original Schweizer Drahtseilbahn, mit der man hinüber zur Insel Sentosa fahren kann. Da kommt irgendwie Alpen-Feeling auf - nur dass unter einem tropischer Regenwald und blaues Wasser entlang gleiten...

Sentosa ist eine der Stadt vorgelagerte Insel, nur etwa 200 Meter vom Festland entfernt, die zu einer reinrassigen Vergnügungszone ausgebaut wurde. Es gibt dort Delphinshows, einen Universal-Themenpark, Wasserlandschaften für Kinder und viele weitere Aktivitäten. An der Südseite wurden aber auch schöne Strände geschaffen, die bei weitem nicht so überlaufen sind.

Wir gingen zu Fuß am 35 Meter hohen Merlion vorbei Richtung Wasser. Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel, so dass der Abstieg zum Strand wahrlich schweißtreibend war. Dort angekommen, sicherten wir uns in einer entlegenen Ecke einen fest verbauten, hölzernen Sonnenschirm mit zwei Plastikstühlen darunter. Das Wetter ist hier ja bekanntermaßen launisch, und etwas später erwies sich unser kleiner Unterstand als goldrichtig gewählt. Es begann nämlich aus Fässern zu schütten. Wir saßen auf unseren Plastikstühlen - der Rucksack hing unter dem Dach - und schauten entspannt dem Treiben um uns herum zu.
Nach etwa 5 Minuten kam eine 6-köpfige Familie mit ihren Sachen angelaufen und suchte Regenschutz unter einer Hälfte des Schirms. Eigentlich nur die Eltern, da die 4 Kinder sofort wieder in den warmen Regen hinausliefen.
Nach einer gut einer Stunde klarte es wieder auf, und wir gingen zurück Richtung Seilbahnstation, um zum Hotel zurückzufahren.






Am Abend hatten wir noch einen weiteren Programmpunkt auf der Liste: Ein Besuch in Singapurs Nachtzoo. Wir fuhren eine gute Stunde mit U-Bahn und Bus Richtung Norden, so etwa in die Mitte des kleinen Landes. Der Nachtzoo ist im Prinzip ein normaler Zoo, nur dass dieser nur von 19:30 - 00:00 Uhr geöffnet ist und man die Tiere nachts bei Dämmerlicht erleben kann, wenn sie aktiv sind und eben nicht faul in der Sonne dösen.

Den ersten Schock erlebten wir beim Kauf der Eintrittskarten - die Warteschlange war lang und wir warteten eine gute Viertelstunde. Da die Kassen etwas entfernt vom Parkeingang standen, konnten wir noch nicht sehen, was dort los war. Denn das war Schock Nummer zwei: Am Einlass war die Warteschlange gut 40 Meter lang und 10 Meter breit. Wir waren extrem kurz davor, direkt wieder abzuhauen. Aber die Tickets waren gekauft, und die Verkäuferin wies mich sarkastischerweise noch auf die Nichterstattbarkeit hin. Nach einer weiteren Viertelstunde waren wir dann im Park. Nur dass direkt Schock Nummer drei folgte: Die Schlange für die Rundfahrt in der Tram - mehr oder minder obligatorisch, wenn man alle Tiere sehen will - war unfassbar lang und wand sich durch den ganzen Innenhof. Wir folgten den Schildern, die zum Ende dieser Warteschlange zeigten, woraufhin Schock Nummer vier einsetzte: Die Schlange ging noch um die Ecke und 50 Meter weiter ! Es war einfach eine Schnapsidee, an einem Freitagabend hierher zu kommen.
Wir übten uns aber in größtmöglicher Geduld und reihten uns in die Reihe der Wartenden ein.
Nach weiteren 30 Minuten waren wir endlich am Ziel, einem Sitzplatz in der Bummelbahn, angekommen. Und das auch noch ganz vorne, auf den Plätzen mit riesiger Beinfreiheit.

Die Fahrt dauerte eine Dreiviertelstunde und war wirklich schön. Die Mehrzahl der Tiere war in der Tat recht aktiv; manche wie die Tapire liefen sogar direkt vor den Wagen über die Straße. Durch die meisten der Gehege wurde nämlich durchgefahren. Aufgrund des spärlichen Lichts war an Fotos nicht zu denken, und Blitzlicht war zum Glück verboten. Nach der Rückkehr zum Hauptgebäude machten wir uns noch zu Fuß auf den halbstündigen Wanderweg durch das Gelände. Dieser zeigt noch zum Teil weitere Tiere, die man vom Auto aus nicht zu sehen bekommt. Außerdem kann man hier ein weinig den Menschenmassen entfliehen und den Geräuschen des Urwalds lauschen. Es ist schon unheimlich, wenn plötzlich ein Löwe in die Nacht brüllt oder ein Wolf aufheult.

Gegen 23:30 Uhr verließen wir den Park und wollten ein Taxi zum Hotel nehmen, da wir von der fortgeschrittenen Stunde und der feuchten Hitze echt kaputt waren. Aber hier folgte dann Schock Nummer fünf: Die Idee mit dem Taxi hatten noch gut 200 andere Leute gehabt. Zwar kamen die Wagen fortwährend, aber trotzdem hätten wir bestimmt eine Stunde auf ein Taxi gewartet. Somit nahmen wir den Bus zurück zur nächsten Bahnstation und dort ein Taxi, das uns zum Hotel bringen sollte. Aber auch das verlief nicht ohne Panne, weil der Taxifahrer uns zum Carlton Hotel fuhr, wir aber zum Carlton City Hotel wollten. Zuhören ist eben auch eine Kunst.

Gegen 00:15 Uhr waren wir dann endlich wieder auf unserem Zimmer.

von Nils
Nach der gestrigen Anstrengung waren wir uns einig: Heute wollten wir es ruhig angehen lassen. Das sah dann so aus, dass wir in die Orchard Road fuhren, dort durch das ein oder andere Geschäft streiften und uns vor einer Mall auf die Stufen setzten und die Stimmung genossen.

Zufälligerweise baute etwas später ein sehniger kleiner Opi seinen Stand auf dem Gehweg vor uns auf und zeigte seine Show mit großen Holzketten, die er wie Hula-Hoop-Reifen um alle möglichen Körperteile schleuderte.

Gegen Nachmittag gingen wir in den Foodcourt einer der großen Malls und aßen ganz hervorragend indisch und thailändisch. Noch ein Eis bei Coldstone zum Nachtisch; damit war das Tagewerk dann auch erfüllt.
von Nils
Das Frühstück in einem guten Hotel am Sonntagmorgen sollte eigentlich etwas besser, etwas ausgedehnter und etwas entspannter sein als sonst. Davon war heute Morgen aber nicht viel zu spüren. Wir waren gegen 9:40 Uhr am Restauranteingang und mussten zunächst auf einen freien Tisch warten. Die Schlange hinter uns wuchs recht schnell an. Da wir nur zu zweit sind, konnten wir doch schnell einen Tisch neben dem Buffet belegen. Es zeigte sich aber, dass das Personal mit dem Ansturm heillos überfordert war. Die Teller gingen aus, der Saft war alle, aus dem Kaffeeautomaten kam keine Milch. Zwar wurde dies und das wieder nachgefüllt, aber das ganze Buffet machte mehr den Eindruck einer Resterampe. Zu allem Überfluss wurden alle Gäste darüber informiert, dass das Buffet um 10:30 Uhr pünktlich geschlossen würde. Wir waren glücklicherweise fertig.


Als letztes noch offenes Highlight stand heute der Besuch des Marina Bay Sands Hotels und der zugehörigen Aussichtsplattform an. Mit der Metro ging es direkt in diese Anlage, die aus dem dreitürmigen Hotel, einer Mall, einem Casino und einem Kongresscenter besteht. Dort sind (natürlich) alle großen und wichtigen Marken mit ihren Shops vertreten. Nach einem Rundgang fuhren wir hinauf auf das Skydeck, das "Schiffsdach", welches auch oben wie ein Schiffsbug aussieht und einen unvergleichlichen Blick über die Stadt und das Meer bietet. Das Geländer ist aus Glas, was den Effekt noch vergrößert. Mit den ersten Regentropfen fuhren wir wieder hinunter.

In das Hotel ist auch ein riesiges Casino integriert, das wir gegen Vorzeigen der Ausweise besuchten. Betrieben wird es von einer Firma aus Las Vegas, was man auch sofort merkt. Im Gegensatz zu den amerikanischen Etablissements besteht dieses Casino aber aus einer riesigen Halle, in der Mitte auf fünf Stockwerken offen. Wir spielten auch ein wenig an einigen Automaten, bis das festgesetzte Budget aufgebraucht war. Wer in Singapur lebt, muss übrigens 100 Dollar Eintritt bezahlen - die Regierung möchte eben keine spielsüchtigen Einwohner.....

Im Internet hatte Bine das bestbewertete Hawker-Center Singapurs herausgesucht. Dort fuhren wir im Anschluss hin. Mit dem Fußweg von der nächstgelegenen Metro-Station hatten wir uns etwas verschätzt - das war mehr ein Gewaltmarsch denn ein kurzer Weg um den Block. Zum Glück entschädigte uns dieser Essenstempel vollauf. Wir probierten marinierte Fleischspieße, Krabbentörtchen, Gemüseröllchen und eine Maß (ja, die Oktoberfestgröße !) mit frisch gepresstem Zuckerrohrsaft. Unglaublich, wie erfrischend das schmeckt !




Wir kauften uns noch ein paar Spieße zum Mitnehmen und fuhren dann mit dem Taxi zurück zum Hotel. Diesmal nannten wir nur die Adresse und nicht den Hotelnamen - und schon klappt´s auch mit der Heimreise.


von Nils

Wieder einmal war frühes Aufstehen angesagt - es ging zurück nach Dubai. Der Flieger startete um 9:35 Uhr, das bedeutete um 8 Uhr am Flughafen sein, um 7:15 Uhr das Hotel verlassen und somit um 6:30 Uhr frühstücken. Hierbei konnten wir wieder einmal die Erfahrung machen, dass man um diese Uhrzeit Speisen auf dem Buffet zu sehen bekommt, die man gar nicht mehr erwartet hätte.
Mit dem Taxi ging es recht flott zum Flughafen Changi, der mehrfach zum besten Airport der Welt gekürt wurde. Nun ja, es ist eben ein großer Flughafen, aber schick, sauber und mit recht kurzen Wegen. Eine Besonderheit war, dass die eigentliche Sicherheitskontrolle erst unmittelbar am Gate (und zwar an jedem Gate) stattfindet. Dadurch kann man seine Getränke noch bis zum Boarding mit sich herumschleppen.

Der Flug nach Dubai dauerte siebeneinhalb Stunden und war etwas wackelig, dafür war die Filmauswahl topaktuell. Damit lässt sich die Zeit gut vertreiben. 


Hier in Dubai sind wir zwei Nächte in einem kleinen Hotel im historischen Distrikt untergebracht. Das Gebäude ist alten arabischen Häusern nachempfunden und dadurch sehr charmant, etwas rustikal, bietet aber ein für den Anlass unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis an.

Gegen 14:30 Uhr hatten wir eingecheckt und unsere innere Uhr rief das Abendessen aus. Zeitverschiebung ist schon was Gemeines. Wir schlenderten daraufhin durch das "alte" Dubai, welches vor 30 Jahren das Stadtzentrum darstellte. Kaum eine Stadt auf der Welt erfindet sich in so kurzer Zeit so radikal neu - mitsamt Redefinition des Zentrums.
Etwas versteckt fanden wir ein indisch-vegetarisches Restaurant, das uns ansprach. Drinnen saß nur indisch aussehende Kundschaft. So etwas spornt uns ja noch mehr an und wir setzten uns hinein. Bine fragte den Kellner gleich, was man denn so empfehlen könne, er zeigte auf ein Gericht, das wir auch gleich mal bestellten, und dann wurde aufgetafelt. Der Restaurantbesitzer mischte sich ziemlich schnell ein und kommentierte schwungvoll die Speisen. Wir bekamen wirklich leckeres Curry mir Fladenbrot und Reis, diversen Dips und Teigtaschen serviert. Nachdem wir immer wieder den tollen Geschmack lobten und auch kräftig zulangten, bekam der Chef ein immer größeres Strahlen im Gesicht und ließ noch weitere Curryschälchen und Süßspeisen anliefern. Zum Schluss gab´s noch einen indischen Tee. Das Ganze hat uns dann zusammen 5 Euro gekostet und ich wurde per Handschlag vom Chef verabschiedet.



Danach gingen wir noch am Creek entlang und genossen den Ausblick auf das Wasser und die vielen Boote. Fast wie Hamburg !

Abends lagen wir bei offenen Fester auf dem Bett und lauschten den unterschiedlichen Gebetsrufen der Muezzine um uns herum. Das ist ein tolles Hörspiel, das sich nicht in Worte fassen lässt.

Wer sich davon mal einen Eindruck machen will, der kann sich das folgende Video ansehen - gedreht von 'unserer' Hotelterrasse. Keine gute Bildqualität, aber der Sound kommt 'rüber.


von Nils
Das Frühstück wird hier im Innenhof des kleinen Hotels (10 Zimmer) serviert und bietet eine unfassbar wichtige Komponente: Hummus. Damit war für Bine der Tag gerettet. Beim Essen mussten wir feststellen, dass fast nur deutsche Gäste anwesend sind - unschön ! Wie soll man denn da lästern ?
Die Terrasse direkt vor unserem Zimmer.


Eigentlich hatten wir vor, zunächst ins Dubai Museum zu gehen, welches nur einen Block entfernt ist. Dort angekommen wurden wir aber von Busladungen voller Touristen überrannt und vor dem Eingang stand eine lange Schlange. Nee, so dringend brauchten wir die Kultur nun auch nicht und wir zogen weiter.

Unsere nächste Idee war eine Fahrt mit der Metro. Diese besteht hier aus zwei Linien, wobei die rote Linie zumeist oberirdisch fährt und ein wenig eine Stadtrundfahrt ersetzt. Die Stationen sind nagelneu, das Prinzip der Fahrkarten und Stationen kannten wir schon aus Asien. Wir mussten aber leider feststellen, dass die Metro in Dubai extrem gefragt ist, denn es gab auf der ganzen Fahrt keine Sitzplätze. Und das mittags.
An einer Mall am östlichen Rand der Stadt stiegen wir aus und schauten uns diese mal an. Ich kaufte auch ein paar Klamotten im Schlussverkauf.

Die Rückfahrt mit der Metro war dann schon ein Vorgeschmack auf die kommende Nacht, denn die Bahn war voll, als wie einstiegen, und wurde an jeder Station voller und voller. Immer wenn wir dachten, jetzt passt niemand mehr hinein, schoben sich die Leute vom Bahnsteig unerbittlich in den Zug. Wie passend, dass die Züge aus Japan kommen.

In den Medien war vielfach davon berichtet worden, dass Dubai einen Feuerwerks-Weltrekord aufstellen wollte. Dieser fand aber auf den künstlichen Inseln vor der Küste, in der Nähe des Burj al Arab statt, weswegen wir uns für den Klassiker, das Feuerwerk am höchsten Gebäude der Welt, entschieden.

Gegen 19 Uhr machten wir uns auf Richtung Burj Khalifa. Bine hatte schon in diversen Foren von Schauergeschichten über die zu erwartenden Menschenmassen gelesen. Also war der Plan, nur in die Nähe des Turms zu kommen und dort das Spektakel aus einer gewissen Entfernung anzuschauen. Zunächst stärkten wir uns für die Nacht und bestiegen dann die Metro Richtung Downtown Dubai. Klar, die Waggons waren voll, aber es ging irgendwie. 5 Stationen kann man aushalten. Wir stiegen eine Haltestelle hinter dem Burj aus und gingen dann halb querfeldein zurück. Diese Idee hatten allerdings auch Tausende andere Leute. Gegen 22:30 Uhr machten wir es uns auf einem Betonpoller in der Mitte einer vierspurigen Straße bequem. Ruckzuck saß um uns herum alles voller Menschen. Der Turm war nur etwa 300 Meter von uns entfernt und erstrahlte in nackengefährdender Größe vor uns.

Die Vernünftigen (wir) reisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Die Wichtigen (Scheichs) kamen mit dem eigenen, großen Auto. Und das wurde kurzerhand in zweiter, dritter und vierter Reihe geparkt, so dass aus einer vierspurigen Straße mit Standstreifen schnell ein Schleichweg wurde. Dann ließ man natürlich die ganze Zeit den Motor laufen; das Auto sollte ja temperiert bleiben.
Direkt vor uns versammelte sich eine Gruppe junger Scheichs mit ihren protzigen Karren. Zwei Fahrer machten sogar ihre Autos aus und zu, aber der Dritte blieb fast die ganze Zeit in seinem laufenden Auto sitzen, um ab und zu unmotiviert Gas zu geben oder einen Wheely vorzuführen. Insgesamt benahmen die sich alle wie vorpubertäre Jungs. Kurz vor Mitternacht holte einer der Drei sogar Faschingshüte heraus, die sich die Truppe auf ihre Kopftücher draufsetzte. Das sah zum Kreischen aus !

Da wir zu weit weg standen, um die Ansagen oder die Musik zu hören, ging das Feuerwerk ohne visuelle Ankündigung etwas zu früh los. Es ist schon ein imposanter Anblick, wenn dieser über 800 Meter hohe Turm in seiner gesamten Länge als Abschussrampe verwendet wird. Außerdem wird noch von benachbarten Hochhäusern geschossen. Leider dauert das Spektakel nur 5 Minuten. Privates Feuerwerk ist hier übrigens nicht erlaubt, was diesen "Sylvester-Moment" auf eben diesen kurzen Augenblick reduziert und dadurch auch intensiviert.
Hier ein Video vom Feuerwerk. Leider oft im Hochformat gefilmt, aber diesen riesigen Turm bekommt man im Querformat einfach nicht zu fassen. Unsere Neujahrswünsche sind ganz am Schluss:

Nach dem Ende der Show wollten wir schnell zur nächsten Metro-Station gehen, um vielleicht vor dem großen Ansturm noch mitzukommen. Diesen Plan gaben wir recht schnell wieder auf, da das Gedränge vor dem Eingang zur Bahnstation schon bedrohliche Ausmaße angenommen hatte. Die Polizei hatte dort bereits Absperrgitter aufgestellt, die die Menschenmassen kanalisieren sollten. Davor allerdings drängelten besonders unsere Freunde aus Indien, Pakistan & Co derart unverschämt und mit Anlauf, dass wir die Flucht ergriffen und den Heimweg zu Fuß antraten. An den folgenden zwei Haltestellen war das Gedränge ebenfalls unvorstellbar und wir gingen weiter. Danach hätten wir zwar auf den Bahnsteig gekonnt, aber die Züge, die über uns hinweg fuhren, wären eigentlich ein Fall für die UN-Menschenrechtskommission gewesen. Da hätte kein Hamster mehr hineingepasst. Also liefen wir weiter und weiter. Nach 2 Stunden und 5 Minuten kamen wir endlich am Hotel an und fielen total kaputt ins Bett.

Wir wünschen den Lesern unseres Blogs ein frohes, gesundes und erfolgreiches 2014 !


von Nils
Es gibt ja leider recht viele Menschen, die denken, Dubai sei Land und Hauptstadt in einem. Weder das eine noch das andere ist der Fall. Dubai baut nur schneller und erheblich höher als Abu Dhabi, die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate.

Nach recht wenigen, aber intensiven Stunden Schlaf waren wir schon vor 9 Uhr beim Frühstück und genossen die Ruhe. Wir hatten Zeit genug, denn auschecken mussten wir erst um 12 Uhr und ab dann stand auch der Mietwagen am Flughafen bereit. So genossen wir noch eine gute Stunde die Sonne auf der Dachterrasse, die direkt vor unserem Zimmer begann. Außerdem gingen wir nach dem Frühstück noch eine Runde durch das liebevoll restaurierte alte Viertel, in dem sich auch unser Hotel befindet. Mit dem Taxi ging es dann zum Flughafen. Eigentlich sollte uns der Fahrer zur Mietwagenstation fahren, aber er verstand nur sehr eingeschränkt Englisch und versuchte krampfhaft herauszufinden, was denn bloß "Europcar" für eine Fluglinie sei. Egal, wir fanden den Schalter auch so. 












Dort angekommen wurde es kurz unangenehm für mich, denn ich hatte den Wagen ab der Station "Terminal 1" gebucht. Wir standen nun aber in der Europcar-Station an Terminal 3. Und das ist hier ein gewaltiges Problem, denn wir wurden wieder einmal in unserer Erfahrung bestätigt, dass alle Mietwagenfilialen außerhalb Europas noch nicht im Internet-Zeitalter angekommen sind. Da werden Kopien gemacht, Daten wie blöd in den Computer eingetippt und als Kirsche auf der Sahne noch die Kreditkarte durch so ein Ritsch-Ratsch-Gerät gezogen. Nicht zu vergessen: Der Nadeldrucker-Ausdruck des Vertrags auf dreifachem Durchschlagpapier.
Meinem Lapsus mit der falschen Station wurde zwar professionell und höflich begegnet, aber da es keinerlei Online-Buchungssystem gibt, musste unsere Buchung per Fax von der anderen Filiale übermittelt werden. Das war auch nach 20 Minuten noch nicht passiert. Zu allem Überfluss wollten wir noch gerne wissen, was denn ein Verlängerungstag kosten würde. DAS konnte dann nur noch der Stationsleiter entscheiden.

Schließlich und endlich konnten wir dann aber unseren Wagen entgegennehmen, und zwar einen Tag länger als ursprünglich geplant, und das zu einem sehr günstigen Aufpreis. Wir fahren jetzt mit einem recht neuen Mazda 2 durch die Gegend. Leider kein Auto für große Menschen - die Beinfreiheit ist eher bescheiden. Aber er fährt sich gut, hat 4 Türen und Automatik.

Die Fahrt nach Abu Dhabi dauerte gut 90 extrem öde Minuten. In der Hauptstadt kannten wir uns noch ganz gut aus, was uns half, gleich mal einen Supermarkt zu finden. Mit ein paar Vorräten bepackt ging es dann zum Hotel. Dieses liegt an der Nordwestspitze der Stadt-Insel, direkt gegenüber des Emirates Palace-Hotels. Nebenan baut sich die Herrscherfamilie gerade eine Ansammlung an protzigen Palästen. Der Rezeptionist versuchte daher, mit äußerst geschäftiger Miene eine "optimale Lösung für das Baustellenproblem" in Anbetracht der gebuchten Zimmerkategorie (Standard) zu finden. Wir wurden in der Lobby auf ein Getränk eingeladen, und nach gut einer Viertelstunde durften wir dann die Zimmerkarten entgegennehmen. 15. Stock (von 20), Blick auf das offene Meer und das Emirates Palace - ob das jetzt ein Upgrade war oder nicht, kann ich nicht sagen. Das Zimmer ist jedenfalls schön, hat einen Balkon und man kann es hier sehr gut aushalten. 
Sonnenuntergang über dem Präsidentenpalast.


Da wir beim Einkaufen schon etwas gegessen hatten, verließen wir aufgrund akuter Müdigkeit das Zimmer abends nicht mehr.


von Nils
Wir gehören zu der Gruppe Urlauber, die es als extrem unangenehm empfinden, an einem entfernten Reiseziel Horden von Landsleuten zu entdecken. Das ist aber leider in unserem Hotel hier der Fall. Das deutschsprachige Informationsblatt beim Einchecken hätte uns schon vorwarnen können. Beim Frühstück wurde es dann aber Gewissheit: Uschi und Karl-Heinz sind schon da. Mit fiel dann auch irgendwann ein, warum: Air Berlin wurde von Etihad Airlines aufgekauft, der Fluglinie Abu Dhabis. Und jetzt geht´s täglich mehrmals von Deutschland nonstop hierher. So´n Schiet !

Wir wollten es uns heute am Strand gut gehen lassen. Leider waren wir nicht allzu früh draußen und damit natürlich den deutschen Extrem-Sonnengrillern im Kampf um die besten Liegeplätze hoffnungslos unterlegen. Aufgrund der Kompaktheit der ganzen Anlage gibt es keine lauschigen Ecken, in denen nichts los ist. Wir suchten Naturschatten unter einer Palme und verbrachten den Tag mit Glotzen, Lästern, Lesen und dem Umstellen der Sonnenliegen.
Das Lästern in dieser Umgebung stellt erhöhte Anforderungen an uns, so dass wir zu einer mittlerweile recht eingeübten Codesprache übergegangen sind, die Begriffe wie "das Grillhähnchen", "die Omma" oder "Svetlana, Igor und die kleine Olga" umfassen. Damit wissen wir beide immer, wer gemeint ist.

Für das Abendessen hatte ich schon vor drei Wochen einen Tisch in einem libanesisch-armenischen Restaurant reserviert. Dieses soll laut Tripadvisor.com das beste Restaurant der Stadt sein. Zunächst mussten wir den Laden erstmal finden. Das Restaurant befindet sich im Sheraton-Hotel. Dort fragten wir uns durch und wurden durch das Gebäude hindurch und neben dem Poolbereich verwiesen. Wir suchten herum, fanden aber dieses Lokal nicht. Erst im dritten Anlauf wurden wir dann in einem separaten Gebäude am Strand fündig.
Das Essen war ganz hervorragend, was man von den Servicedamen nicht sagen konnte. Zu Beginn war noch alles OK, aber irgendwann beim Hauptgang fing unsere Kellnerin an, unmotiviert leere Gläser und Teller abzuräumen. Wohlgemerkt - wir aßen noch ! Nachdem wir damit fertig waren, saßen wir vor unseren leeren Tellern, die jetzt nicht mehr abgeräumt wurden. Wir warteten darauf, dass uns die Dessertkarte gezeigt oder zumindest Kaffee/Tee angeboten würde. Aber nichts dergleichen passierte. Nach etwa einer Viertelstunde wurden dann unsere Teller abgeräumt. Mehr nicht. Nach weiteren 15 Minuten wurde mir das Ganze zu doof und ich bestellte die Rechnung, die ohne Zögern gebracht wurde.
Das war ein eher merkwürdiges Essenserlebnis.


von Nils
Schon in Kuala Lumpur hatte mich eine Erkältung dahingerafft, nun war es wieder soweit. Ich wachte schon mit einem dicken Kopf auf, und über den Tag wurde es schlimmer. Wir verbrachten den Tag zuerst auf dem Zimmer, um dann am Nachmittag in eine Mall zum Essen und Einkaufen zu fahren.

Danach ging es mir dann so richtig dreckig mit Schüttelfrost, kalten Händen und glühend heißen Körper. Schwester Bine, der ich an dieser Stelle nicht oft genug für ihre Fürsorglichkeit danken kann, legte mir kalte Lappen auf, versorgte mich mit allem und war einfach da.

Schön, so jemanden zu haben !


von Nils
Um meine Erkältung auszukurieren und weil wir auch nichts anderes geplant hatten, gingen wir heute an den Strand. Gut, einen Strandplatz bekamen wir nicht mehr, dafür ist diese Anlage einfach zu klein. Aber auf einer Rasenfläche hinter dem Pool konnten wir uns breitmachen.

Ich konnte beim Rundgang über die Anlage ja kaum glauben, was ich sah, aber auf diversen Liegen war schon ein Handtuch ausgebreitet worden. Bisher waren wir zumeist in Hotels untergekommen, in denen Deutsche die (absolute) Ausnahme darstellten. Hier jedoch karrt Air Berlin die Massen herbei, und der Deutsche rennt noch weit vor dem Frühstück hinaus und besetzt "seine" Liege. Ich hielt das immer für ein Klischee, aber das ist Fakt !
Kurzzeitig keimte bei mir die böse Idee, einfach mal eine solche "gemachte" Liege in Beschlag zu nehmen, um zu sehen, was dann passiert. Wenn dann aber Bodybuilding-Michael und Solarien-Jaqueline vor uns stehen, könnte es eng werden.

Den Tag verbrachten wir wieder mit Lesen, Lästern und Glotzen. Und in so einer recht unverhüllten Zone wie dem Poolbereich sieht man ja Dinge, die bekommt man nicht wieder aus dem Gedächtnis gelöscht. Obwohl man es dringend möchte.

Wir genehmigten uns noch einen Frucht-Cocktail und verzehrten dazu je ein Croissant, dass Bine vom Frühstücksbuffet mitgenommen hatte. Prompt wurden wir darauf hingewiesen, dass der Verzehr von fremden Speisen am Pool nicht gestattet sei. DAS fanden wir beide nun arg kleinlich. Und aus Protest verspeiste ich später noch eine ebenfalls vom Frühstück mitgebrachte Banane.


von Nils

 Den heutigen Tag wollten wir nicht am Hotelpool verbringen, soviel stand fest. Gegen Mittag fuhren wir mit unserem Mietwagen los, um eine Mall am Rande der Stadt zu besuchen. Dort sollte auch ein Kino enthalten sein.


Nach unserer Ankunft mussten wir aber recht ernüchtert feststellen, dass eben diese Lage am Rande der Stadt wohl dazu geführt hat, dass recht viele Geschäfte in die neueren Malls in der Stadt weitergezogen waren. Auch wenn es Mittagszeit an einem Werktag war, so begegneten wir nicht mal zwei Dutzend anderen Kunden auf den offenen Weiten der Hochglanzflure. An manchen Ecken standen die Geschäftsräume im Dutzend leer oder wurden mit wolkigen "Coming soon"-Plakaten verhüllt. Selbst im Kino, was tatsächlich noch geöffnet war, wurden nur Filme aus dem Dezember gezeigt.
Wir drehten eine Runde durch die Anlage und kamen schnell zu dem Entschluss, wieder abzuhauen. Nicht mal Kaffeetrinken macht da Spaß, wenn niemand vorbeiläuft, den man beglotzen und kommentieren kann.

Nach ein paar Überlegungen fuhren wir kurzerhand zurück in die City, um den schönen Tag an der Corniche, dem öffentlichen Strandabschnitt im Norden der Stadt, zu genießen. Bei einem Eis auf´s Wasser schauen - einfach herrlich. 


Am späten Nachmittag ging es dann zur Pferderennbahn im Herzen der Hauptstadt. Dort sollten insgesamt 6 verschiedene Pferderennen ausgetragen werden. Durch den seitlichen Eingang für die Zuschauer (im Gegensatz zum pompösen Haupteingang für Vereinsmitglieder) fuhren wir auf den Parkplatz und gingen zu den Tribünen. War ja klar, dass wir mal wieder die einzigen Touristen weit und breit waren. Um uns herum fast nur dunkelhäutige Männer in langen Gewändern. Ich marschierte schnurstracks Richtung Haupttribüne, um mal zu schauen, wie weit man so kommt als Tourist. Der Seitenflügel war für alle da, aber in die Mitte gelangte man nur mit Ausweis. Da passten Sicherheitsleute genau auf.
Wir fanden glücklicherweise ein Programmheft, welches detailliert die einzelnen Rennen, die Pferde, deren Jockeys, Trainer und Besitzer aufzeigte. Wir saßen etwa 30 Meter vom Ziel entfernt, und auf der Rasenfläche vor uns wurden vor jedem Start die edlen Araber (also die Pferde) herumgeführt. In diesem Rondeel traf sich dann auch die Reitsportelite zum Sehen-und-Gesehenwerden. Auf einer Videoleinwand wurde das Rennen übertragen. Das war ganz hilfreich, denn insbesondere der Start fand auf der gegenüberliegenden Seite der Anlage statt - und die Bahn hat eine Lauffläche von 1500 Metern !









Vor Beginn der ersten Rennen wurden von den um uns herum sitzenden Einheimischen fleißig Wettscheine ausgefüllt und von Mittelsmännern zu einem zentralen Schalter gebracht. Zwar ist Glücksspiel im Islam verboten; hier wird es aber anscheinend als eine Art Preisausschreiben deklariert. Wer auf die richtigen Pferde tippt, kann wertvolle Preise gewinnen.....
Den eigentlichen Rennen zuzuschauen, war sehr interessant und auch, trotz völlig fehlender Fachkenntnisse, wirklich spannend. Kamen die Pferde auf die Zielgerade, war die Stimmung um uns herum plötzlich kurz vorm Überschäumen, was mich durchaus zu einem herzhaften "Lauf, Forrest, lauf!" verleiten ließ. Die direkt danach stattfindende Siegerehrung war wiederum arg nüchtern und nur für´s Pressefoto gemacht.

Nach 4 von 6 Rennen fuhren wir heim, da es mit einbrechender Dunkelheit doch ziemlich frisch wird.


von Nils
Schon gestern kündigte sich bei Bine eine Erkältung in Form von Husten an. Heute früh kamen dann noch Schnupfen, Kopfschmerzen und ein "warmer" Kopf ('heiß' durfte ich ihn nicht bezeichnen) hinzu.

Damit wurde es ein Tag im Bett, von dem Bine einige Stunden selig verschlief. Abends bestellten wir uns Essen vom Zimmerservice, was uns stilecht mit einem Rollwagen gebracht wurde.

Hoffentlich geht es uns beiden ab morgen mal wieder gut !


von Nils
Bine ist noch immer total angeschlagen und kann vor Erkältung kaum aus den Augen gucken. Daher machten wir es uns mal wieder im Zimmer und für zwei Stunden auch am Strand bequem. Zum Frühstück musste ich gar alleine gehen, weil es bei Bine einfach nicht ging.

Passend zu dieser Gesamtsituation hat es dann noch zweimal am selben Tag geregnet - eine unglaubliche Seltenheit hier in der Wüste !


von Nils
Auch heute ist Bine noch völlig reiseunfähig und blieb zu Schonungszwecken den Tag über im Bett liegen. Nur zum Frühstück sind wir gemeinsam gegangen.

Mittlerweile kamen die Putzleute nun schon zum zweiten Mal nacheinander nicht bei uns ins Zimmer wegen der ständig leuchtenden Bitte-nicht-stören-Lampe. Wir wurden sogar schon angerufen, ob denn alles OK sei. Unbeachtet verrotten kann man hier also schon mal nicht.

Nachmittags bin ich zur benachbarten Mall gefahren, um Wasser und einige Medikamente für Bine zu kaufen. Man bekommt hier in der Apotheke problemlos Medikamente, für die man in Deutschland ein Rezept vorweisen müsste - ich sage nur Ibuprofen 600.

Abends haben wir dann unsere Koffer neu gepackt, denn morgen geht es für eine Nacht nach Dubai und danach zurück in die Schweiz.


von Nils

Bine war wieder soweit hergestellt, dass wir unsere erste Rückreise-Etappe nach Dubai antreten konnten. Beim abschließenden Blick vom Balkon auf das weite Grün des Emirates Palace fiel uns eine Fußballmannschaft auf, die auf dem dortigen Fußballplatz recht professionell trainierte. Bine meinte, das könnte Bayern München sein, während ich eher auf den 1. FC Abu Dhabi tippte. Wie sich später herausstellte, weilen tatsächlich gerade mehrere deutsche Mannschaften in Abu Dhabi - unter anderem der HSV. Der bewohnt allerdings das Fairmont Bab Al Bahr, in dem wir vor zwei Jahren Weihnachten gefeiert hatten.





In Dubai machten wir zunächst einen Zwischenstopp in einem Bastelgeschäft, in dem Bine die eine oder andere Kleinigkeit erwarb. Dann ging es weiter zum Burj Khalifa und der zugehörigen Mall. In Dubai findet gerade das Shopping Festival statt - eine andere Umschreibung für Schlussverkauf. Zusätzlich bietet jede Mall mehr oder minder verrückte Verlosungen an, wenn man seinen Kassenzettel abstempeln lässt und einreicht. In der Dubai Mall kann man einen nagelneuen Lamborghini Gallardo gewinnen. Eine hässliche Flunder in weiß. Wer´s braucht....

Am späten Nachmittag genossen wir in einem Café den Sonnenuntergang und die Wasserspiele unterhalb des Burj. Das ist eine wirklich schöne Art, den Urlaub ausklingen zu lassen. Abends gönnten wir uns noch Nudeln und Salat bei Vapiano, da uns die asiatische und orientalische Küche langsam zu den Ohren wieder herauskam.

Die letzte Nacht verbrachten wir im Holiday Inn Express direkt am Flughafen. Nix dolles, aber praktisch gelegen und mit kostenlosem Shuttlebus.


von Nils
Sonnenaufgang am Dubai Airport.
Der Tag begann früh, denn unser Flieger startete um 8:20 Uhr. Unser Timing mit Frühstück, Shuttlebus und Einchecken war so gut, dass wir am Gate direkt in den Flieger (wieder ein A380) gehen konnten.

Der Rückflug selbst war eher mäßig, da zum einen zu Beginn etliche Turbulenzen auftraten, so dass die Stewardessen die Getränkeausgabe einstellen mussten. Viel schlimmer war aber, dass neben mir ein kleiner Junge saß, der sich schon vor dem Start seine Spucktüte bereitlegte. Meine schlimmsten Befürchtungen wurden haushoch übertroffen, weil sich der Kleine praktisch permanent übergeben musste. Höhepunkt war eine volle Breitseite auf seine Wolldecke und die halbe Hose. Himmel, können sich 7 Stunden Flug da in die Länge ziehen !

Wir landeten pünktlich in Zürich, nahmen den durchgehenden Zug nach Kreuzlingen und versuchen uns jetzt wieder an die Schweiz zu gewöhnen.