4. Mai: Anreise am Abend
5. Mai: Erster Rundgang und Stadtrundfahrt
Die Franzosen sind ja keine großen Frühstücker; Croissant und Marmelade sind meist der süße Standard. Hier im Hotel war das Petit-Dejeuner jedoch erfreulich herzhaft. Es gab sogar Rührei. Nur mit dem Café au lait bin ich etwas auf die Nase gefallen, denn statt eines leckeren Kaffees mit Milchschaum gab es eine olle Kanne Filterkaffee mit massig kalter Milch. Naja, man lernt ja dazu.
Nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuß auf, die Stadt zu erkunden. Wir wollten zunächst einfach so uns treiben lassen und später dann einen Hop-on-hop-off-Bus greifen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erwischen.
Zu Fuß? Ja, warum denn nicht. Unsere Erfahrung von unseren Reisen ist, dass man fast jede Stadt - egal wie groß - auf den eigenen 2 Beinen erkunden kann. Die einzige Ausnahme, die uns bislang begegnet ist, ist Los Angeles, wo man definitiv ohne fahrbaren Untersatz verloren ist.
Und so trieben wir bei bestem Wetter durch diese wunderschöne Stadt und erreichten auch schon sehr bald den Louvre. Dort war natürlich viel los, und an einen Besuch drinnen brauchte man gar nicht denken. Die Schlange war lang und da sich Paris im Ausnahmezustand befindet, konnte man sich auf ausschweifende Sicherheitskontrollen gefasst machen. Außerdem wer will denn bei dem Wetter drinnen auf alte verstaubte Gemälde gucken? Es wird sich hoffentlich mal eine andere Gelegeneheit finden, nachzusehen, ob die Mona Lisa ähnlich unscheinbar ist wie Der Schrei von Edvard Munch.
In einem Park machten wir eine kurze Wasserpause und setzten uns, um Leute zu beobachten. Das kann man hier fantastisch, denn es wimmelt nur so von Einheimischen und Besuchern, alle schick und herausgeputzt in der Stadt der Mode und der Liebe.
Als wir den Park durchquert hatten, konnten wir einen ersten Blick erhaschen. Da war in der Ferne das Wahrzeichen der Stadt.
Aber zunächst liefen wir erst mal den Champs-Elysées runter und bewunderten den Arc de Triomphe. Dann weiter durch eine Seitenstraße Richtung Eifelturm.


An einer Bude holte Nils sich einen Crepe, was mir die Gelegenheit gab, das unehrliche Treiben eines Hütchenspielers zu beobachten. Einige Leute spielten da mit und als Nilsi sich crepemampfend neben mich stellte, baldowerten wir das System aus. Es ist ein ganzes Team, was da die armen Touristen abzockt. Mindesteinsatz ist 50 Euro und du darfst erst mitspielen, wenn du dem Hütchenmann den Schein in die Hand gegeben hast. In der Regel gewinnt der Tourist sogar und bekommt dann 2 50er zurück. Allerdings handelt es sich hierbei dann um Falschgeld. Die Scheine hat der Hütchenmann ausgetauscht und damit das weniger auffällig ist, hat er sein Team um sich, die als Spieler getarnt ihre Einsätze machen und sich lautstark freuen wenn sie "gewonnen" haben oder "wütend" das Hütchen auf den Boden knallen, wenn sie nicht erfolgreich waren. So wird für eine ständige Bewegung der Geldscheine gesorgt. Die Echten wandern in die Geldbörsen des Teams und die Falschen in die Hände des Hütchenspielers und letztlich in die Taschen der Abgezockten. Genau dieses Vorgehen sollten wir noch mehrmals auf dieser Reise beobachten können.
Nun aber .... auf auf zum Wahrzeichen ...
Auf die Aussichtsplattform wären wir natürlich auch gerne gefahren, aber auch hier waren die Menschenmassen und die Sicherheitskontrollen ein großes Hemmnis. Nils prüfte, ob wir noch schnell online Tickets besorgen könnten, aber da wäre der nächste freie Termin in 4 Wochen gewesen ... haha. Also verzichteten wir.
In der Nähe des Eifelturms gibt es natürlich auch eine Haltestelle des Hop-On-Hop-Off-Busses. Dort kauften wir Tickets und warteten etwa 10 Minuten auf den nächsten Bus.
6. Mai: Stadtrundfahrt Teil 2
Glücklicherweise hatten wir die Tour gleich für 3 Tage gebucht, so konnten wir uns nämlich die Tickets für den öffentlichen Nahverkehr komplett sparen. Die Hop-On-Hop-Off-Busse fahren auf 4 verschiedenen Routen im Kreis, so dass man die komplette Stadt abdeckt. An verschiedenen Stellen kann man von der einen Route auf die andere wechseln und so eine Umsteigestation war nicht allzu weit von unserem Hotel entfernt.
Apropos unser Hotel .... die Flure sind sehr patriotisch farbenfroh, aber augenunfreundlich gestaltet.
7. Mai: Food-Tour und Rückreise
Wenn man schon mal im Land der guten Küche und der tollen Lebensmittel ist, dann sollte man doch in der Hauptstadt auch einfach mal eine Food-Tour machen. Wir hatten schnell eine rausgesucht und kurzfristig online gebucht. Klappte perfekt.
Zum Treffpunkt hätten wir mit der Metro fahren können, aber da es nur ein mittlerer Fußmarsch war, liefen wir uns schon mal warm, denn auf der Tour würden wir ja auch ein bisschen herum laufen.
Das Mädel, das unser Guide war, hatten wir schnell gefunden. Sie hatte als Erkennungszeichen einen gelben Regenschirm dabei - bei strahlend sonnigem Wetter.
Der Rest unserer Gruppe waren 3 amerikanische Paare, die nach und nach eintrudelten. Und dann ging es auch schon los auf Erkundungstour durch das Montmartre-Viertel. Dabei bekamen wir nicht nur Kostproben sondern auch etliche geschichtliche und kulturelle Hintergründe und Anekdoten.
Das Besondere an dieser Tour war, dass die kulinarischen Vergnügungen 3 Aspekte hatten:
1. Einige Leckereien verspeisten wir direkt an Ort und Stelle, z.B. Crepes.
2. Ein paar Dinge durfte jeder auswählen und selbst entscheiden, ob er sie sofort verkosten wollte oder lieber eingepackt mitnehmen und später genießen wollte, z.B. Macarons, Schokolade.
3. In einigen Geschäften gab es für uns zunächst erst mal nur den tollen Anblick der Produkte und die Infos dazu. Unser Guide ging dann jeweils zum Tresen und kaufte eine Auswahl an Aufschnitt, Käse, Brot und Kuchen, packte alles in Tüten und setzte dann den Rundgang fort. Beim Tragen halfen wir alle mit.
Den Schlusspunkt der Tour bildete dann das Hauptquartier des Touranbieters, ein winziges Büro im Sündenviertel Pigalle. Auf den ersten Blick war es unspektakulär, aber darunter wartete eine echte Überraschung: über eine winzige Treppe mit Kopfstoß-Gefahr gelangten wir in einen Gewölbekeller, in dem ein großer Tisch mit Bänken stand, alles aus grobem Holz, schön rustikal.
Dort nahmen wir Platz und dann ging es an Auspacken. Was da alles zum Vorschein kam ... Charcuterie, Fromage, Baguette, .... hmjam.
Stück für Stück probierten und schwelgten wir. Wer da nicht pappensatt wurde, dem ist nicht mehr zu helfen. Begleitend dazu wurden die reichlichen Weinvorräte des Gewölbes geplündert und reichlich ausgeschenkt.
Nudelsatt verabschiedeten wir uns von allen und komplettierten die Tour durch Montmartre alleine.
Dann war es Zeit, vom Hotel unser Gepäck zu holen und mit dem Shuttle zum Flughafen zu fahren.
Schade, dass so eine Wochenende immer so schnell vorbei ist.