Das letzte Juli-Wochenende war ereignisreich und anstrengend. Unglaublich anstrengend! Aber trotzdem schön.
Donnerstag, 25. Juli:
Unser Flug sollte um 16 Uhr von Zürich aus gehen. Nils kam direkt von der Arbeit, ich fuhr von zuhause mit der Bahn. Wir trafen uns auf halber Strecke; Nils stieg in meinen Zug zu und das letzte Teilstück fuhren wir dann gemeinsam.
Am Flughafen angekommen checkten wir meinen Koffer ein und erfuhren von der Stewardess, dass der Flug wohl verspätet sein würde. Wir sollten auf die Durchsagen achten. In der Abflughalle suchten wir uns ein Plätzchen und warteten auf die Mitteilungen, die da kommen sollten. Nils meinte, das hätte er schon mal gehabt, und da wäre der Flug nur 5 Minuten verspätet gewesen, also kein Grund zur Beunruhigung.
Aufgrund der sehr teuren Flugpreise von Zürich nach Hamburg hatten wir uns für eine Zwischenlandung in Düsseldorf entschieden. Das ist zwar umständlich, spart aber eine Menge Geld.
Eine erste Durchsage informierte uns, dass der Flug sich um ca. 35 Minuten verspäte, weitere Durchsagen folgten leider, und am Ende flogen wir fast 2 Stunden verspätet ab.
Für den Abend hatten wir ein tolles Essen mit Freunden geplant. Das mussten wir nun schon von Zürich aus absagen, weil klar war, dass wir zu keiner akzeptablen Uhrzeit in HH ankommen würden.
Wenn man so lange Zeit am Flughafen rum sitzt und auf seinen blöden Flug wartet, dann bekommt man ja auch Hunger. 18 Uhr könnte man ja auch durchaus als Abendbrotzeit bezeichnen. Als wir dann endlich in der Luft waren und sich die Stewardessen mit ihren Wagen auf den Weg machten, fiel ich aus allen Wolken. Servierten die uns doch Kuchen. KUCHEN .... um 18 Uhr .... nachdem man 2 Stunden auf seinen Flug gewartet hat und bereit ist, ein halbes Schwein zu verspeisen .... zur Feierabendzeit .... KUCHEN. Ich war sauer; Nils freute sich, weil er mein Stück bekam. Bevor ich um 18 Uhr Kuchen esse, da hungere ich lieber.
Das Problem war, dass ich an diesem Tag noch so gut wie gar nichts gegessen hatte. Als ich morgens aufgestanden war, grummelte mein Magen, und das ging den gesamten Vormittag so weiter. Am Bahnhof hatte ich mir ein Sandwich gekauft, und das war die einzige Mahlzeit, die ich bis zu dem Zeitpunkt hatte. Dementsprechend war meine Laune.
In Zürich hatten wir uns bereits nach unserem Weiterflug von Düsseldorf nach Hamburg erkundigt. Da sagte man uns, das wäre alles kein Problem, weil wir automatisch auf den nächsten Flug umgebucht werden würden. Wir müssten uns in Düsseldorf nur am Schalter melden, und dann wäre alles klar.
Nach der Landung taten wir genau das. Leider gab es bereits große Schlagen vor den Schaltern, und wir erfuhren auch schnell, wieso das so war: der Flug, den wir ursprünglich nach Hamburg nehmen sollten, war gestrichen worden. Nun waren also hunderte Leute gestrandet und warteten auf ihre Umbuchung auf einen anderen Flug. Wir waren guter Dinge, denn uns hatte man ja gesagt, dass wir automatisch umgebucht waren. War aber leider nicht so. Der nette Herr am Gate checkte alle unsere Daten, konnte uns aber leider nicht finden. Er schickte uns zum Service-Schalter, wo die Schlangen bereits mehr als lang waren und sich nichts vorwärts bewegte. Mir wurde dann auch recht schnell klar, dass wir bis zum Abflug des nächsten Fluges nicht einmal drankommen würden, da auch lediglich 2 von 6 Schaltern besetzt waren.
Irgendwann machte eine Stewardess die Runde und sprach uns von hinten an, ob wir nach Hamburg wollten. Im ersten Moment war ich erleichtert, denn ich vermutete Rettung, aber diese Hoffnung wurde schnell zerschlagen. Sie teilte uns mit, dass wir an diesem Tag nicht mehr nach Hamburg fliegen würden, denn alle Flüge seien ausgebucht. Wir sollten bitte zum Hauptschalter der Lufthansa gehen, dort würde man uns auf die Bahn umbuchen oder ein Hotelzimmer besorgen. Klasse, ich sah mich schon bei der Affenhitze und defekter Klimaanlage neben stinkenden Leuten in der Deutschen Bahn sitzen, die unseren Zeitplan warscheinlich um weitere Stunden verzögern würde. Ich war bedient!
Am Lufthansa-Schalter bekamen wir dann auch genau diese 2 Dinge zur Auswahl: entweder umbuchen auf die Bahn - das würde allerdings zu dem Zeitpunkt schon rennen zum Bahngleis bedeuten, um den Zug überhaupt noch zu erwischen - oder übernachten im Hotel und dann am nächsten Morgen fliegen.
Für uns kam beides nicht in Frage, denn
1. hatten wir am Flughafen Hamburg einen Mietwagen reserviert, den wir mitten in der Nacht nicht mehr hätten aufnehmen können und
2. hatten wir bereits früh morgens unverschiebbare Termine in Hamburg, so dass selbst der früheste Flug für uns nicht in Ordnung gewesen wäre.
Wir fragten die Dame am Schalter nach einer Mietwagen-Option, und sie meinte, wir könnten es versuchen, den Beleg hinterher einzureichen bei der Fluggesellschaft. Zusagen konnte sie nicht machen. War uns aber auch egal, denn wir wollten einfach nur irgendwann irgendwo ankommen. Also machten wir uns auf den Weg zu den Mietwagen-Schaltern, suchten Budget auf, und fragten, ob wir unsere Reservierung ab Hamburg umwandeln könnten in eine Einwegmiete ab Düsseldorf mit Abgabe in Hamburg. Als der junge Mann sagte, das wäre kein Problem und er hätte auch noch ein Auto da, fiel eine tonnenschwere Last von meinen Schultern. Wenn das jetzt nicht geklappt hätte, wäre es eine Katastrophe gewesen, denn alle Termine am Freitag waren eng getaktet und bauten alle aufeinander auf. Außerdem waren noch eine Menge andere Menschen betroffen, die ebenfalls alle ihren Terminplan hätten umwerfen müssen. Erleichtert rief ich Stefanie an und teilte ihr mit, dass wir nachts bei ihnen ankommen würden und dass sie keine Rücksicht auf uns wegen des Essens nehmen sollten.
Das Auto fanden wir im Parkhaus, obwohl der Mann uns eine falsche Stellplatznummer aufgeschrieben hatte. Wir überprüften kurz den Wagen und fuhren dann los.
Langsam konnten wir beide den Hunger nicht mehr ignorieren, aber wir wollten erst mal aus dem Ruhrgebiet raus sein. Dann endlich fuhren wir eine Raststätte mit McDonalds an und schlugen uns die leeren Bäuche voll.
Um 23.30 Uhr kamen wir in Hamburg an, wurden von Stefanie und Martin schon erwartet und quatschten mit den beiden noch ein knappes Stündchen, bevor wir dann alle ins Bett fielen. Und das war nur der Anfang der vielen Anstrengungen von diesem Wochenende.
Freitag, 26. Juli:
Für diesen Tag folgte Termin auf Termin. Mit unseren Gastgebern nahmen wir ein schnelles Frühstück ein und fuhren dann zum Baumarkt, um zu gucken, ob es dort ein bestimmtes Ersatzteil gibt, das wir evtl. gebraucht hätten. Gab es nicht, daher ging es weiter zur Wohnung. Zuerst machten wir einen Rundgang durch unsere Räume, um zu gucken, ob noch alles so war, wie wir es verlassen hatten. Dann fingen wir an, Fotos zu schießen.
Es kamen dann die Leute vom
Sozialkaufhaus, um unsere 2 in der Wohnung verbliebenen Schränke abzuholen. Das war ja schon ein Drama im Vorhinein. Diese Leute waren vor unserem Auszug schon mal da und haben diverse Sachen mitgenommen, die wir nicht mehr brauchten, aber noch in Ordnung waren. Bei der Gelegenheit hatte ich denen dann die Schränke gezeigt und gefragt, ob sie die mitnehmen würden, wenn wir die nicht anders los werden. Sie sagten, die würden sie gerne nehmen.
Als ich dann telefonisch einen Abholtermin fest machen wollte, sagte die Dame am Telefon, so große Schränke würden sie grundsätzlich nicht annehmen. Hähh? Das leuchtete mir gar nicht ein. Ich überzeugte sie, dass die Fahrer gesagt hatten, sie würden sie mitnehmen, und so einigten wir uns auf den Abholtermin an diesem Freitag - der einzige Termin, der in Frage kam für uns.
Eine Woche vorher rief ich nochmal an und erkundigte mich, ob es bei dem Termin bleibt oder ob es doch irgendwelche Schwierigkeiten geben würde. Nein, alles wunderbar, der Termin klappt, wurde mir gesagt.
Am Dienstag vorher bekam Nils dann einen Anruf. Die Fahrer seien krank, und ob man die Schränke auch eine Woche später holen könne. Ahhhhhhh!!! Nils teilte höflich aber bestimmt mit, dass der Termin nicht verhandelbar sei.
Einen Tag vorher rief ich dann noch mal an und fragte nach. Es sollte alles organisiert sein.
War es dann auch. Die Fahrer kamen pünktlich und fingen an, den Schrank zu demontieren. Ich war zu der Zeit schon weg, denn ich hatte einen Zahnarzt-Termin. Der dauerte ungefähr eine Stunde. Als ich wieder in der Wohnung zurück war, verschnauften die Leute vom Sozialkaufhaus .... dachte ich. Im folgenden Smalltalk bekam ich dann mit, dass die ihren Autoschlüssel und die Handys im Wagen eingeschlossen hatten, und nun nicht weg konnten. Nils hatte in deren Büro angerufen, und nun war ein Kollege mit einem Zweitschlüssel per Fahrrad unterwegs. Das zog sich leider ewig hin, da der Typ die Adresse nicht gefunden hat und dann zurück ins Büro gefahren ist.
Wir waren ja höflich und wollten die armen Menschen nicht vor die Tür in die pralle Sonne setzen, also warteten wir geduldig mit ihnen zusammen auf den Kollegen.
Als das Thema dann endlich durch war, überlegten wir kurz, was noch zu tun war. Wir hatten verabredet, dass wir M. von der Arbeit abholen. Bis zu ihrem Feierabend war es noch etwas Zeit, trotzdem fuhren wir zur Firma, denn das war für uns die Chance, uns dort kurz blicken zu lassen. Wir hatten dann doch tatsächlich 45 Minuten Zeit, uns mit den ehemaligen Kollegen zu unterhalten. Es gab ein großes Hallo, aber überrascht war leider niemand, weil unsere Anwesenheit in HH schon durchgesickert war.
Für einen kurzen Rundgang durch das Verwaltungsgebäude reichte die Zeit, dann kam schon M. um die Ecke, und wir machten uns auf den Weg zurück in die Wohnung. Dort warteten wir dann auf die Sachverständige, die uns bei der Dokumentation des Wohnungszustandes unterstützen sollte.
Das klappte alles ganz wunderbar; den Schlüssel haben wir sogar persönlich an den Vermieter übergeben können.

Danach brachten wir M. nach Hause und setzten uns bei Stefanie und Martin in die Wohnung, um den vom Vorabend übrig gebliebenen Salat zu verputzen und unsere Siebensachen zusammen zu packen für die Weiterfahrt.
Auf halbem Weg klingelte schon das Handy: meine Mutter fragte, wo wir denn seien, denn unsere Tatkraft und Kreativität sei vor Ort gefragt. Ich teilte ihr mit, wann wir ungefähr ankommen würden, und diese Prognose schafften wir sogar auf 2 Minuten genau. Bei meinen Eltern war schon die Garage voll mit Leuten, und der Boden war komplett bedeckt mit Buchsbaum und Lebensbaum. Ich wunderte mich, denn meines Wissens nach wird der Kranz schon deutlich vor der Hochzeit gebunden und nicht einen einzigen Tag vorher. Aber ich wurde dann aufgeklärt, dass es sich bei diesem Projekt nicht etwa um den Kranz handelt, den man vor die Haustür hängt, sondern um eine Ehrenpforte, unter der das Brautpaar während der Trauung Platz nimmt. Ach so, muss einem ja auch gesagt werden. Bin ja nicht so bewandert in diesen Bräuchen.
Nach einer kurzen Runde zum Inspizieren des Party-Bereichs und zum Begrüßen aller Anwesenden wurden wir zum Helfen eingeteilt. Nils musste irgendwelche Sachen schleppen und aufbauen, ich half beim Binden des Grünzeugs.

Mit vereinten Kräften wurde später die Ehrenpforte an ihren Platz gestellt. Es folgten Aufräumarbeiten und Überlegungen für weitere Deko. Ein Teil der Helfer verabschiedete sich und fuhr nach Hause, um dort Salate vorzubereiten, die am nächsten Tag auf dem Buffet stehen sollten. Wir blieben weiter draußen, räumten noch hier und dort ein wenig herum und warteten dann darauf, dass F. seine große Lichtinstallation enthüllte. Daran hatte er in den letzten Tagen gearbeitet und als es endlich soweit war, saßen wir zu viert sehr erschöpft auf einem Sofa im Partyzelt und machten "ohhh" und "ahhh", als die Lichter angingen. F. hatte mit Strahlern gezielt einige Ecken und Bäume im Wald beleuchtet, was wirklich total toll aussah. Wir waren begeistert.
Um 0.30 Uhr gingen wir ins Bett.
Samstag, 27. Juli:
Party-Tag! Aber vor der Party war erst noch weitere Arbeit angesagt. Wie verabredet frühstückten wir um 8 Uhr und trafen uns mit den weiteren Helfern um 9 Uhr. Jeder hatte nun wieder seine Aufgabe. Die einen schmückten die Tische, andere kümmerten sich um die Strom- und Wasserversorgung, das Befüllen der Kühlschränke, das Aufstellen und Dekorieren der Stehtische, das Befreien des Gehwegs von Unkraut und was eben sonst noch so alles zu tun war. Nils schleppte wieder Zeugs durch die Gegend, und ich dekorierte die Füße der Ehrenpforte, den Altar, faltete Servietten, schrieb die Tischkarten und packte überall mit an, wo eben sonst noch Unterstützung gefragt war.
Gegen 14.30 Uhr machte sich die Braut mit ihren weiblichen Verwandten auf nach Hause, denn dort wartete die Friseurin, um alle zu stylen. Zusammen mit dem Bräutigam kümmerten die verbliebenen Helfer um die restlichen Arbeiten. Die Zeit rückte immer mehr voran, und es war noch unglaublich viel zu tun. Dazu kam, dass die Wetterprognose Regen voraus gesagt hatte und wir nun immer auf dem Sprung waren, um die dekorierten Sitzgelegenheiten und den Altar ins Zelt zu räumen.
Um kurz vor 17 Uhr setzten wir uns zu dritt (F., Nils und ich) kurz hin, um auf der Regen-App nachzusehen, wann es denn nun losgehen würde. Just in dem Moment kamen die ersten Tropfen. Wir riefen nach T. und dann schleppten wir im Affentempo alles ins Zelt. Was für ein Mist!
Es war 17.20 Uhr, und um 18 Uhr war die Trauung geplant. Wir 4 standen da und sahen aus wie die letzten Lotterheinis; alle mussten noch duschen und sich fertig machen. Also schickten wir F. zu sich, denn er war schließlich die Hauptperson. Wir anderen drei entwickelten schnell einen Plan, wie wir in 30 Minuten geduscht, gestylt und fertig für die Party sein konnten.
Was soll ich sagen --> 1 Badezimmer, 3 Personen, 30 Minuten. Aber wir sahen alle schick aus und standen pünktlich im Zelt, wo sich der Pastor bereits seinen Altar zurecht gemacht hatte, denn es schüttete immer noch.
Die Zeremonie fand also im Zelt statt. Festlich war es trotzdem. Der Pastor hatte seine Gitarre dabei und ein paar moderne Lieder ausgesucht.

Nach der Zeremonie folgten die Gratulationen, und dann kamen auch schon die restlichen Gäste zur Party.
F. hielt eine kurze Ansprache und eröffnete das Buffet. Es gab Spanferkel, Brot, Champignons und die selbstgemachten Salate. Eine leckere Auswahl!
Und dann wurde gefeiert .... und wie. Das Brautpaar hatte einen DJ engagiert, der das halbe Dorf beschallte. Glücklicherweise waren die meisten Nachbarn sowieso bei der Feier dabei. Die anderen hatten hoffentlich Oropax im Haus ;-))
Es wurde viel getanzt, getrunken, sich unterhalten, fotografiert und gelacht. Nils ging um 5:15 Uhr ins Bett. Er war total fertig.
Meine Mutter sagt immer, dass die Leute unserer Familie immer die letzten sind, die die Party verlassen. Da meine Eltern auch schon längst im Bett lagen, setzte ich mit meinen Brüdern diese Tradition fort. Es war bereits wieder taghell, als ich mir um 7:30 Uhr T. schnappte und mit ihm nach Hause ging. Er war ziemlich betrunken, und vor der Haustür lästerten wir darüber ab, dass Mama schon im Bett war. Da öffnete sich die Tür, und da stand sie und meinte, dafür wäre sie aber jetzt auch schon ausgeschlafen.

Ich setzte T. auf der Treppe ab und half Mama noch schnell, Geschirr von der Terrasse in die Küche zu tragen. Dort hatten die Thekenhelfer den Kram abgestellt, damit die Gläser gespült werden konnten.
Als ich dann auch nach oben und ins Bett wollte, fand ich T. immer noch auf der Treppe (schlafend) vor. Ich packte ihn und bugsierte ihn in sein Zimmer und ins Bett. Die Krawatte konnte ich ihm noch abnehmen, dann deckte ich ihn in voller Montur zu und ließ ihn schlafen.
Selbst zog ich mich auch nur noch aus und legte mich ins Bett, wo ich neben Nils sofort einschlief.
Sonntag, 28. Juli: Die Nacht war kurz. Bereits um 10.30 war ich wach und hörte im Garten die Nachbarn rumoren. Ich schmiss Nils aus dem Bett, machte mich auch kurz frisch, und dann standen wir schon wieder im Zelt parat, unsere Anweisungen entgegen zu nehmen. F. war etwas mit den Nerven 'runter, weil das Geschirr vom Party-Service um 14 Uhr zurück gegeben sein musste und er bezweifelte, dass das schaffbar sein könnte.
Also nahmen Nils und ich uns den Buffetbereich vor. Die Reste vom Spanferkel waren zwar mit Alufolie abgedeckt, aber die Ameisen hatten trotzdem ihren Weg in die leckeren Reste gefunden --> also weg damit. Das Sauerkraut hatte irgendwie niemand beim Essen gesehen, es war auch von den Catering-Leuten nicht angeboten worden. Dementsprechend waren noch Berge davon da --> weg damit. Pilze soll man nicht aufwärmen --> weg damit. Etliche andere unansehnliche Reste wanderten in unsere Müllbeutel, wobei wir pingelig darauf achteten, die Tüten nicht zu voll zu machen, damit sie nicht zu schwer werden.
Schließlich hatten wir mit vereinten Kräften alles an Geschirr und Warmhaltepfannen zusammen gepackt und konnten es in M.s Auto verstauen. M. und F. machten sich auf den Weg und konnten die Sachen pünktlich abzugeben.
Wir anderen machten noch die restlichen Handgriffe, die in dem Moment noch gemacht werden konnten, dann setzten wir uns rein, wo Papa "Frühstück" (um kurz vor 14 Uhr) vorbereitet hatte.
Nach dem Essen hatten wir noch kurz Zeit, um uns zu unterhalten, dann stürmten Nils und ich ins Bad. Da wir am Tag vorher nicht online einchecken konnten, wollten wir auf jeden Fall rechtzeitig am Flughafen sein, damit nicht noch weitere Probleme auf uns zukommen.
Pünktlich im Zeitplan verabschiedeten wir uns von allen. Papa war noch dabei, das Chaos in der Garage zu beseitigen und Stühle durch die Gegend zu transportieren. Mama machte klar Schiff im Haus und auch das Brautpaar war zurück von seiner Fahrt und wollte nun endlich was essen und wenigstens ein bisschen zur Ruhe kommen.
Am Flughafen angekommen gaben wir das Mietauto zurück und suchten den Lufthansa-Schalter auf. Der Flug war da schon verspätet, aber das Einchecken klappte zumindest. Da wir so spät dran waren, mussten wir getrennt sitzen und bekamen nur noch die schlechtesten Plätze ab.
An Verspätungen waren wir ja nun schon gewöhnt, also nahmen wir es mit Humor. Die in einem durchfahrende Bahn, die wir in Zürich nehmen wollten, schafften wir natürlich nicht, daher mussten wir die nächste nehmen, bei der wir aber umsteigen mussten. Den Anschlusszug schafften wir nur durch rennen, aber als wir da drin saßen, fiel dann endlich die Anspannung der vergangenen Tage ab.
Um 0:30 Uhr waren wir zuhause. Was für ein Wochenende!