Am Vortag sind Stefanie und Martin angereist, die uns für ein paar Tage besuchen. Dass sich der Besuch mit dem Feiertag überkreuzt ist Zufall, stellte sich aber als Glücksfall heraus.
Als die beiden ankamen am Mittwoch, bekamen sie eine kurze Führung durch die Wohnung, bezogen dann das Gästezimmer, und dann schnackten wir bei einem Käffchen über das vergangene Wochenende. Wir hatten uns am Freitag vorher zum letzten Mal gesehen und jeder hatte in der Zwischenzeit einiges erlebt, so dass es nicht langweilig wurde.
Es wurde dann doch 8.20 Uhr, bevor wir loskamen, aber das war nicht schlimm; einen kleinen Zeitpuffer hatte ich eh mit eingebaut. Im Zieldorf haben wir uns ganz kurz noch verfahren, aber dann klappte alles. Parkfläche stand ausreichend zur Verfügung, und Stefanie und Martin staunten nicht schlecht, als sie unser Ziel sahen. Wir bezahlten unseren Obolus, bekamen jeder einen Aufkleber und durften das Areal betreten. Und das war ja alles wirklich ganz toll hergerichtet. Eine Scheune war frei geräumt und mit Tischen und Bänken gefüllt worden; draußen standen weitere Sitzgelegenheiten zur Verfügung. In einer Garage hatte man auf Strohballen das Buffet hergerichtet und im Schatten vor dem Kuhstall konnte man sich Getränke holen. Bis auf Bier und Wein war alles im Eintrittspreis enthalten, was ein faires Angebot war.
Noch war der Andrang nicht ganz so groß, so dass wir problemlos einen schönen Tisch im Schatten in der Scheune beziehen konnten. Wir holten uns dann die Köstlichkeiten vom Buffet und schwelgten. Die Auswahl war nicht groß, dafür war alles von hervorragender Qualität. Frisch gebackenes Brot und Butterzopf aus dem Holzbackofen des Nachbarhofes, selbst gemachte Marmeladen, leckerster Käse und Aufschnitt (je 5 Sorten), dazu hartgekochte Eier und Bircher Müesli. Alles Bio selbstverständlich und teilweise aus eigener Herstellung. Am Getränkestand holten wir uns Kaffee und Süßmost (Apfelsaft). Das war alles so unglaublich lecker, besonders der eine Käse hatte es mir angetan. Nach dem haben wir uns später dann auch noch beim Sohn des Hofbesitzers erkundigt. Leider gibt es den nicht im Handel zu kaufen, sondern nur in dem Kloster, wo er auch hergestellt wird. Wir werden das auf jeden Fall recherchieren und gucken, wo das genau ist.
Als zweiten Gang holten wir uns Rösti, der in einer großen Pfanne brutzelte und ebenfalls sooooo lecker war.
Langsam füllte sich der Hof mit Leuten, am Buffet bildeten sich Schlangen, und wir wollten uns ein bisschen die Füße vertreten und erkundeten den Hof. Es gab kleine Kälber und eine trächtige Kuh im Stall; die anderen Tiere waren auf der Weide, wo sie den Sommer verbringen. Um 11 Uhr konnten wir an einer Betriebsführung teilnehmen. Der Hofbesitzer begrüßte uns und berichtete dann Daten und Fakten über den Hof und was da so alles gemacht wird. Nachdem er in der Melkkammer fertig war, führte er uns auf das Rübenfeld (Karotten) und übergab an seinen jüngsten Sohn, der über die Rüebli seine Projektarbeit in der Lehre als Landwirt geschrieben hatte. Alles war sehr interessant, aber als wir wieder auf dem Hof in den Schatten gehen konnten, waren wir auch dankbar.
Die Musiker hatte mittlerweile eine Pause eingelegt. Trotzdem drangen dunkle tiefe Töne aus einer Ecke an unsere Ohren. Da standen 3 ältere Herren mit ihren Alphörnern und bliesen getragene Lieder. Sehr toll!
Zum Schluss kauften wir noch etwas Kuchen und Brot für zuhause und machten uns dann auf den Heimweg. Nils hatte die super Idee, dass wir über Stein am Rhein zurück fahren könnten. Das machten wir auch und hatten auf dem Weg dorthin fantastische Ausblicke auf die Landschaft.
In Stein am Rhein stellten wir den Wagen ab und liefen durch die kleine Altstadt. Dort ist alles touristischer, daher hatten sogar die meisten Geschäfte geöffnet. Wir liefen durch die Gassen, bestaunten die toll bemalten Häuser und entspannten uns am Wasser, wo wir die Familien beobachten konnten, die ihre Boote für einen Feiertagsausflug klar machten. Eine ganze Weile saßen wir, ließen die Seelen baumeln und unterhielten uns über dies und das. Später fuhren wir dann nach Hause.
Am Nationalfeiertag hat jeder Ort seine Feierstätte, wo es Fress- und Trinkbuden gibt und abends dann ein Feuerwerk veranstaltet wird. Auf dem Nachhauseweg kamen wir durch etliche Dörfer, in denen dann auch auf das große Feuerwerk hingewiesen wurde. Das ist hier übrigens wie Silvester: 3 Tage vor dem Feiertag startet der Verkauf, und dann kann man da für teures Geld Knaller und Raketen und sonst was alles erstehen.
Abends standen wir dann auf unserer Terrasse und bewunderten die Show. Das offizielle Feuerwerk in unserem Ort konnten wir kaum sehen, weil ein großes Haus davor ist, aber das der umliegenden Orte war teilweise gut zu erkennen. Außerdem hatten die Nachbarn nicht nur alles gegeben, ihre Balkone mit Nationalflaggen zu schmücken, sondern hatten auch beim Feuerwerksverkauf ordentlich zugeschlagen. Der Abend war mild, und so war es total klasse, das alles rundherum zu bestaunen.
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