Dieser Besuch ist nun schon ein paar Wochen her, aber trotzdem möchte ich hier noch davon erzählen, weil es sooooo schön war.
Als wir verkündeten, dass wir Hamburg verlassen werden, war für A. und T. ziemlich schnell klar, dass sie uns bald besuchen wollten. Passenderweise war der Urlaub für den August schon eingereicht, so dass auch schon ein Termin feststand. Die Frage war nur noch wie die Anreise erfolgen sollte: Mit dem Auto und dann die Nacht durch fahren oder mit dem Wohnwagen und dann Zwischenstopps auf Campingplätzen machen. Die beiden entschieden sich für die zweite Variante und wir alle freuten uns wahnsinnig je näher der Zeitpunkt der Anreise kam. Besonders die Große war gar nicht mehr zu bremsen. Sie erzählte wohl jedem im Kindergarten ganz stolz, dass sie in die Schweiz fahren würde und weigerte sich sogar 2 Tage vor der Abreise schon, in den Kindergarten zu gehen, weil doch der Wohnwagen schon bereit stand und sie Angst hatte, der Rest der Familie könnte ohne sie fahren.
Dienstag:
Irgendwann war es dann endlich soweit: Ich bekam eine SMS von T., dass man in einer halben Stunde in Konstanz sei. Ich machte mich auf den Weg, denn wir hatten verabredet, dass wir uns an einer bestimmten Tankstelle in KN treffen und ich dann voraus zur Wohnung fahre. Das klappte auch alles wunderbar bis auf die Tatsache, dass die Tankstelle seit neustem von einer riesigen Baustelle umgeben war und ich mich zunächst nicht auskannte, wie man das nun umgehen konnte. Hat sich dann aber schnell ergeben, so dass wir auf dem besten Weg Richtung Grenze waren. Auch am Zoll gab es keine Probleme; beide Fahrzeuge wurden durch gewunken.
Und so standen wir dann bald vor dem Haus und entluden das Auto und den Wohnwagen. Ich neige dazu, den Aufwand, den das Reisen mit Kindern macht, zu unterschätzen, und so staunte ich nicht schlecht, als ich sah, was A. und T. da alles ausluden.
In der Wohnung bezogen A. und T. das Gästezimmer und die beiden Kinder die Spielecke, die wir für sie hergerichtet hatten. Wir hatten 2 Wolldecken übereinander auf den Boden gelegt und ein paar Kissen dazu drapiert. Dort ließ ich mich mit den beiden Süßen nieder, während A. und T. weitere Dinge aus dem Wohnwagen holten.
Als alles eingerichtet war, konnten wir eine kurze Begehung der Wohnung machen und uns auf die Terrasse setzen zum Verschnaufen. Wir saßen zusammen und schnackten, und irgendwann kam dann auch Nils dazu. Wieder gab es ein großes Hallo, und er bekam gleich die Kleine in den Arm gedrückt.
Wir haben dann gegrillt und später die Kinder ins Bett gebracht und noch eine ganze Weile draußen gesessen und weiter geredet.
Mittwoch:

Den Tag nutzten wir für einen ersten Ausflug ans Wasser. Wir liefen vom Hafen Kreuzlingen rüber nach Konstanz. A. war ganz begeistert von der Altstadt. Das Wetter war unglaublich, und so machte das Flanieren richtig viel Spaß. A. sieht sich gerne Kirchen an, daher führte ich sie zum Münster unserer lieben Frau, wo wir dann mit der Großen 'rein gingen. A. bestaunte die Verzierungen der Kirche und die schön gestalteten Fenster. Die Große war immer an meiner Hand und langweilte sich ein bisschen. Um sie ein bisschen zu beschäftigen schlug ich ihr vor, ob wir eine Kerze anzünden wollen. Das faszinierte sie, und so erklärte ich ihr, wie sie das machen sollte mit dem Anzünden und dann die Kerze im Gestell befestigen. So machten wir es dann auch, zündeten jeder eine Kerze an, und die Große durfte dann den Euro in die Kassenbox schmeißen. Na, das war ja ein Erlebnis.
Als wir draußen waren musste sie das sofort ihrem Papa erzählen, der mit der Kleinen draußen gewartet hatte.
Die Tage vorher wollte ich eigentlich zum Friseur gehen, aber immer wenn ich bei der Filiale vorbei kam, war die Wartezeit sehr lang, und ich hatte keine Lust, mir einen Termin zu holen. Nun kamen wir wieder dort vorbei, und ich fragte kurz nach. Diesmal war die Wartezeit erträglich, und ich setzte mich hin. Die Große war von meiner Seite nicht weg zu bewegen, so dass sie ihre Eltern mit der Kleinen aufmachten, um das Einkaufszentrum zu erkunden und uns beiden im Salon zurück ließen. Die Große sortierte die Zeitschriften und räumte ein wenig auf. Als ich dann dran war, holte die Friseurin einen Drehstuhl, auf dem die Große dann Karussell spielte und immer wieder erzählte, dass sie mein Patenkind sei. Um sie zu beschäftigen brachte ich ihr bei, wie man Grüezi sagt. Auf dem Rückweg schmetterte sie dann jedem Menschen auf der Straße ein "Grüezi" entgegen und war ziemlich enttäuscht, dass niemand antwortete.
In der Wohnung angekommen legte sich T. auf die Decken am Boden und schlief sofort ein. A. guckte Fotos an, die Kleine schlief und die Große und ich spielten ihr Lieblingsspiel: Mensch ärgere Dich nicht.
Der Abend klang dann wieder - zusammen mit Nils - auf der Terrasse aus.
Donnerstag:
Als ich die Große im Vorwege an diesen Urlaub fragte, was sie denn gerne machen möchte, wenn sie mich besucht, sagte sie, sie wolle einen Spaziergang mit mir machen ohne ihre Eltern. Das machten wir an diesem Morgen. Ich schnappte sie mir, und wir stiefelten zum Bäcker, um Brötchen zu holen. Wieder übte sie ihr Grüezi und strahlte über das ganze Gesicht, als der türkische Gemüsehändler von der Ecke dann auch antwortete. Auf dem Rückweg vom Bäcker kehrten wir noch bei einer Confiserie ein und besorgten Kuchen, Pralinen und Kekse.
Nach dem Frühstück wollten wir an diesem Tag etwas weiter weg fahren, und so starteten wir nach Schaffhausen zum Rheinfall. Das ist ja immer eine Attraktion. Wir sind mit T.s Auto gefahren, da das etwas geräumiger ist als unseres. Dafür hat es keine Vignette, so dass wir nicht über die Autobahn fahren konnten, sondern die Nebenstrecken nahmen. Das finde ich meist sowieso schöner, weil man da viel mehr von der Gegend sieht.
Es stellte sich heraus, dass in Schaffhausen eine große Baustelle für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgte, was auch uns eine Menge Zeit und Nerven kostete. Es war wieder heiß und da will man ja einfach nicht ewig lange im Auto sitzen.
Offensichtlich waren wir nicht die einzigen Besucher hier, denn die Polizei schloss schon den ausgeschilderten Parkplatz, so dass wir dort nicht mehr halten konnten. Ein Stück weiter fanden wir einen großen Parkplatz, und dort stellten wir uns hin. Erst zu spät stellten wir fest, dass das gar kein Bezahlparkplatz war, sondern der zu einer Firma gehört und gar nicht für Besucher und Touristen vorgesehen ist. Da wir nicht die einzigen Touristen waren, berieten wir uns kurz mit ein paar anderen und beschlossen dann, einfach stehen zu bleiben. Kurz darauf erschien auch schon die Polizei und - oh Wunder - schilderte genau den Platz, auf dem wir standen, als Zusatzparkplatz für die Besucher des Rheinfalls aus. Glück gehabt!
Wir schnappten uns also unsere Sachen und liefen Richtung Wasser. Es ging steil bergab und unten standen wir dann ziemlich dicht am tosenden Wasser. Hier an dieser Stelle war ich auch noch nicht gewesen. Es wurde gestaunt und geknipst - man hätte uns auch für Japaner halten können, so wie wir da immer abwechselnd posiert haben ;-))

Den Aufstieg brachten wir in der Hitze schnaufend hinter uns und hielten Ausschau nach einem Bäcker oder einer anderen Gelegenheit, einen Snack zu uns zu nehmen. Leider Fehlanzeige. T. und ich schauten uns den Stadtplan an und beschlossen, dass wir einfach weiter fahren würden nach Stein am Rhein. Ich war mir sicher, dass dieser kleine Ort auch Anklang finden würde bei unseren Gästen und so brachen wir auf und brachten wieder die Baustelle hinter uns.
In Stein am Rhein stellten wir das Auto ab und spazierten in die kleine Altstadt. Wie erwartet waren A. und T. begeistert und staunten über die reichlich verzierten Fassaden.
Bei einem Bäcker holten wir uns ein Stück Quiche auf die Hand und setzten uns dann am Wasser, um die Kleine mit einem Gläschen zu füttern.
Zurück zuhause kochten wir und betüdelten die Kinder. Als die beiden dann im Bett waren, fiel mir ein, dass wir ja noch den Kuchen hatten, den verspeisten wir dann als Nachtisch. Mjamm!
Freitag:

Jetzt sollten endlich mal die Kinder im Mittelpunkt stehen - also noch mehr, als sonst auch schon. Bei unserem ersten Streifzug zum Hafen hatten wir die Große erfolgreich ablenken können, so dass sie den riesigen Spielplatz, den es dort gibt, nicht entdeckt hatte.
Nun wollten wir ihr aber mal die Gelegenheit geben, sich richtig auszutoben und nach Herzenslust zu klettern und zu rutschen und vor allem auch Kontakt zu anderen Kindern zu knüpfen.
Wir bepackten die Kinderkarre mit Proviant und der Kleinen und liefen zum Hafen. Der Großen hatten wir erzählt, dass es etwas Besonderes geben wird für sie, und das mit dem Spielplatz hat sie dann auch schnell erraten. So war sie völlig aufgedreht und aufgeregt und als wir ankamen auch kaum noch zu bremsen. Wir konnten ihr gerade noch zeigen, auf welcher Bank wir unser Lager aufschlagen werden, damit sie uns wieder findet, dann war sie auch schon weg.
Da waren so viele Spielgeräte zur Auswahl, dass sie sich kaum entscheiden konnte zwischen Wippe, Rutsche, Schaukel und diversen Klettergerüsten. Ihren Favoriten hatte sie gefunden, als sie feststellte, dass wir uns auf der Bank genau neben der Seilbahn niedergelassen hatten. Da gab es kein Halten mehr. Sie lief da hin, guckte erst schüchtern einem Mädchen zu, und packte sich dann beherzt die Seilbahn, um auch zu fahren. Allerdings ist es nicht so einfach für ein Kind, die Bahn zum Startpunkt zu ziehen und sich dann darauf zu hieven. Das stellte die Große schnell fest und spannte daher die Mutter des anderen Mädchens dafür ein, ihr zu helfen. Wir lachten uns schlapp und beobachteten eine ganze Weile, wie sich die Große und das andere Mädchen mit der Bahn abwechselten.

Irgendwann ging T. da mal rüber und stellte sich ans Ende des Seils, um die Mädchen abzufangen und zurück zu schleudern. Das war ein Gejohle und Gequieke.Die Kleine saß auf dem Rasen und beobachtete fasziniert das Treiben um sie herum. Sie war zufrieden damit, Grashalme auszureißen und alles im Blick zu haben.

Eine Zeit später mussten wir dem großen Spaß ein Ende machen, denn wir waren mit Nils verabredet. Der nutzte den Freitag, um etwas früher Feierabend zu machen und wollte also nachmittags zu uns stoßen. A. und T. wollten gerne noch ein Foto an der Grenze machen, und so lösten wir die Große von ihrer geliebten Seilbahn und begaben uns auf den Weg zur Kunstgrenze. Man kann hier immer am Wasser entlang gehen bis man zu einer Reihe von roten Skulpturen kommt. Dies ist die sogenannte Kunstgrenze, denn die Skulpturen sind genau auf der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz aufgestellt. Auf dem Fußweg gibt es dann ein simples Schild, das die Landesgrenze vermerkt. Hier wollten A. und T. gerne ein Erinnerungsfoto schießen. So machten wir es auch. Als unsere kleine Fotsession vorbei war, stellten wir fest, dass wir Nils verpasst hatten und er schon auf einem anderen Weg zum Spielplatz gelangt war. Also liefen wir zurück und konnten die gleiche Bank ergattern, die wir schon vorher besetzt hatten. Wir packten unser Picknick aus und stärkten uns. Danach ging es wieder an die Spielgeräte. Und nicht nur die Große war begeistert, auch die Männer machten ordentlich mit. Es war zum Piepen.

Wir hatten alle großen Spaß und hielten durch bis zum frühen Abend. Dann trieb uns doch der Hunger nach Hause. Auf dem Rückweg kamen wir noch durch ein kleines Stadtfest, wo wir nicht umhin kamen, einen kurzen Blick auf die Flohmarkt-Stände zu werfen.
Als A. und T. dann aber noch stehen bleiben und einer Kindertanztruppe bei ihrem Auftritt zusehen wollten, schnappten Nils und ich uns die Karre und stapften schon einmal vor, um das Essen vorzubereiten. Die Kleine deponierten wir auf der Decke in der Spielecke, wo sie sich gleich die Sandförmchen schnappte und damit herum spielte. Nils bereitete den Grill vor, ich das Essen.
Als die anderen dann auch da waren, ging Nils mit der Großen auf die Terrasse, um Raupen vom Kohlrabi und dem Wirsing zu sammeln. Die Biester machten uns seit einiger Zeit das Leben schwer, und da wurde es zum abendlichen Ritual, die Viecher abzusammeln. Ich hatte gedacht, die Große würde sich vielleicht ekeln, aber nein, sie machte begeistert mit und zeigte stolz ihre Ausbeute.
Samstag:
Endlich Wochenende! Endlich konnte Nils bei all unseren Aktivitäten voll dabei sein. Daher hatten wir uns den Ausflug in den Wild- und Freizeitpark auch für diesen Tag aufgehoben.
Vorher war aber noch Kuscheln angesagt. In den letzten Tagen hatten wir es zu einer Gewohnheit gemacht, dass ich morgens, wenn Nils weg ist, die Kinder zu mir ins Bett hole, und wir ein Buch vorlesen und kuscheln. Das sollte ja nun am Wochenende nicht anders sein. Ich holte die beiden 'rüber, und nun konnte Nils mal die Geschichte vorlesen. Es war zu schön! Die Kleine lag in seinem Arm und lutschte an ihren Zehen, die Große war - wie immer - erpicht darauf, die Kamera zu ergattern und Fotos zu machen.
Nach dem Frühstück wurde wieder reichlich Proviant eingepackt und alles in den Autos verstaut. Da wir nun zu sechst waren, mussten wir mit 2 Autos fahren. A. setzte sich zu mir; die Männer ließen wir mit den Mädchen vorneweg fahren. Als wir losfuhren, fiel A. ein, dass sie die Reisepässe für die ganze Baggage dabei hatte, daher hofften wir, dass es keine Zwischenfälle an der Grenze geben würde. War auch alles ok, keiner wurde angehalten. Auf dem Rückweg sorgte sie dann dafür, dass jeder seinen Pass dabei hatte.
Bis zum Wildpark fährt man nur etwa 20 Minuten, und zuerst dachten wir, da wäre gar nichts los, weil wir keine Auto sahen. War aber ein Irrtum, denn hinter der nächsten Ecke sahen wir dann den Parkplatz, und der war doch ganz schön voll.
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Kasse kann man schon die ersten Tiere betrachten und auch füttern - wenn man denn einen Futterautomaten findet, der funktioniert. Leider waren die alle kaputt, daher mussten wir uns mit Gucken begnügen. Die Große war schon total begeistert und auch die Kleine ist sehr fasziniert von Tieren.
T. zahlte den Eintritt, und nachdem wir im Park waren, orientierten wir uns kurz. Für 16 Uhr war die Vogelshow angesetzt, die merkten wir uns schon einmal vor. Dann gingen wir in Richtung des Rundgangs, um alle Tiere zu betrachten. Zunächst sahen wir Rotwild, und die Tiere kamen alle hoffnungsvoll an den Zaun, nur um dann festzustellen, dass wir immer noch keinen funktionierenden Automaten gefunden hatten. Die Große versuchte trotzdem, Bambi zu streicheln und war völlig hin und weg.
Am Wildschweingehege stieg ich mit der Großen ein Stück den Berg hinunter, um dichter an die Tiere heran zu kommen. Und da lag dann auch eine Bache mit ihren Jungen nur ungefähr 1,5 Meter vom Zaun entfernt. Man konnte genau beobachten, wie die Frischlinge am Saugen waren. Die Große war begeistert, und so mussten wir hier eine ganze Weile zugucken. Wieder oben trotteten wir weiter durch den Wald. Die Große bestand darauf, Nils beim Ziehen des Hackenporsche zu helfen.
Als wir den Rundgang beendet hatten, kamen wir zu dem großen Spielplatz, der zu dem Park gehört. Wieder bekam die Große glänzende Augen und flitzte gleich davon.
Wir suchten uns einen Tisch mit Bänken und breiteten unser Picknick aus. Die Kleine setzten wir mitten auf den Tisch, so dass sie einen guten Blick auf alles werfen konnte und alle sich um sie kümmern konnten. Es gab auch alle Hände voll zu tun, denn die Wespen waren extrem aktiv an diesem Tag und schwirrten ständig um uns und unser Essen herum. Alles Abdecken half nicht, aber es gab auch keinen besseren Platz, so dass wir wohl oder übel da blieben und die Plagegeister so gut es ging verscheuchten.
Die Große hatte ein Karussell entdeckt, das 4 Sitzplätze hat. Die erste Fahrt hat ihr Papa ihr spendiert, und danach blieb sie einfach sitzen und hatte das große Glück, dass andere Kinder mit ihren Eltern kamen, den Automaten fütterten und sie so zu mehreren Freifahrten kam.
Es war herrlich, dort in der Sonne zu sitzen, sich zu unterhalten und das Treiben auf dem Spielplatz zu beobachten. Viele Familien waren hier unterwegs, und teilweise hatten die riesige Picknicke aufgebaut. Eine fremdländische Familie (vielleicht Türken??) war mit etlichen Decken und Kühlboxen angereist und reichte untereinander sogar Kochtöpfe voll von Köstlichkeiten herum.
So saßen wir dort und schwuppdiwupp war es auch schon Zeit, sich Plätze zu suchen für die Vogelshow. Wir mussten die Große vom Karussell weglocken und gingen dann zu der Flugshow-Arena. Dort setzten wir uns hin. Leider waren die Plätze alle in der prallen Sonne, aber wir waren ja eingecremt, und die Kleine hatte Schatten durch die Karre.
Der Mann, der da die Vögel präsentiert, machte das wirklich toll. Alles war sehr auf das kindliche Publikum zugeschnitten, und so bekamen wir etliche Vögel zu sehen und die dazugehörigen Infomationen von ihm erzählt.
Nach einer halben Stunde applaudierte das Publikum begeistert, und alle machten sich auf, den Park weiter zu erkunden.
Wir wollten auf jeden Fall noch eine Runde mit der Minibahn drehen und steuerten in die Richtung. Auf dem Weg dorthin kamen wir aber an einer großen Rutsche und dem Kiosk vorbei. Es wurde erst mal gerutscht. Die Große fand das gar nicht so toll, aber die Männer fanden wieder großen Gefallen daran mit Jutesäcken eine buckelige Rutsche herunter zu sausen.
Als wir beim Kiosk saßen und ein Eis schlemmten, entdeckte ich in einiger Entfernung einen Bären. Nils nahm die Große bei der Hand und ging mit ihr zu dem Gehege, um die Bären (3 Stück) aus der Nähe zu beobachten.

Beim Spielplatz hatte ich übrigens auch endlich einen Automaten gefunden, der bereit war, mir gegen Zahlung eines Euros eine Schachtel mit Tierfutter auszuspucken. Die sollte nun im Streichelgehege zum Einsatz kommen. Zusammen mit der Großen ging ich durch die Gitterschleuse in das Gehege mit den Ziegen hinein. Wir schütteten uns die Futterpellets auf die Hände und hielten sie den Ziegen hin. Leider wollten die das Zeug nicht haben. Nach mehreren vergeblichen Versuchen wollten wir schon enttäuscht raus aus dem Gehege, als wir feststellten, dass die Ziegen ganz scharf waren auf die Zweige des Baumes, der über dem Gehegen wächst. Ich riss einen Zweig ab und wurde sofort von einer riesigen Ziege angesprungen. Total erschrocken kreischte ich auf. Die Männer, die draußen geblieben waren, kringelten sich vor Lachen. Mehrere Male wurde ich angesprungen von den Mistviechern, bevor ich dann aus dem Gehege geflüchtet bin. Die Große hatte schon Angst bekommen und war schon vorher von T. heraus gehoben worden.
Draußen außer Reichweite der Hufe reichten wir noch ein paar Zweige durch den Zaun. Dann gingen wir weiter Richtung Bahn. Allerdings mussten wir noch einen Stopp einlegen, denn wir kamen an einem Kettcar-Parcours vorbei. Die Große war nicht zu bremsen und auch T. ließ sich nicht lange bitten. Beide lieferten sich ein kleines Rennen, wobei die Große ein bisschen Unterstützung brauchte, weil das Kettcar noch ein bisschen zu groß für sie war.

Als diese Attraktion abgehakt war, konnten wir auch wirklich zum Bahnhof der Minibahn weitergehen. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass die nächste Fahrt erst in einer halben Stunde beginnen würde. Wie blöde! T., Nils und ich setzten uns dort mit der Kleinen auf eine Bank, während A. nochmal mit der Großen zum Spielplatz ging. Die beiden kamen gerade rechtzeitig zurück, um die Abfahrt der Bahn nicht zu verpassen. Gemütlich fuhren wir dann durch Teile des Parks. Die Runde dauerte ungefähr 10 Minuten, war also nichts aufregendes, gehörte aber für uns dazu.
Irgendwie wollten wir einfach kein Ende finden in diesem Park, daher kehrten wir nochmal in die Halle zurück, in der der Kiosk ist. Dort befindet sich nämlich auch noch eine Hüpfburg und eine kleine flache Rutsche, die mit Kisten befahren wird. Hier tobte sich die Große noch weiter aus, bevor wir dann doch unsere Siebensachen zusammen packten und den Heimweg antraten.
Auf dem Weg zurück zu den Autos kamen wir wieder an den Wild-Gehegen vorbei. Einer Eingebung folgend kramte ich die Futterschachtel heraus und siehe da: die Rehe und Hirsche waren sich nicht zu fein, das Futter anzunehmen. Aufgeregt lief die Große von einem Tier zum anderen, steckte ihre Hand mit den Pellets durch den Zaun und freute sich wie eine Schneekönigin, dass die alle dankbar das Futter annahmen. Nun kann sie im Kindergarten erzählen, dass sie nicht nur Bambi sondern sogar auch todesmutig Bambis Vater gefüttert hat.
Was für ein toller Tag! Abends waren wir alle platt und fielen auch schon recht früh ins Bett.
Sonntag:
Und nach so viel frischer Luft schliefen wir auch alle länger als an den anderen Tagen. Wir begannen den Sonntag wieder mit Vorlesen und Kuscheln. Danach Frühstück und aufräumen.
Um die Große zu beschäftigen, setzten wir sie an den Esstisch, gaben ihr ihren Malblock und ihre Buntstifte und ließen sie Bilder ausmalen. Ich weiß gar nicht, wie es sich ergeben hat, aber irgendwann saßen auch alle Erwachsenen um den Tisch herum, malten Bilder aus und balgten sich um die Buntstifte.
Nachmittags bereiteten wir wieder einen Ausflug zum Spielplatz am Hafen vor. Diesmal gingen Nils und ich alleine mit den Kindern. Wir wollten mal so richtig unsere Paten-Qualitäten unter Beweis stellen und gönnten A. und T. ein paar Stunden Ruhe alleine ohne Geschrei und volle Windeln.
Den Weg kannte die Große nun ja schon fast von alleine. Am Spielplatz angekommen wollte sie schon losstürmen und sich wieder ins Getümmel stürzen, aber wir hielten sie noch zurück, da wir etwas anderes geplant hatten.
Da sie am Tag vorher solchen Spaß mit den Tieren hatte, wollten wir ein Stück am Spielplatz vorbei, denn hier gibt es auch Gehege mit Tieren. Das erste, an dem wir vorbei kamen, war leer, aber dann sahen wir im nächsten schon die Ziegen.

Hier konnte man auch Futter kaufen, allerdings nicht aus einem Automaten. Irgendwie vertraut man sich in der Schweiz mehr, denn hier liegen die Tütchen mit Futter einfach in einem Kasten. Man kann sie heraus nehmen und das Geld in einen Kassenschlitz einwerfen. Das taten wir auch und gaben uns dann dem Spaß hin, die Ziegen zu füttern. Hier nahmen die Ziegen das Futter auch an. Wir mussten die Große bremsen, dass sie noch etwas aufbewahrte und nicht gleich die ganze Tüte am ersten Gehege aufbraucht. Aber sie ist ein großzügiges Mädchen, das merkte man auch, als ein kleiner Junge mit seiner Familie kam, der keine Futtertüte dabei hatte. Sie hielt ihm eine Hand voll Pellets hin und zeigte ihm, wie man die Hand durch den Zaun steckt und die Hand flach hinhält. Der Junge war total begeistert, und so ging auch sein Vater los, um eine Tüte Futter zu erstehen.

Wir gingen indes weiter zu den Vogelvolieren, am Kräutergarten vorbei zu den Schafen, die irgendwie merkwürdig aussahen mit ihren schlapp herunter hängenden Ohren. An einem Tümpel wimmelte es nur so vor Enten, die wir auch füttern wollten. Allerdings gab es hier auch reichlich Bremsen, so dass wir uns gar nicht lange aufhielten sondern schnell den Rückzug antraten.
Es gab weitere Ziegen zu füttern und zum Schluss wartete noch ein Gehege mit hungrigen Eseln. Es machte solchen Spaß, dass wir noch eine weitere Futtertüte besorgten. Bei den Eseln war ein gieriger etwas aggressiverer dabei, der den schüchternen weißen Esel immer wegjagte. Wir brauchten also viel Futter, um den Gierigen abzulenken, damit die Große den Weißen in Ruhe betüdeln konnte. Aber jeder Spaß hat ja mal ein Ende, und so suchten wir uns einen Mülleimer für die leeren Tüten und suchten schnurstracks die Toiletten auf, um die Hände zu waschen.

Dann machten wir es uns auf der Decke im Schatten mit der Kleinen bequem, während die Große schon wieder neue Freundschaften an der Rutsche schloss.
Die Kleine war schon wieder total begeistert davon, Gras zu pflücken und sich die Halme genau anzuschauen.
Wunderbar! Zurück zuhause kam dann noch das größte Highlight von allen: Wir durften die Kleine baden. A. bereitete die Wanne vor und dann wuschen wir die Lütte abwechselnd. Glücklicherweise liebt sie das Baden, so dass sie natürlich happy war, im Wasser zu sitzen und zu planschen. Nur das Zurücklehnen und Haare nass machen fand sie nicht so gut, aber da ging ja nun kein Weg dran vorbei. Beim Eincremen brüllte sie dann wie am Spieß und drehte und wendete sich, so dass es zur richtigen Anstrengung wurde. Später ließ sie dann frisch und gut riechend den Abend ausklingen und schlief auf dem Arm ihres Patenonkels ein. Der verabschiedete sich von allen, denn am nächsten Tag musste er ja wieder vor allen anderen das Haus verlassen.
Montag:
Abreisetag - ich war todtraurig! Wir frühstückten noch gemeinsam, und schleppten dann den restlichen Kram nach unten zum Wohnwagen. Einen Teil hatten A. und T. schon am Sonntag gewuppt, so dass es nun nicht mehr ganz so viel war. Wir verabschiedeten uns mit vielen Umarmungen und guten Wünschen. Für die vier ging die Reise noch weiter zu einer Tante nach Bayern und dann wieder mit einem Zwischenstopp auf dem Campingplatz zurück nach Hause.
Ich kehrte zurück in die menschenleere Wohnung. Das war irgendwie merkwürdig, denn so sehr ich es liebe, meine Ruhe zu haben, so doof war es jetzt, dass der Trubel und das Lachen plötzlich nicht mehr da waren. Man hat sich doch in den paar Tagen schon richtig dran gewöhnt, die Bude voller Menschen zu haben.
Ich freue mich schon auf Euren nächsten Besuch!!