12. – 19. Oktober: Besuch aus der Heimat
von Bine
Unser ehemaliger Kollege D. war einer der ersten, die uns besuchen wollten. Gleich in den Sommerferien – im Juli – wollte er mit seiner Tochter S. kommen, was wir ihm aber schnell ausredeten, da das dann doch etwas zu spontan gewesen wäre. Wir mussten uns ja erst mal selbst ein wenig orientieren und das Umzugschaos beseitigen etc.
Die nächste Gelegenheit waren dann also die Herbstferien, und das machte D. dann auch wahr. Mit seinem Vater C. und S. im Schlepptau reiste er für eine Woche nach Konstanz, wo wir uns dann sonntags zum Kaffeetrinken und Spazierengehen trafen.
Am See und am Rhein entlang genossen wir fantastisches
Wetter und das Wiedersehen mit lieben Menschen. Am Fastnachtsmuseum machten wir
Halt, um aufs Wasser zu schauen. Spontan entschlossen wir uns, das Museum
anzusehen. Es ist in einem alten Gebäude direkt am Wasser untergebracht, und
über abenteuerliche Treppen gelangt man in das obere Stockwerk, wo Kostüme und
Masken ausgestellt sind.
S. wollte uns unbedingt das Hotel zeigen, und so führte uns der Spaziergang dann auch zum Abschluss dort hin. Wir setzten uns auf den Balkon, tranken ein Bierchen und spielten dann noch ein Spiel. Als es langsam kalt wurde, räumten wir die Stühle wieder zurück ins Zimmer, und Nils und ich machten uns auf den Heimweg.
S. wollte uns unbedingt das Hotel zeigen, und so führte uns der Spaziergang dann auch zum Abschluss dort hin. Wir setzten uns auf den Balkon, tranken ein Bierchen und spielten dann noch ein Spiel. Als es langsam kalt wurde, räumten wir die Stühle wieder zurück ins Zimmer, und Nils und ich machten uns auf den Heimweg.
17. – 22. Oktober: Noch mehr Besuch
von Bine
So schön es hier auch ist, so ist es doch nicht immer leicht (eigentlich nie!), weit weg von Familie und Freunden zu sein. Und besonders merkt man das natürlich zu Anlässen wie Geburtstagen oder ähnlichem. Meinen ersten Geburtstag in der Fremde habe ich aber alles andere als alleine verbracht, denn meine Eltern hatten sich zum Besuch angesagt.
Donnerstag: Am Tag vor
dem Geburtstag holte ich die beiden vom Flughafen ab. In der Wohnung bezogen
sie das Gästezimmer und bekamen eine kurze Führung durch die Wohnung.
Als Nils dann nach Hause kam, saßen wir gemütlich beisammen,
aßen das vorbereitete Essen und schnackten noch eine ganze Weile.
Freitag: Mein
Geburtstag. Mit meinen Eltern frühstückte ich gemütlich und lange, bevor wir
nach Konstanz spazierten. Als wir ankamen, war Nils schon fast von der Arbeit
zurück, so verabredeten wir uns mit ihm am Hafen. Er ging dann mit Papa in ein
Café, während ich mit Mama die Stadt unsicher machte. Lange waren wir
allerdings nicht unterwegs, da ich für abends einen Tisch reserviert hatte.
Also gingen wir nach Hause, machten uns ausgehfein und brachen dann wieder auf.
Am Restaurant trafen wir und mit D., C. und S. Das Essen war
sehr lecker, und die Runde war prima. D. mit seiner Familie musste am nächsten
Tag schon wieder auf die Heimreise gehen. Sie berichteten ausführlich von ihren
Abenteuern am Bodensee. Besonders vom Säntis schwärmten sie, und das passte uns
ganz gut, denn den Ausflug hatten wir uns für das Wochenende auch vorgenommen.
S. langweilte sich bei all den Erwachsenengesprächen wohl
ein bisschen, und so brachte sie uns dazu, „Stille Post“ zu spielen. Reihum
dachten wir uns ein Wort oder einen Satz aus und schickten ihn flüsternd auf
die Reise von Ohr zu Ohr. Wir hatten einen Heidenspaß und die Zeit verging wie
im Fluge.
Samstag: Eigentlich
wollten wir am Sonntag zum Säntis, aber nach einem Blick auf die
Wetterprognosen warfen wir den Plan um und fuhren schon am Samstag dort hin.
Nach dem Frühstück trödelten wir ganz schön herum, so dass wir erst sehr spät
aus dem Haus kamen. Von uns aus fährt man noch mal etwa 1,5 Stunden zum
Hausberg des Kantons St. Gallen, daher hatten wir etwas Angst, dass wir
Schwierigkeiten mit der Parkplatzsuche bekommen könnten.
In Wirklichkeit war es aber wohl ganz gut, dass wir später
dran waren, denn wir bekamen einen der besten Parkplätze überhaupt.
Der Säntis ist 2.500 m hoch, und man erklimmt ihn mit einer
Seilbahn, die steil nach oben führt und auf der gesamten Strecke nur von 2
Pfeilern abgestützt wird.
| Keine Fototapete, nein! Das ist der echte Ausblick da oben. |
Oben angekommen stockt einem der Atem. Das ist so ein
unglaublicher Ausblick, dass man ihn mit Worten nicht beschreiben kann. Und
auch die Fotos werden dem Ganzen nicht gerecht. Wir hatten perfektes Wetter und
eine tolle Fernsicht.
Auf mehreren Ebenen kann man in verschiedene Richtungen
blicken und sich umhauen lassen von dieser Berglandschaft. Von den Ausblicken
konnten wir uns kaum trennen, aber es lockte uns eine Kaffeepause, die wir dann
auch in luftiger Höhe mit Ausblick genießen konnten.
Auf der Autofahrt zurück nach Hause beratschlagten wir, wo
wir noch etwas essen könnten. Nils hatte einen Italiener heraus gesucht, der
sich in Konstanz großer Beliebtheit erfreut. Nach ewig langer Parkplatzsuche
stellten wir den Wagen in einem Parkhaus ab und liefen zu dem Restaurant. Dort
standen schon andere Leute vor der Tür und warteten auf eine Chance,
eingelassen zu werden. Wir waren hungrig und wollten nicht warten, daher
machten wir kehrt. Auf dem Weg zurück zum Auto kamen wir an einem Lokal vorbei,
dass gutbürgerlich aussah, und dort kehrten wir dann ein. Auch innen drin war
alles sehr gediegen. Zu unserer großen Verwunderung bestand die Speisekarte
dann aber aus Pizza- und Dönergerichten. Wir fanden trotzdem etwas und
bestellten. Trauriges Fazit: Service und
Essen waren unterdurchschnittlich, daher haben die uns hier zum ersten und
letzten Mal gesehen.
Sonntag: Papa wollte
unbedingt eine Schiffsfahrt auf dem Bodensee machen, daher entschlossen wir uns
zu einer Fahrt nach Friedrichshafen. Auf der Strecke fährt ein Katamaran und zu
der Zeit gab es gerade ein Angebot, dass den Ausflug zu einem sehr günstigen
Vergnügen werden ließ.
Ca. 1 Stunde dauert die Fahrt einmal quer über den See, und
zeitweile schliefen wir alle ein (außer Nils). In Friedrichshafen stellten wir
dann fest, dass ausgerechnet an dem Tag verkaufsoffener Sonntag und die ganze
Stadt brechend voll mit Menschen war. Wir wuselten uns durch, schauten hier
schauten dort und fanden sogar ein erstklassiges Handarbeitsgeschäft, in dem
ich meinen Wollvorrat für die Häkeldecke aufstocken konnte.
Zurück am Wasser suchten wir uns ein Café aus, dass fast aus
allen Nähten platzte vor lauter Menschen, aber der Kaffee und das Eis waren
sehr gut.
Auf der Rückfahrt fing es dann an zu regnen und leider
schüttete es auch noch, als wir in Konstanz ankamen. So mussten wir im Regen
nach Hause laufen, was wir aber auch überlebt haben.
Montag: Nilsi musste
wieder arbeiten, so machte ich mit Mama und Papa den letzten Ausflug alleine.
Stein am Rhein sollte es sein.
Wir stellten das Auto ab und spazierten durch den Ort, den
ich nun ja schon ganz gut kenne, weil fast alle Besucher hier her wollen. Ist
aber auch wirklich hübsch dort!
In einigen der kleinen Läden stöberten wir und fanden sogar
jeder etwas. Papa kaufte sich ein Schweizer Taschenmesser, Mama ein paar
Mitbringsel im Schokoladen und im Käseladen entdeckte ich den Rebchäsli aus der
Kartause, den wir so gerne mögen, und den ich dann auch sogleich noch für
unsere Freunde in Hamburg kaufte.
Auch hier gab es natürlich Kaffee und Kuchen, und die
Weiterreise nach Schaffhausen zum Rheinfall fiel dann wegen Lustlosigkeit aus.
In Kreuzlingen fuhren wir noch in den Supermarkt zum
Einkaufen, wo Mama aufgrund der Preise Schnappatmung bekam. Für abends kauften
wir Spätzle und andere Dinge ein und kochten dann unser letztes Abendessen
gemeinsam.
Dienstag: Abreisetag.
Wir frühstückten noch schön zusammen, dann wurden die letzten Dinge eingepackt,
und der Abschied kam. Ich brachte die beiden noch zum Bahnhof.
Dann machte ich mich daran, meine Siebensachen für meine
eigene Reise in die Heimat zusammen zu suchen.
23. – 30. Oktober: Auf Norddeutschland-Tournee
von Bine
Mittwoch: Mich hatte die
Sehnsucht nach dem Norden gepackt und so hatte ich mit Nils besprochen, dass
ich Ende Oktober für ein paar Tage in die alte Heimat fahren und die
Daheimgebliebenen besuchen würde.
So machte ich mich recht früh auf den Weg. Ich fuhr mit dem
Auto, da es für einen längeren Zeitraum immer praktischer ist, wenn man vor Ort
mobil sein will.
Mein erstes Ziel lag an der Nordseeküste; A., T. und die beiden
Mädels erwarteten mich. Per SMS hielt ich A. auf dem Laufenden und kam
schließlich nach langer Fahrt an. Die süßen Mädels strahlten, als sie mich
sahen, und wir freuten uns alle sehr über das Wiedersehen.
Ich durfte wieder bei der Großen im Zimmer schlafen, und so
half sie mir, mein Quartier zu beziehen. Dann setzten wir uns hin und machten,
was Frauen eben so machen: Quatschen. Als
T. von der Arbeit kam, gab es Suppe. Anschließend gingen die Kinder ins Bett
und die Erwachsenen quatschten weiter.
Donnerstag: Nach dem
Frühstück brachten wir die Große zum Kindergarten und gingen mit der Kleinen
zur Krabbelgruppe. Ganz niedlich: 12 Muttis mit Ihren Lütten, die auf der
Spieldecke herumrollten und durch den Raum wuselten.
Nach der Krabbelgruppe gingen wir noch kurz zum Einkaufen,
dann die Große abholen, Mittag essen, kurz schnacken, dann die Große zur
Tanzgruppe fahren, wieder schnacken, Große abholen, wieder schnacken.
T.s Stimmung war etwas gedrückt, weil für ihn eine
Weiterbildungsprüfung anstand. Nach einigem Fragen bekam ich heraus, dass ein
großer Bestandteil, über den er sich Sorgen machte, die Excel-Prüfung war. Hah,
da war er doch an der richtigen Adresse. Ich bot ihm meine Hilfe an, und so
setzten wir uns nach dem Abendessen an seinen Schreibtisch und gingen die
Tabellen durch, die erstellt und bearbeitet werden sollten.
Parallel dazu kam die befreundete Nachbarin vorbei und
schnitt der gesamten Familie (mich eingeschlossen) die Haare. So durfte ich
dabei sein, wie die Kleine den ersten Haarschnitt ihres Lebens bekam.
Freitag: An diesem Tag
sollte es zum Shoppen gehen. A. kommt ja im Alltag nicht unbedingt dazu, und
alleine mit 2 Kindern im Schlepptau ist das doch ein bisschen nervig. Zu zweit
macht es eh mehr Spaß, und daher hatten wir uns das für diesen Tag vorgenommen.
Die Große hatten wir vom Kindergarten abgemeldet, und so machten wir uns zu
viert auf den Weg nach Bremerhaven zum Columbus-Center. Hier kamen Erinnerungen
aus meiner Jugend hoch, denn in Bremerhaven waren wir ein paar Male mit der
Schule gewesen. Einiges konnte ich noch wieder erkennen, aber das meiste war
mir doch gänzlich unbekannt. Wir fuhren mit meinem Auto, daher lotste mich A.
souverän durch die Stadt, und am Ende bekamen wir sogar noch einen gut
gelegenen und gar nicht so teuren Parkplatz.
Die Große in Schach zu halten war mal einfacher, mal
schwieriger, aber wir kamen doch dazu, alle Geschäfte abzuklappern, die wir
wollten. Zum Schluss gab es noch für alle ein Eis. Die Kleine hatte kein
eigenes, durfte aber überall mal kosten und war völlig begeistert. Die Große
fand dann immer mehr Gefallen daran, ihre Schwester zu füttern, und so waren
beide happy. Einfach süß, die beiden!
Als wir nach Hause kamen, wollten wir T. verarschen. Er
befürchtete nämlich, dass wir unendlich viel Geld ausgeben würden und schwer
bepackt nach Hause kommen würden. Im Auto hatten wir uns schon schlapp gelacht
bei den fiesen Ideen, die wir hatten, z.B. anzurufen, dass er A. vom Bahnhof
abholen müsse, weil im Auto kein Platz mehr für sie gewesen war und andere
Geschichten dieser Art.
Wir hatten uns dann aber dafür entschieden, gemeinsam auf
den Hof zu fahren und die Große loszuschicken, ihren Papa zu holen, dass er den
Damen beim Schleppen der vielen Einkäufe hilft. Völlig genervt kam er an und
war echt ein bisschen sauer, als wir ihm eine winzige Tüte in die Hand
drückten, die die gesamten Einkäufe enthielt. Ihm war nicht nach Scherzen
zumute, da er wieder an den Excel-Aufgaben saß und wir ihn dabei unterbrochen
hatten, eine Tabelle mit der Stoppuhr zu erstellen. Schade, das hatten wir uns
so schön überlegt, aber es ging nach hinten los.
Später hatten wir noch großen Verkleidungsspaß. Da Halloween vor der Tür stand, hatte T. eine gruselige Maske bestellt, die an diesem Tag angekommen war. Wir probierten die Verkleidung abwechselnd an und lachten uns schlapp.
Später hatten wir noch großen Verkleidungsspaß. Da Halloween vor der Tür stand, hatte T. eine gruselige Maske bestellt, die an diesem Tag angekommen war. Wir probierten die Verkleidung abwechselnd an und lachten uns schlapp.
Samstag: Zeit zum
Abschied nehmen. Wir frühstückten noch und saßen ein wenig beieinander. Dann
fuhr ich los zu meinen Eltern, wo ich den Rest des Tages und die Nacht verbrachte.
Sonntag: Nachmittags fuhr ich nach Hamburg. Unsere Freunde waren für 1 Woche weg gefahren und erlaubten mir, ihre Wohnung zu nutzen.
Im Laufe des Tages bekam ich schon eine Nachricht von meiner Freundin M., die wissen wollte, wann ich denn endlich in HH sein würde. Ihre Tochter A. war schon ganz aufgeregt.
Als ich dann endlich ankam, war auch hier die Wiedersehensfreude groß, und es gab etliche Umarmungen. M. hatte gekocht, und so verbrachte ich den Abend bei M., S. und A. Wunderbar!
Im Laufe des Tages bekam ich schon eine Nachricht von meiner Freundin M., die wissen wollte, wann ich denn endlich in HH sein würde. Ihre Tochter A. war schon ganz aufgeregt.
Als ich dann endlich ankam, war auch hier die Wiedersehensfreude groß, und es gab etliche Umarmungen. M. hatte gekocht, und so verbrachte ich den Abend bei M., S. und A. Wunderbar!
Montag: Für diesen Tag hatte ich mir Bummeln in Hamburg vorgenommen. Ich war noch in der Wohnung, da bekam ich einen Anruf von M., dass sie früher von der Arbeit gehen könne, und ob wir nicht gemeinsam bummeln wollen. Cool!! Ich holte sie von der Arbeit ab, und wir fuhren ins Phoenix-Center. Dort klapperten wir einige Läden ab, dann ging es noch zu Toys'R'Us, wo M. mich bezüglich der Weihnachtsgeschenke für die Patenkinder beriet. War zwar noch ein bisschen hin bis Weihnachten, aber was man hat, das hat man.
Nach einem Käffchen war es Zeit, A. vom Kindergarten abzuholen. Das machten wir dann auch. Ich wollte noch weiter in die Stadt, und M. hatte sich überlegt, dass die beiden mich begleiten könnten, weil A. so gerne Auto fährt und das etwas ganz Besonderes für sie war.
So fuhren wir denn Richtung Reichsstaße und standen schon bald im Stau. Wir hörten zwar Radio, aber es kam keine Durchsage oder Info zu der Verkehrssituation. So blieben wir geduldig in der Blechkolonne stehen und warteten ab. Es ging sehr langsam voran, und wir brauchten 1 Stunde, um eine Strecke von 400 m zu bewältigen. Es war sehr windig, aber ich dachte mir nichts dabei.
Ich gab meinen Passagieren noch die Chance, es sich anders zu überlegen, aber sie wollten mich weiterhin begleiten.
OK, irgendwann waren wir dann auf der Schnellstraße und kamen ab da auch ganz gut durch bis in die Innenstadt. Ich parkte in der Europa-Passage und dort trennten sich dann unsere Wege. M. wollte mit A. die Bahn zurück nach Hause nehmen.
Nichts Böses ahnend bummelte ich zunächst durch die Europa-Passage, als mein Handy klingelte. M. war dran. Die Bahnen fuhren nicht mehr, Busverkehr wurde ebenfalls wegen des Sturms eingestellt. Es waren wohl etliche Bäume umgestürzt und blockierten so einige Bahnstrecken. Die restlichen Strecken sperrte man dann vorsichtshalber, bevor noch Leute zu Schaden kommen. Leider war M.s Akku fast leer, daher wurde unser Gespräch unterbrochen. Ich machte mir Sorgen, konnte aber nichts machen, da M. nicht mehr erreichbar war, und wir nicht darüber gesprochen hatten, wo wir jeweils waren. Also lief ich durch Karstadt und hatte gar keine richtige Lust mehr auf Shoppen, musste aber die Zeit 'rum kriegen, da ich später noch mit E. verabredet war. Auf dem Weg von Karstadt wieder 'rüber zur Passage lief ich direkt M. und A. in die Arme. Was für ein Zufall! Ich begleitete die beiden in einen Handyshop, wo M. fragte, ob sie vielleicht mal aben für 10 Minuten ihr Handy aufladen darf. Durfte sie, und in der Zwischenzeit lief ich hinunter in die U-Bahn in der Hoffnung, dass man irgendwo mal ein paar Infos über die aktuelle Lage bekommen würde. War aber nix. Die Leute standen herum, die Anzeige informierte nur über die Tatsache, dass der Bahnverkehr eingestellt war.
Langsam dämmerte mir, dass evtl. auch das Treffen mit E. dem Wetterchaos zum Opfer fallen könnte, daher rief ich sie an und sagte ihr, sie solle sich mal informieren, wie es bei ihr aussieht.
M. und A. wollten sich mit S. treffen, daher trennten sich unsere Wege wieder. Ziellos lief ich herum und wartete auf eine Rückmeldung von E. Als sie sich meldete, sagte sie mir, dass es aussichtslos sei, da wirklich keine einzige Bahnlinie mehr fuhr und auch der Autoverkehr zusammen gebrochen war.
Gut, nun stand ich da mit meinem Talent. Keine Verabredung mehr, keine Lust mehr auf Bummeln und keine Chance, den Verkehr nach Hause zu bewältigen.
So lief ich noch ein bisschen herum, schlug die Zeit tot und beobachtete den Verkehr auf der Lombardsbrücke. Es tat sich nicht viel dort. Unten in der Europa-Passage holte ich mir dann etwas zu essen. Der Anblick der vielen Menschen war unwirklich. So muss es auch aussehen, wenn Fluggesellschaften Flüge streichen und die Leute im Flughafen stranden und es sich irgendwie bequem machen. Auf den Bänken und den Böden saßen und hockten sie; ratlose Blicke überall.
Es nützte ja nichts; bevor ich mich nun mutlos dazu setze, konnte ich mich auch ins Auto setzen und gucken, wie weit ich kommen würde. Das machte ich dann auch. Die ersten 50 Minuten benötigte ich, um von meinem Parkplatz in der Tiefgarage bis ans Tageslicht zu kommen. Dann kroch ich am Ufer der Binnenalster entlang. Zwischendurch rief ich S. an und erkundigte mich nach deren Wohlergehen. Sie waren noch in der Innenstadt, also gab ich meine Position durch und kroch dann weiter. Nach 20 Minuten hatte ich mich ca. 50 m weiter voran bewegt, war aber nicht mehr alleine. Die Familie M., S. und A. hatte mich gefunden und war zugestiegen. A. war total kaputt und schlief recht schnell ein.
Irgendwann kamen wir zuhause an und waren völlig geschafft. So etwas hatte noch keiner von uns erlebt, und - wie wir am nächsten Tag erfuhren - Hamburg auch noch nicht.
Dienstag: War in der alten Firma, die ehemaligen Kollegen besuchen. Ganze 8 Stunden habe ich dort zugebracht, einen ganzen Arbeitstag. Ist das zu glauben?
Abends habe ich mich noch mal mit meinen Eltern und Geschwistern getroffen. Bei einem Italiener kehrten wir ein, und obwohl der Laden brechend voll war, hat man sich sehr liebevoll um uns gekümmert. Der Tisch war mit Rosenblättern geschmückt und wir bekamen alle zur Begrüßung einen Prosecco auf Kosten des Hauses. Bei der Reservierung hatte mein Bruder gesagt, dass wir 3 Geburtstage nachfeiern, und so war es ja auch.
Mittwoch: Heimfahrt. Knappe 8 Stunden Autofahrt. Nils konnte ich in Deutschland von der Arbeit abholen. Wir holten uns Pizza und freuten uns, dass wir einander wieder hatten.
31. Oktober – 03. November: Wieder in den Bergen
von Nils
Am 1. November fand im Kanton St. Gallen ein seltenes
Ereignis statt - ein Feiertag! Und dazu noch an einem Freitag. Dies nutzten wir
gnadenlos aus und fuhren über das lange Wochenende wieder nach Pontresina in
die Berge.
Sabine holte mich wieder direkt bei der Arbeit ab und wir
fuhren locker in etwas über 2 Stunden ins südliche Graubünden. Abends genossen
wir in der Hotel-Beiz ein sehr leckeres Essen.
Am Freitag fuhren wir nach dem Frühstück über den
Bernina-Pass nach Italien. Die Strecke ist wirklich atemberaubend. Zuerst geht
es langsam aber stetig bergauf bis auf über 2300 Meter. Dort liegt auch schon
Schnee. Danach folgt ein streckenmäßig kurzer, aber steiler und mit vielen
Serpentinen gespickter Abstieg. Und ehe man sich versieht, wird es warm und man
fährt über die Grenze nach Bella Italia. Sabine war völlig aus dem Häuschen,
und ich konnte diese Euphorie absolut nachvollziehen. Wenn man in Hamburg lebt,
ist Italien mit dem Auto grotesk weit weg. Vom Bodensee sind es aber nur 4, von
Pontresina aus gerade mal 1,5 Stunden.
In Tirano machten wir spontan Halt bei einem großen
Supermarkt und luden vor allem Nudeln und weitere klassisch-italienische
Kochzutaten in den Einkaufswagen. Die Preise (schön in €) sind selbst für
deutsche Verhältnisse günstig. Außerdem macht es Spaß, das Warenangebot in
ausländischen Supermärkten zu bestaunen.
Weiter ging unsere Fahrt Richtung Westen, immer entlang
eines kleinen Flusses. Nach etwa eineinhalb Stunden kamen wir am Ufer des Lago
di Como, des Comer Sees an. Die Landschaft ist wirklich schön hier, wenngleich
die Stimmung insgesamt eher gedämpft wirkte. Das lag auch am wolkigen Wetter,
aber vor allem daran, dass in dieser Übergangszeit zwischen dem Ende der
Sommer- und dem Beginn der Wintersaison viele Läden und Restaurants geschlossen
haben. Auf der Fahrt durch Colico am nördlichen Seeufer dachte ich fast, unser
Thermometer im Auto wäre defekt, da es 17 Grad anzeigte, aber die Italiener mit
Wollmützen und dicken Mänteln herumliefen. Es war aber tatsächlich so warm,
zumindest nach unseren Maßstäben.
Nach einem Abstecher zum Seeufer fuhren wir wieder über die Schweizer Grenze und über den Maloja-Pass nach Pontresina zurück. Abends hatten wir eigentlich vor, uns eine Kleinigkeit zum Mitnehmen zu holen, aber das ist hier aufgrund der Nebensaison und der generellen Abstinenz von Take-Away-Läden sehr schwer. Wir gingen dann doch wieder in die Hotel-Beiz, was erwartungsgemäß mit sehr leckerem Essen belohnt wurde.
Den Samstag begannen wir sehr relaxed mit einer Hot-Stone-Massage, die ich am Abend vorher spontan gebucht hatte. Das war sehr entspannend, und wir genossen danach noch den Ausblick vom Poolbereich auf das Bergpanorama. Gegen 13 Uhr riss die Wolkendecke auf, und wir fuhren nach Samedan und weiter nach Zemez. Sehr schöne Orte, tolle Strecke, aber auch hier nix zu Essen. Na schön, ein paar Kekse mussten reichen. Abends gingen wir dann ins Hauptrestaurant des Hotels. Dort genossen wir ein erstklassiges 4-Gänge-Menü mit Rehrücken als Hauptgang und einem abwechslungsreichen Nachtischbuffet.
Am Sonntag ging es dann bei sehr mäßigem Wetter wieder
zurück nach Kreuzlingen.
Freitag: Und die Besuchssaison ging weiter. Dieses Mal hatten sich meine Freundinnen aus Hamburg angesagt, und ich freute mich riesig, als ich S. und M. am Bahnhof in die Arme schließen konnte.
In der Wohnung gab es mal wieder eine Führung. M. kannte ja noch nichts, S. war ja schon mal da und guckte sich nun um, was sich verändert hatte. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und warteten auf Nils, der dann stürmisch von uns dreien begrüßt wurde. Für das Abendessen hatte ich mir eine kleine Überraschung überlegt. Bereits zu meinem Geburtstag wollte ich eigentlich in einem bestimmten Restaurant essen gehen, das aber zu dem Termin wegen Betriebsferien nicht geöffnet hatte. Nun kam endlich meine Chance, und nach einer ganzen Reihe von sehr netten E-Mails mit der Besitzerin freute ich mich total auf das Essen. Was daran so besonders war? Ich wollte Käsefondue essen, und das wird hier gar nicht in jedem Restaurant serviert und schon gar nicht das ganze Jahr über. Die Saison für das Chäs-Fondue ist ab November, teilweise auch schon Ende Oktober. Und an diesem bestimmten Gasthaus reizte mich die besondere Location, die man dort für die Fondue-Saison schafft: ein entzückender kleiner Holzanbau, Sägespäne auf dem Boden und alles liebevoll dekoriert. Wer mal gucken will: hier.
Und die Bilder versprechen nicht zu viel. Das Ambiente ist großartig, genau so wie das Essen und der Service. Wir hatten viel Spaß, aßen uns satt und schnackten auch zuhause noch weiter.
Samstag: Nach einem gemeinsamen Frühstück gingen wir 3 Damen nach Konstanz zum Bummeln. Wir wählten den Weg über den Kreuzlinger Hafen, wo natürlich am Schild an der Grenze die obligatorischen Fotos gemacht wurden. Dann weiter in die Konstanzer Altstadt, zum Münster und durch die Fußgängerzone.
Sonntag: So ein Wochenende ist ja kurz, und wenn man mit lieben Menschen zusammen ist, vergeht es auch noch wie im Fluge. Nach dem Ausschlafen und Frühstück saßen wir noch eine ganze Weile zusammen, redeten und genossen das Beisammensein. Nachmittags brachte ich die Mädels zum Bahnhof und sie traten die Heimreise an.
Wien ist ja so ein Dauerthema bei manchen Leuten. Die liebe I. ist so jemand. Sie hat sich in die Stadt verliebt und mittlerweile einige von uns dahin geschleift. Und was soll ich sagen: Die Liebe hat abgefärbt. Auch wir mögen Wien sehr und kommen gerne hier hin.
Im letzten Jahr und auch Anfang 2013 hatten wir versucht, wieder einen gemeinsamen Kollegenausflug zu organisieren, aber aus verschiedenen Gründen war das gescheitert. Nun brachte I. das Thema im September oder so wieder auf und diesmal fanden wir uns schnell in einer Gruppe von 6 Leuten zusammen, die Lust hatten und das 3-für-2-Angebot des Hotels gleich buchten. 6 Leute, das sind I., D., Mt., Mk., Nils und ich.
Freitag: I. hatte ihren Flug schon für ganz früh morgens gebucht und war somit schon vor allen anderen in Wien. Mit dem Hotel hatte sie schon vorher geklärt, dass wir alle zusammen gehören und es daher schön wäre, wenn unsere Zimmer dicht nebeneinander sein könnten. Sehr nett vom Hotel, dass sie es tatsächlich eingerichtet hatten, dass unsere 4 Zimmer direkt nebeneinander lagen.
Nils und ich trafen uns in Weinfelden in der Bahn und trafen gegen 18 Uhr in Wien ein. Mit der S-Bahn dann zum Hotel, wo I. schon bereit stand, um uns zu begrüßen. Die restlichen 3 trafen kurz nach uns ein, obwohl sie später am Flughafen angekommen waren und den Bus genommen hatten.
Wir bezogen die Zimmer und fanden uns dann alle bei I. im Zimmer ein, die schon Sekt und Knabbereien besorgt hatte, so dass wir Wiedersehen feiern und erste Pläne für die nächsten Tage schmieden konnten.
Da die meisten direkt von der Arbeit abgereist sind und es schon abends war, hatten wir Hunger und wollten etwas in den Magen bekommen.
Ich könnte mich jetzt ewig lange über die Irrungen und Wirrungen dieses Abends auslassen, aber das schenke ich mir mal. Nur so viel: wir sind elendig lange durch die Gegend gelaufen, teilweise im Regen. Die Laune wurde schlechter, der Hunger größer, aber ein Restaurant war nicht aufzufinden. Wir hatten gehofft, im Umkreis des Hotels etwas zu finden.
Schließlich entschlossen wir uns dazu, in die Innenstadt zu fahren, und dort stürmten wir in den ersten Laden, der einigermaßen einladend aussah. Es war eine verrauchte Bar mit einem Nichtraucherbereich zum Essen. Wir quetschten uns in eine recht enge Ecke und bestellten. Das Essen war in Ordnung, aber alles andere als eine Offenbarung. Wir trösteten uns damit, dass wir für den nächsten Abend eine Reservierung beim Figlmüller hatten, DER Adresse für Wiener Schnitzel.
Nach dem Essen vertraten wir uns noch ein wenig die Beine und kehrten dann zum Hotel zurück.
Für dieses Jahr hatten wir uns vorgenommen, eine Reihe Weihnachtskarten zu
verschicken. Um die etwas persönlicher zu gestalten, wollten wir ein paar Fotos aufnehmen. Mir schwebten Fotos im Schnee vor oder mit Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. In Konstanz auf dem Weihnachtsmarkt haben wir irgendwie nie Glühwein getrunken oder keine Kamera dabei gehabt. Schnee gab es am Bodensee in diesem Winter auch noch nicht, und so schlug Nils vor, ein wenig in höhere Lagen zu fahren, um dort eine weiße Landschaft vorzufinden.
15. – 17. November: Besuch aus Hamburg
von Bine
Freitag: Und die Besuchssaison ging weiter. Dieses Mal hatten sich meine Freundinnen aus Hamburg angesagt, und ich freute mich riesig, als ich S. und M. am Bahnhof in die Arme schließen konnte.
In der Wohnung gab es mal wieder eine Führung. M. kannte ja noch nichts, S. war ja schon mal da und guckte sich nun um, was sich verändert hatte. Wir setzten uns ins Wohnzimmer und warteten auf Nils, der dann stürmisch von uns dreien begrüßt wurde. Für das Abendessen hatte ich mir eine kleine Überraschung überlegt. Bereits zu meinem Geburtstag wollte ich eigentlich in einem bestimmten Restaurant essen gehen, das aber zu dem Termin wegen Betriebsferien nicht geöffnet hatte. Nun kam endlich meine Chance, und nach einer ganzen Reihe von sehr netten E-Mails mit der Besitzerin freute ich mich total auf das Essen. Was daran so besonders war? Ich wollte Käsefondue essen, und das wird hier gar nicht in jedem Restaurant serviert und schon gar nicht das ganze Jahr über. Die Saison für das Chäs-Fondue ist ab November, teilweise auch schon Ende Oktober. Und an diesem bestimmten Gasthaus reizte mich die besondere Location, die man dort für die Fondue-Saison schafft: ein entzückender kleiner Holzanbau, Sägespäne auf dem Boden und alles liebevoll dekoriert. Wer mal gucken will: hier.
Und die Bilder versprechen nicht zu viel. Das Ambiente ist großartig, genau so wie das Essen und der Service. Wir hatten viel Spaß, aßen uns satt und schnackten auch zuhause noch weiter.
Samstag: Nach einem gemeinsamen Frühstück gingen wir 3 Damen nach Konstanz zum Bummeln. Wir wählten den Weg über den Kreuzlinger Hafen, wo natürlich am Schild an der Grenze die obligatorischen Fotos gemacht wurden. Dann weiter in die Konstanzer Altstadt, zum Münster und durch die Fußgängerzone.
Sonntag: So ein Wochenende ist ja kurz, und wenn man mit lieben Menschen zusammen ist, vergeht es auch noch wie im Fluge. Nach dem Ausschlafen und Frühstück saßen wir noch eine ganze Weile zusammen, redeten und genossen das Beisammensein. Nachmittags brachte ich die Mädels zum Bahnhof und sie traten die Heimreise an.
22. – 25. November: Mal wieder Wien
von Bine
Wien ist ja so ein Dauerthema bei manchen Leuten. Die liebe I. ist so jemand. Sie hat sich in die Stadt verliebt und mittlerweile einige von uns dahin geschleift. Und was soll ich sagen: Die Liebe hat abgefärbt. Auch wir mögen Wien sehr und kommen gerne hier hin.
Im letzten Jahr und auch Anfang 2013 hatten wir versucht, wieder einen gemeinsamen Kollegenausflug zu organisieren, aber aus verschiedenen Gründen war das gescheitert. Nun brachte I. das Thema im September oder so wieder auf und diesmal fanden wir uns schnell in einer Gruppe von 6 Leuten zusammen, die Lust hatten und das 3-für-2-Angebot des Hotels gleich buchten. 6 Leute, das sind I., D., Mt., Mk., Nils und ich.
Freitag: I. hatte ihren Flug schon für ganz früh morgens gebucht und war somit schon vor allen anderen in Wien. Mit dem Hotel hatte sie schon vorher geklärt, dass wir alle zusammen gehören und es daher schön wäre, wenn unsere Zimmer dicht nebeneinander sein könnten. Sehr nett vom Hotel, dass sie es tatsächlich eingerichtet hatten, dass unsere 4 Zimmer direkt nebeneinander lagen.
Nils und ich trafen uns in Weinfelden in der Bahn und trafen gegen 18 Uhr in Wien ein. Mit der S-Bahn dann zum Hotel, wo I. schon bereit stand, um uns zu begrüßen. Die restlichen 3 trafen kurz nach uns ein, obwohl sie später am Flughafen angekommen waren und den Bus genommen hatten.
Wir bezogen die Zimmer und fanden uns dann alle bei I. im Zimmer ein, die schon Sekt und Knabbereien besorgt hatte, so dass wir Wiedersehen feiern und erste Pläne für die nächsten Tage schmieden konnten.
Da die meisten direkt von der Arbeit abgereist sind und es schon abends war, hatten wir Hunger und wollten etwas in den Magen bekommen.
Ich könnte mich jetzt ewig lange über die Irrungen und Wirrungen dieses Abends auslassen, aber das schenke ich mir mal. Nur so viel: wir sind elendig lange durch die Gegend gelaufen, teilweise im Regen. Die Laune wurde schlechter, der Hunger größer, aber ein Restaurant war nicht aufzufinden. Wir hatten gehofft, im Umkreis des Hotels etwas zu finden.
Schließlich entschlossen wir uns dazu, in die Innenstadt zu fahren, und dort stürmten wir in den ersten Laden, der einigermaßen einladend aussah. Es war eine verrauchte Bar mit einem Nichtraucherbereich zum Essen. Wir quetschten uns in eine recht enge Ecke und bestellten. Das Essen war in Ordnung, aber alles andere als eine Offenbarung. Wir trösteten uns damit, dass wir für den nächsten Abend eine Reservierung beim Figlmüller hatten, DER Adresse für Wiener Schnitzel.
Nach dem Essen vertraten wir uns noch ein wenig die Beine und kehrten dann zum Hotel zurück.
Samstag: Wir wollten an diesem Morgen zu Staud's, einem berühmten Wiener Konfitüren-Hersteller, der einen kleinen Laden am Brunnenmarkt hat. Aus dem Reiseführer hatten wir heraus gesucht, wie wir da hin kommen und fuhren mit der Bahn. An der Station angekommen ließen wir uns zunächst von D. mit seinem Handy-Navi im Kreis herum führen, bevor wir dann auf dem Brunnenmarkt landeten und schließlich auch den Shop fanden. Hier gibt es viele Köstlichkeiten in kleinen und großen Gläsern. Jeder fand etwas und so konnten wir uns mit der Beute au den weiteren Weg machen. Nächste Station war der Naschmarkt, ebenfalls eine Wiener Attraktion.
Dort waren einige von uns schon gewesen, daher gab es hier beim Auffinden keine Probleme. Die Marktstände dort reichen von Obst und Gemüse über Gewürze, Liköre, Schokolade und Delikatessen bis hin zu Billigklamotten. Samstags schließt sich hinten noch ein Flohmarkt an, den wir allerdings nicht besuchten. Wir liefen den Markt auf und ab, genehmigten uns hier einen Punsch, dort einen Kaffee und kauften ein paar Kleinigkeiten. Zu Fuß schlenderten wir in die Innenstadt und ließen das städtische Treiben auf uns wirken.
Mittlerweile war es schon Nachmittag und wir waren schon eine ganze Weile unterwegs. Da wir abends auch noch einiges auf dem Programm stehen hatten, kehrten wir ins Hotel zurück und ruhten uns ein wenig aus - jeder so, wie er Lust hatte.
Am frühen Abend trafen wir uns dann und machten uns wieder auf zur Bahn. Ziel war die Innenstadt und der Figlmüller. Dort hatte Nils schon vor Monaten reserviert, was man auch machen muss, wenn man in der schnuckeligen kleinen Filiale in der Wollzeile einen Tisch haben möchte.
Der Laden war - wie immer - brechend voll, und auch an unserem Tisch saß schon ein Paar. Die wurden aber schnell vom Kellner vertrieben; da kennen die hier nix. Wir bestellten und mussten dann auch nicht lange auf unser Essen warten. Die meisten hatten Schnitzel; ich hatte mich schon seit Wochen auf den köstlichen Tafelspitz gefreut, von dem ich auch jeden Bissen genoss. Nach dem Essen noch einen Absacker und dann war es auch schon Zeit, weiter zu ziehen. Dieses Lokal ist nicht dazu gemacht, dass man nach dem Essen noch ewig lange sitzt und sich an einem Getränk fest hält. Vorher drückte aber noch die Blase, und - obwohl ich bereits 3 mal hier zum Essen war - probierte ich nun zum erstem Mal die Außentoilette aus. Das Restaurant an sich ist so winzig, dass für ein WC einfach kein Platz ist. Daher hat man es draußen in einem kleinen Anbau untergebracht. Man nimmt sich einen Schlüssel, der im Gastraum hängt und geht dann 'raus. Man muss sich dann durch die Massen von Menschen schlängeln, die vor der Tür stehen und darauf warten, trotz fehlender Reservierung das Glück zu haben, eingelassen zu werden. Die Toilette ist dann auch wieder winzig klein, aber ordentlich. Rund um ist der Figlmüller einfach ein Gesamtkunstwerk und -erlebnis.
Nach so gutem Essen will man sich natürlich noch ein wenig die Beine vertreten, weshalb wir unseren Rundgang durch die Stadt fort setzten. Wir gingen zum Rathaus, denn dort ist der größte Weihnachtsmarkt Wiens. Und der ist wirklich groß! Die meisten Buden sind nichts besonderes, aber zu Gucken und Trinken gab es reichlich. Mt. und ich wollten gerne einen richtig leckeren Kakao haben. Während die anderen sich aber schon am zweiten oder dritten Glühwein labten, wurde uns immer nur der mit heißem Wasser aufgegossene Mist angeboten, was wir lieber verschmähten.
Dann aber kamen wir an einer Bude vorbei, die wirklich etwas Besonderes war, und genau das hatte, was wir suchten. In der Mitte prangte eine große Schokoladenfontäne, so eine mit 4 Etagen. Daneben standen Plastikbecher mit allerlei frischem Obst, dass man sich mit flüssiger Schokolade übergießen lassen konnte. Und auf einem Schild wurde auch Kakao angeboten. Ich erkundigte mich, wie die den Kakao machen würden, und was mir da geschildert wurde, das überzeugte mich völlig. Wir bestellten 2 mal Kakao und beobachteten dann die Herstellungszeremonie: In die Becher wurde zuerst eine große Kelle flüssige Schokolade aus der Fontäne gegeben. Dann wurde alles mit Kakao (also Kakaopulver und heißer Milch) aufgefüllt und mit einem kleinen Quirl sorgfältig vermengt. Soooooo lecker!!! An die Kalorien darf man bei so etwas natürlich nicht denken, aber es war köstlich!
Dann aber kamen wir an einer Bude vorbei, die wirklich etwas Besonderes war, und genau das hatte, was wir suchten. In der Mitte prangte eine große Schokoladenfontäne, so eine mit 4 Etagen. Daneben standen Plastikbecher mit allerlei frischem Obst, dass man sich mit flüssiger Schokolade übergießen lassen konnte. Und auf einem Schild wurde auch Kakao angeboten. Ich erkundigte mich, wie die den Kakao machen würden, und was mir da geschildert wurde, das überzeugte mich völlig. Wir bestellten 2 mal Kakao und beobachteten dann die Herstellungszeremonie: In die Becher wurde zuerst eine große Kelle flüssige Schokolade aus der Fontäne gegeben. Dann wurde alles mit Kakao (also Kakaopulver und heißer Milch) aufgefüllt und mit einem kleinen Quirl sorgfältig vermengt. Soooooo lecker!!! An die Kalorien darf man bei so etwas natürlich nicht denken, aber es war köstlich!
Zurück gingen wir wieder durch die Innenstadt und dann mit der Bahn zum Hotel. Hier setzten wir uns noch in die Bar und bestellten einen Schlummertrunk.
Sonntag: Wir wollten uns ein bisschen weiter die Stadt anschauen. Es regnete, und wir waren zu geizig für die Hop-On-Hop-Off-Tour. Also beschlossen wir, aus unseren 3-Tages-Tickets für die Öffentlichen Verkehrsmittel das meiste herauszuholen und mit der Straßenbahn ein wenig herum zu fahren. Auf diese Weise kann man manche Städte auch ganz gut angucken und hat nur einen Bruchteil der Kosten. Das erste Ziel war das Hundertwasserhaus. Als wir ankamen regnete es reichlich, so dass wir nicht im Freien herum stehen wollten, sondern uns in den Souvenir-Shop / Galerie / Café verkrochen. Dort stöberte jeder für sich ein bisschen herum, bis wir uns in der Mitte an der Bar wieder trafen, wo wir einen Kaffee tranken und uns berieten, wie es angesichts des heftigen Regens weitergehen sollte. Zunächst wollten wir wieder in die Bahn steigen und herum fahren. Leider mussten wir feststellen, dass am Prater Endstation dieser Straßenbahnlinie war und wir nicht sitzen bleiben durften, sondern den Waggon verlassen mussten. Und wir waren hier nicht etwas an dem interessanten Ende des Praters, dort wo das Riesenrad und die anderen Fahrgeschäfte sind. Nein, uns hatte es in die hinterletzte Ecke verschlagen, wo rein gar nichts war als Park und die Haltestelle, wo aber in absehbarer Zeit nichts mehr fahren würde. So stiefelten wir durch den Regen Richtung anderes Ende des Praters und waren auch wirklich froh, als dann endlich die ersten Buden und Karussells auftauchten. Die meisten waren allerdings geschlossen. Als uns dann tatsächlich irgendwann die Zivilisation zurück hatte und es etwas belebter wurde, entdeckten die Jungs eine Kartrennbahn. Sie kauften sich Tickets und lieferten sich ein heißes Rennen. Wir Mädels standen am Rand und jubelten ihnen zu. Was für ein Spaß!
Der Regen war zwischenzeitlich etwas weniger geworden; der Himmel sah aber immer noch bedeckt aus. Wir beschlossen uns, Madame Tussaud anzusehen und dabei auch noch Geld zu sparen. Wenn man nämlich über das Internet die Karten reserviert, bekommt man einen Rabatt auf den Eintritt. Nun wurde stundenlang mit verschiedenen Handys versucht, diese Reservierung zu machen, allerdings mit mäßigem Erfolg. Unsere Gruppe begann schon, sich zu zerstreuen, als dann endlich jemand es fertig gebracht hatte. Wir stellten uns in die Schlange, bekamen unsere ermäßigten Tickets und durften eintreten.
Ich war schon einmal in Hamburg auf der Reeperbahn im Panoptikum, was ich nicht sooo aufregend fand, weshalb ich auch an Madame Tussaud keine großen Erwartungen hatte. Allerdings wurde ich positiv überrascht. Aus Politik, Adel, Sport und Show-Business sind Personen aus der Geschichte und der Gegenwart nachgebildet. Die Figuren sind in einer passenden Kulisse aufgestellt und oft hängen auch noch Accessoires herum, die man sich als Besucher nehmen und für Fotos nutzen kann. Das machte riesigen Spaß. Wir posierten mit allen möglichen Personen und Dingen und versuchten uns mit den Posen zu übertreffen. Mein Highlight war, als die 3 Männer sich mit verrückten Perücken zu Lady Gaga gesellten und ein tolles Gruppenfoto schossen.
Etwa 1 Stunde verbrachten wir hier, die im Fluge verging. Vor dem Prater machten wir dann noch ein paar Fotos mit dem berühmten Riesenrad im Hintergrund und stiegen dann wieder in die Bahn. In der Nähe der Innenstadt stiegen wir aus und suchten uns ein Café aus, in dem Mt. und Mk. schon einmal waren. Wir bestellten Kaffee, Kuchen und Kaiserschmarr'n und beobachteten das gemischte Volk, das sich hier herum trieb.
Für das Abendessen hatten wir nun doch endlich herausgefunden, dass es in der Nähe des Hotels etwas gab. Das Restaurant konnten wir zu Fuß erreichen, allerdings in der anderen Richtung als die, die wir am ersten Abend eingeschlagen hatten. Versteckt aber schön am Wasser gelegen gibt es hier ein Gasthaus, das für uns einen Tisch in einem kleinen Nebenraum hergerichtet hatte. Das Essen war prima und auch der Service war aufmerksam und nett.
Hinterher fuhren wir wieder in die Stadt, denn wir wollten noch einen anderen Weihnachtsmarkt ausprobieren. Es war allerdings schon spät und alle Buden geschlossen. Alle Buden? Nein, eine Punschbude mit selbstgemachtem Glühwein zu Studentenpreisen war noch geöffnet und dort holten wir uns was zu trinken. Den Punsch mussten wir allerdings schnell hinunter stürzen, denn auch die Mädels an diesem Stand wollten nun Feierabend machen, was man ja verstehen kann, wenn alles um einen herum bereits dunkel und geschlossen ist.
Also fuhren wir zurück ins Hotel, wo wir uns von D. verabschiedeten, denn der musste am nächsten Morgen bereits früh aus den Federn, da er um 9 Uhr im Büro in Hamburg sein wollte. Wir anderen hatten unseren Rückflug erst für den frühen Abend geplant.
Montag: Frühstück nur noch zu fünft. "Finde den Fehler", das wurde zu unserem Spruch des Wochenendes, angelehnt an einige Plakate, die in den Bahnstationen hingen. Der heutige Fehler war eindeutig, dass D. nicht mehr da war.
Nach dem Frühstück packten wir unsere Siebensachen zusammen und trafen uns an der Rezeption zum Auschecken. Das Gepäck gaben wir noch zur Aufbewahrung ab und machten uns dann auf den Weg zu einem Shoppingzentrum am Stadtrand. Wir dachten von der Karte her, dass wir die Strecke locker laufen könnten, allerdings stellte sich die Entfernung dann doch deutlich weiter heraus als gedacht. Der Wind blies uns kalt um die Ohren, aber es nützte ja nichts, nun mussten wir weiter gehen.
Die Männer waren schneller und liefen ein ganzes Stück voraus. Wir Damen waren in unsere Unterhaltung vertieft und trotteten hinterher. Vor uns lief noch ein anderer Typ, der irgendwie einen Schaden zu haben schien. Einem anderen Mann, der vor ihm lief, verpasste er eine Kopfnuss, und außerdem laberte er die ganze Zeit vor sich hin. Wir überholten ihn, und ab dann lief er hinter uns her und beschimpfte uns. Wir bemühten uns, mehr Abstand zwischen uns und ihn zu bringen, aber er ließ sich nicht abschütteln. Unsere Männer verringerten ihr Tempo und bald gingen wir wieder zusammen. Kurz vor unserem Ziel standen an der Kreuzung mehrere Polizistinnen. Die informierten wir über den durchgeknallten Typen. Dann gingen wir weiter in das Shoppingzentrum. Dort stöberten wir durch diverse Geschäfte. Ich kaufte ein paar CDs, ansonsten war nichts weltbewegendes dabei.
Als wir alles gesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg - diesmal mit der Bahn. Im Hotel holten wir die Koffer und fuhren dann in die Stadt, wo wir am Cityterminal die Koffer aufgaben. Von der Last befreit konnten wir nun noch einen weiteren Konsumtempel aufsuchen, der allerdings auch nicht viel zu bieten hatte. Wir entschieden uns für ein leckeres Essen im Vapiano. Dann hatten wir die Zeit auch gut herumgekriegt. Wir bestiegen den CAT, fuhren zum Flughafen, verabschieden uns und trennten uns dann. Die anderen 3 flogen zurück nach Hamburg, wir kehrten nach Kreuzlingen zurück.
Ein prima Wochenende!
08. Dezember: Weihnachtsmarkt in Appenzell und in St. Gallen, Fotos machen für unsere Weihnachtskarten
von BineFür dieses Jahr hatten wir uns vorgenommen, eine Reihe Weihnachtskarten zu
verschicken. Um die etwas persönlicher zu gestalten, wollten wir ein paar Fotos aufnehmen. Mir schwebten Fotos im Schnee vor oder mit Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. In Konstanz auf dem Weihnachtsmarkt haben wir irgendwie nie Glühwein getrunken oder keine Kamera dabei gehabt. Schnee gab es am Bodensee in diesem Winter auch noch nicht, und so schlug Nils vor, ein wenig in höhere Lagen zu fahren, um dort eine weiße Landschaft vorzufinden.
Das machten wir auch. Nils hatte recherchiert, dass der Weihnachtsmarkt in Appenzell einer der schönsten sein sollte und passenderweise war es dort in der Gegend auch tüchtig verschneit. Also setzten wir uns ins Auto und fuhren die gute Stunde nach Appenzell. Leider waren wir bei Weitem nicht die Einzigen, die diese Idee hatten, denn der Verkehr rund um den Weihnachtsmarkt wurde schon von Polizisten geregelt. Man wies uns in eine Richtung vom Markt weg, und so mussten wir ein ganzes Stück laufen, aber das war nur deswegen blöd, weil es ziemlich glatt war, und ich ja eine latente Neigung dazu habe, mich bei Glatteis vor allen Menschen auf die Nase zu legen.
Nils hakte mich fürsorglich unter, und so kamen wir sicher und ohne Blessuren am Ziel an. Zunächst waren wir enttäuscht, denn da waren 2 jämmerliche Buden und ein paar geöffnete Geschäfte, aber sonst nichts. Frustriert liefen wir im Ort herum und fanden dann doch noch endlich einen Platz, an dem ordentlich was los war. Hier waren auch mehr Buden, und Nils checkte gleich das Essensangebot. Ich war mehr auf die vielen Handwerksstände aus, denn das schien hier das Tolle zu sein: kein billiger Schnickschnack 'made in China', sondern Handwerk aus der Schweiz. Ganz viel Gestricktes, Gefilztes, Getöpfertes und Geschnitztes. Nur die Holzbuchstaben, die wir seit über einem Jahr verzweifelt suchen, die scheint es nirgend zu geben.
Zur Stärkung gab es für jeden von uns eine Portion Raclette, die exzellent war, auch wenn die Herren, die das zubereiteten etwas ungeschickt wirkten. Zum Nachtisch gebackene Apfelringe (köstlich) und einen Kinderpunsch (schrecklich).
Der Markt war wirklich ganz nett, aber auch klein und ziemlich überfüllt. So beschlossen wir zum Auto zurück zu gehen und in die Landschaft zu fahren, um unsere Fotos zu machen. Auf dem Weg zum Auto meldeten sich die Blasen, und wir konnten es fast nicht aushalten. Die einzige Möglichkeit, die sich uns bot, war ein Klamottengeschäft, in das wir hinein stürmten. Dort war man sehr nett und ließ uns auf's Personalklo gehen. Außerdem bot man und gleich noch einen Punsch an und so stöberten wir ein wenig herum. Tatsächlich wurden wir beide fündig und verließen mit einem Schal (Nils) und einem Tuch (Sabine) das Geschäft.
Langsam stand die Sonne schon immer tiefer, und wir hatten ein wenig Bedenken, ob wir bei dem Licht überhaupt noch Fotos würden machen können. Wir fanden außerhalb des Ortes eine Stelle, die eine große Fläche unberührten Schnees und etwas bergige Landschaft bot. Dort machten wir dann unser Shooting und hatten großen Spaß.
Der Heimweg führte uns noch an St. Gallen vorbei, und auch hier sollte es einen netten Weihnachtsmarkt geben. Wenn man schon mal in der Gegend ist, kann man da ja gleich mal halt machen, und so stellten wir das Auto in ein Parkhaus und liefen in die Innenstadt. Was uns da aber erwartete, war mehr als enttäuschend. Einen so erbärmlichen und jämmerlichen Weihnachtsmarkt hatten wir noch nie gesehen. Wir zogen gleich weiter zu einer Kirche, vor der eine riesige beleuchtete Tanne stand. Hier wollten wir auch noch Fotos machen. Allerdings fummelten wir ewig mit dem Selbstauslöser herum, und die Fotos waren am Ende nicht der Rede wert. Also kehrten wir dann nach Hause zurück.
Nils hakte mich fürsorglich unter, und so kamen wir sicher und ohne Blessuren am Ziel an. Zunächst waren wir enttäuscht, denn da waren 2 jämmerliche Buden und ein paar geöffnete Geschäfte, aber sonst nichts. Frustriert liefen wir im Ort herum und fanden dann doch noch endlich einen Platz, an dem ordentlich was los war. Hier waren auch mehr Buden, und Nils checkte gleich das Essensangebot. Ich war mehr auf die vielen Handwerksstände aus, denn das schien hier das Tolle zu sein: kein billiger Schnickschnack 'made in China', sondern Handwerk aus der Schweiz. Ganz viel Gestricktes, Gefilztes, Getöpfertes und Geschnitztes. Nur die Holzbuchstaben, die wir seit über einem Jahr verzweifelt suchen, die scheint es nirgend zu geben.
Zur Stärkung gab es für jeden von uns eine Portion Raclette, die exzellent war, auch wenn die Herren, die das zubereiteten etwas ungeschickt wirkten. Zum Nachtisch gebackene Apfelringe (köstlich) und einen Kinderpunsch (schrecklich).
Der Markt war wirklich ganz nett, aber auch klein und ziemlich überfüllt. So beschlossen wir zum Auto zurück zu gehen und in die Landschaft zu fahren, um unsere Fotos zu machen. Auf dem Weg zum Auto meldeten sich die Blasen, und wir konnten es fast nicht aushalten. Die einzige Möglichkeit, die sich uns bot, war ein Klamottengeschäft, in das wir hinein stürmten. Dort war man sehr nett und ließ uns auf's Personalklo gehen. Außerdem bot man und gleich noch einen Punsch an und so stöberten wir ein wenig herum. Tatsächlich wurden wir beide fündig und verließen mit einem Schal (Nils) und einem Tuch (Sabine) das Geschäft.
Langsam stand die Sonne schon immer tiefer, und wir hatten ein wenig Bedenken, ob wir bei dem Licht überhaupt noch Fotos würden machen können. Wir fanden außerhalb des Ortes eine Stelle, die eine große Fläche unberührten Schnees und etwas bergige Landschaft bot. Dort machten wir dann unser Shooting und hatten großen Spaß.
Der Heimweg führte uns noch an St. Gallen vorbei, und auch hier sollte es einen netten Weihnachtsmarkt geben. Wenn man schon mal in der Gegend ist, kann man da ja gleich mal halt machen, und so stellten wir das Auto in ein Parkhaus und liefen in die Innenstadt. Was uns da aber erwartete, war mehr als enttäuschend. Einen so erbärmlichen und jämmerlichen Weihnachtsmarkt hatten wir noch nie gesehen. Wir zogen gleich weiter zu einer Kirche, vor der eine riesige beleuchtete Tanne stand. Hier wollten wir auch noch Fotos machen. Allerdings fummelten wir ewig mit dem Selbstauslöser herum, und die Fotos waren am Ende nicht der Rede wert. Also kehrten wir dann nach Hause zurück.