Unsere
Reise-Lieblingsseite hatte mal wieder ein tolles Angebot, daher sind wir mal wieder nach Graubünden gereist. Diesmal war es nicht Pontresina, sondern eine andere Ecke, aber in Brigels war es genau so schön.
Sonntag, 27. Juli 2014: Kreuzlingen --> Brigels
Das Angebot galt für 2 Tage, aber wir haben noch eine Verlängerungsnacht dazu gefügt. Da man nicht am Wochenende buchen durfte, mussten wir uns was überlegen. Glücklicherweise war dies eine Feiertagswoche in der Schweiz, und die 4 Tage konnte Nils frei nehmen, da er an den letzten Wochenenden dauernd für die Firma im Einsatz war. Entweder er musste im Büro vor Ort sein oder zuhause am Laptop sitzen; das hat uns ganz schön die Wochenenden verhunzt. Aber diese freie Woche ist nun ein schöner Ausgleich.
Sonntags sind wir gemütlich am frühen Nachmittag losgefahren. Bis Chur brauchten wir nicht einmal 1 Stunde, und dann ging es ab in die Berge. Weitere 2 Stunden später kamen wir dann am Hotel an. Es war nebelig, bzw. wolkig; d.h. die Wolken hingen so tief, dass wir keine Berge sehen konnten.
Das Hotel ist sehr einladend. Es hat so einen Chalet-Charakter mit ganz viel Holz, groben Steinen und Tierfellbezügen. Die Möbel sind alle aus massivem Holz gefertigt und tragen ebenfalls zur Berghüttenoptik bei.
Unser Zimmer war ganz am Ende des Ganges, was immer schön ist, denn dann hat man nicht so viel Gerenne vor der Tür, und den Fahrstuhl hört man auch nicht. Allerdings war da eine Familie über uns, die einen ganz schönen Radau gemacht hat.
Naja, wir richteten uns häuslich ein und setzten uns auf die Terrasse vor dem Hotel. Dort servierte man uns einen Prosecco als Willkommensdrink. Wir saßen und lasen unsere Bücher und bestellten noch Kaffee, weil es so schön war, dort zu sitzen.
Als es Zeit zum Abendessen war, machten wir uns fertig und gingen zum Restaurant. 2 mal 4-Gang-Menü war im Angebot enthalten, und so konnten wir uns aus einer Liste von 10 Gerichten jeder 4 aussuchen. Die Küche hier wurde von Gault Millau ausgezeichnet und alles, was wir auf den Tellern hatten, war ein Gaumenschmaus. Dazu ein köstlicher Cocktail als Aperitiv und ein sehr leckerer Wein. Hjamm!!
Montag, 28. Juli 2014: Brigels: Bergwanderung, Wellness
Das Wetter in der Schweiz ist leider im Moment nicht mal ansatzweise so schön, wie im Norden. Daher mussten wir unsere Tage hier verdammt gut planen. Für den heutigen Montag war Bewölkung angesagt, aber kein Regen. Das führte zu der Entscheidung, dass wir heute eine Wanderung machen und morgen einen Ausflug mit dem Auto.
Vom Hotel gingen wir zu Fuß durch's Dorf Richtung See. Dort ist die Talstation der Seilbahn, die uns den Berg hinauf führen sollte. Es war kaum etwas los, so dass wir fast alleine da auf dem Berg waren.
Oben angekommen steuerten wir den Weg an, der uns richtig vorkam.
Wir hatten die Karte studiert und wollten nun loslegen. Leider mussten wir nach einigen hundert Metern feststellen, dass wir da in einer Sackgasse gelandet waren, denn der Weg führte lediglich zu 2 Berghütten, dahinter ging es nicht weiter. Also wieder zurück, und nochmal richtig geguckt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, denn dort stand ein wunderbares gelbes Schild, das dann den korrekten Weg anzeigte. Zunächst wanderten wir auf einem befestigten Weg, aber schon nach sehr kurzer Zeit ging es eine Anhöhe hinauf und ab da nur noch über Stock und Stein. Meistens hatten wir eine fantastische Aussicht, aber einige Abschnitte führten uns auch durch waldiges Terrain, unter anderem den kleinsten und höchst gelegenen Urwald der Schweiz (Fichten).
Einige Teilstücke des Weges waren ganz schön abenteuerlich, da es steil bergab ging und zwar auf durchwurzeltem Waldboden. Glücklicherweise war der Boden an den meisten Stellen trocken, so dass man meistens nicht ausglitschte. Ein paar Schrecksekunden gab es aber doch, wenn dann doch plötzlich der Boden unter den Füßen wegrutscht und man sich schon vor dem geistigen Auge den Abhang herunter kullern sieht.

Hier oben gibt es tolle Alpwiesen mit Blumen und Kräutern (Löwenzahn, Butterblumen, Schachbrettblumen, wilder Oregano, ...). Und mitten drin Kühe und Kälber mit ihren Glocken um den Hals. Diese "klingelnden Kühe" - wie wir sie nennen - haben für mich immer noch nicht ihren Reiz verloren. Ich kann immer wieder vor Verzücken inne halten und die Kühe betrachten und das Geklingel anhören.
Wenn man sieht, wie die Rinder hier oben über Stock und Stein kraxeln und die tollen Kräuter fressen, dann wird einem auch klar, warum der Bergkäse einfach so toll und aromatisch schmeckt im Gegensatz zur Industrieware der mit Silofutter gefütterten Stallkühe.
Auf halber Strecke unserer Wanderung überquerten wir einen reißenden Bergbach, und dort fanden wir auch endlich eine Bank, auf der wir ein Päuschen einlegen konnten.

Im Hotel liegt auf jedem Zimmer ein Rucksack parat, den man sich für Wanderungen und Ausflüge ausleihen kann. Den hatten wir dabei - gefüllt mit den Resten unserer Reiseverpflegung und dem Lunchpaket, was uns das Hotel frisch zubereitet hatte. So saßen wir eine ganze Weile auf der Bank, genossen die frische Luft und den Ausblick auf den Berg und knabberten Möhrensticks, Bananen und Äpfel.
Der weitere Weg zurück hinunter ins Dorf führte die meiste Zeit über einen befestigten Weg, immer entlang des rauschenden Baches. Das letzte Stück geht es dann einfach querfeldein über die Wiese. Zurück im Dorf kamen wir an tollen Gärten vorbei, wo wir ganz schön staunten über die Fruchtbarkeit des Bodens. Eigentlich würde man ja annehmen, dass die Erde hier in den Höhenlagen eher karg sein dürfte, aber so großen Kohl und hüfthoch wuchernde Kartoffeln habe ich noch nie gesehen.
Als wir am Hotel ankamen, fletzten wir uns auf den zimmereigenen Balkon und genossen noch weiter die Aussicht. Wir hatten auch wieder Hunger, so dass der Rest des Lunchpaketes dran glauben musste.
Für nachmittags hatten wir Termine für Massagen gemacht, und das war herrlich, nach so einer Wanderung schön durchgeknetet zu werden.
Abends gab es wieder 4 Gänge --> Köstlich!
Dienstag, 29. Juli 2014: Im Gewitter zu Fuß durch Mailand
Da das Wetter heute in Graubünden eher mies angesagt war, hatten wir uns entschlossen, einen
Ausflug mit dem Auto zu machen. Und da es hier in der näheren Umgebung nicht viel gibt, fährt man da automatisch schon mal ein Stück weiter. Bis Mailand sind es knappe 3 Stunden, und die Idee fanden wir beide toll. Durch den strömenden Regen passierten wir kleine und größere Dörfer, Berge und Schluchten, durchquerten das Tessin und kamen endlich an die italienische Grenze.
Auch hier gibt es ja eine Autobahnmaut, daher hatte sich Nils vorab online informiert, wie das gehandhabt wird, ob man eine Jahresplakette kaufen muss oder was. Es ist ganz praktisch; die Italiener machen das wie die Amerikaner: man hat auf einigen Abschnitten Stationen, die man passiert und an denen man zahlt. So muss man nur für die Strecken löhnen, die man auch wirklich gefahren ist. Von der Grenze bis Mailand waren das 3,90 €; das kann man ja aushalten.

Für die Stadt hatte Nils uns auch schon ein Parkhaus heraus gesucht, das unser Navi sogar ohne Probleme fand. Allerdings hatten wir ein komisches Gefühl, als wir dem Parkwächter unsere Autoschlüssel aushändigten, denn es handelte sich dabei um so ein winziges Parkhaus mitten in der Stadt, wo die Autos kreuz und quer geparkt sind und das Personal dann eben die Wagen wegfährt, die im Weg stehen, wenn einer raus will. Außerdem waren wir uns wegen der Parkgebühren nicht ganz sicher. Aber hadern machte ja nun auch keinen Sinn, also gingen wir zum Mailänder Dom, wo wir uns in die Schlange stellten, um ihn zu besichtigen.
Am Eingang standen bewaffnete Typen, die genau prüften, ob man auch züchtig genug angezogen war. Außerdem machten sie Taschenkontrollen. Wir bestanden die Inaugenscheinnahme und durften eintreten. Der Dom ist ganz schön düster. Es waren riesige Strahler aufgestellt, damit man überhaupt etwas sehen kann, und trotzdem war es noch verdammt dunkel.
Nach der Besichtigung hatten wir 2 Dinge dringend nötig: eine Toilette und ein Restaurant. Beides fanden wir in einem Einkaufstempel, der gleich neben dem Dom gelegen ist. Das war so ein total nobles Kaufhaus, vergleichbar mit dem KaDeWe. In der obersten Etage befinden sich die sanitären Anlagen und auch ein paar Restaurants bzw. Imbisse sowie eine Lebensmittelabteilung mit den tollsten Sachen. Ich hätte ein ganzes Monatsgehalt hier ausgeben können für italienische Leckereien, aber ich beherrschte mich, da wir für die Rückfahrt einen Stopp bei einem Supermarkt geplant hatten.
Also setzten wir uns in ein Restaurant, das von einem Reise-Guru empfohlen worden war und bekamen sehr gute Pizza und einen Salat, was beides voll lecker war.
Als wir den Einkaufstempel wieder verließen, regnete es ein wenig, was leider immer stärker wurde und schließlich so schlimm, dass sich alle Menschen einen Platz zum Unterstellen suchten. Auch wir suchten Schutz, allerdings hörte es gar nicht wieder auf, so dass wir beschlossen, zum Auto zurück zu laufen. Immerhin sind wir Norddeutsche, und wir lassen uns ja nicht von ein bisschen Regen ins Bockshorn jagen.
Aus dem starken Regen wurde dann ein sehr starker Regen, es gewitterte heftig, und wir waren die einzigen Schmocks, die ohne Regenschirm klitschenass durch die Gegend liefen. Das versuchten wir möglichst würdevoll zu vollbringen, allerdings hatten wir zwischenzeitlich mal das Gefühl, dass wir uns verlaufen hatten. In einem Unterstand suchten wir die Hilfe einer älteren Dame, die sich selbst erst erkundigen musste, aber dann war es nur noch ein ganz kurzer Weg zur Parkgarage.
Das Auto bekamen wir ohne Probleme zurück und auch der Preis war nicht überzogen.
Mailand zu verlassen stellte sich dann als größeres Problem heraus, denn wir standen ungefähr 1 Stunde in der Blechlawine, die sich stadtauswärts gebildet hatte. Außerhalb der Stadt stürmten wir einen Carrefour, bewaffneten uns mit einem großen Einkaufswagen und packten ihn voll. Olivenöl, Pasta, Kaffee, Parmesan und Gebäck, alles ist ja soooo günstig hier. Nur Pinienkerne waren unverschämt teuer; die ließen wir dort.
Im strömenden Regen und im Dunkeln kehrten wir nach einem sehr langen Tag ins Hotel zurück. Aber wir waren uns einig, dass der Ausflug sehr schön war.
Mittwoch, 30. Juli 2014: Brigels --> Chur --> Kreuzlingen
Der Abreisetag hielt durchwachsenes Wetter für uns bereit. Wir machten noch halt bei der Dorfkäserei und kauften eine große Tüte voller Leckereien ein. Dann ging es zurück aus den Bergen ins Schweizer Flachland. In Chur machten wir noch am Supermarkt halt, um Gemüse einzukaufen, dann weiter nach Hause.