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Montag, 25. August 2014

Eine Mail von unserem Gewinner

Tobi wollte noch einen Kommentar schreiben. Da er aber auch Fotos einbetten wollte, hat er mich gebeten, einen Blogpost draus zu machen. Und hier ist er:



Hallo Ihr Lieben, auch auf diesem Wege noch einmal vielen Dank für die tollen Präsente aus der „Gewinnerbox“ :-) Ich habe mich riesig darüber gefreut und lasse mir die schönen Sachen nach und nach sehr gut schmecken. Hmmhh! :-)
Für mich war es umso spannender, weil ich das Foto von dem leckeren Ensemble noch gar nicht gesehen hatte. Als die SMS von der Packstation endlich übermittelt war, dass die Sendung da ist, hab ich mich gleich aufs Fahrrad geschwungen und los ging’s. Das Paket war so groß, dass es das Volumen meines Rucksacks gesprengt hätte, zum Glück hatte ich aber noch die gute REWE-Tüte dabei, mit der ich alles super nach Hause transportieren konnte. Dort angekommen, hab ich dann gleich das Teppichmesser gezückt und schnipp schnapp den Karton von seiner Pelle befreit.
Bei dem, was dann zum Vorschein kam, hab ich in den ersten Sekunden-Bruchteilen gedacht: „Okay, jetzt hast Du einen Ghetto-Blaster der Neuzeit gewonnen“:
Aber weit gefehlt: Der Inhalt war viel schmackhafter und alles ist gut, heil und sicher bei mir angekommen. Schnell noch ein Beweisfoto davon gemacht
und dann ran an den Speck bzw. die leckeren Mettwürstchen aus Italien. Die waren dann als erstes weg, gefolgt von den Keksen und der Schokolade. Einiges ist aber natürlich auch noch da, das teile ich mir jetzt gut ein. Echt klasse, vielen Dank noch mal für alles! Ich kann jedem nur empfehlen – falls es so eine Verlosung noch mal geben sollte – mit dabei zu sein. Es lohnt sich! :-)
Liebe Grüße von Tobi

Sonntag, 10. August 2014

Seenachtfest / Fantastical

Die Schweiz und die EU haben sich so schön angenähert. Die Grenzen sind offen, und man fühlt - besonders am See - keinerlei Einschränkungen, wenn man von einem Land in das andere wechselt.
Es gibt zahlreiche tolle Events, die grenzüberschreitend in Konstanz / Kreuzlingen durchgeführt werden: der große Flohmarkt, das Kinderfest, das Oktoberfest, die internationale Nacht der Licher und sogar der weltweit einzige grenzüberschreitende Christopher Street Day.

Aber einen Termin im Jahr gibt es anscheinend, da werden die Grenzzäune aus der Mottenkiste geholt, entstaubt und am See wieder hoch gezogen. Da bekommt man einen Eindruck, wie es früher wohl gewesen sein musste, als man auf seinem Spaziergang am Bodensee vor der Grenze wieder kehrt machen musste.

Und was um Himmels Willen führt denn jetzt dazu, dass hier großflächig abgesperrt wird, und Menschen mit verschiedenfarbigen Bändchen herum laufen?  -->  Es ist das große Fest am See. In Konstanz heißt es "Seenachtfest", in Kreuzlingen "Fantastical".
Wir hatten schon einiges von diesen Festen gehört, waren bislang aber davon ausgegangen, dass sie genauso grenzüberschreitend sein würden, wie die anderen Events. Tja, weit gefehlt, denn die unterschiedliche Preisgestaltung würde wohl zu einem starken Ungleichgewicht in den Besucherströmen führen, und so baut man eben kurzerhand einen riesigen Zaun zwischen die 2 Veranstaltungen.

Zum Vergleich:

Seenachtfest - Konstanz:
Eintritt:  18,- €
was wird geboten:  Kinderfest, Live-Bands, Ausstellungen, Fress- und Saufbuden, DJs bis 02:00 Uhr.
Speisen und Getränke auf's Festgelände mitbringen ist verboten.
Preise (geschätzt):   Bier           =  3,- €
                                 Bratwurst  =  3,- €
                                 Crepe mit Nutella  =  4,50 €

Fantastical - Kreuzlingen:
Eintritt:  5,- CHF (ca. 4,15 €)
was wird geboten:  Kinderbelustigung, ganz viele Fahrgeschäfte, Heißluftballone, Live-Musik, Tanz-Vorführungen, Hochseilshow, Fress- und Saufbuden, DJs bis 03:00 Uhr.
Wir haben viele Leute gesehen, die sich ihre Getränke selbst mitgebracht hatten und am Seeufer auf Picknickdecken auf das Feuerwerk gewartet haben. Scheint also nicht verboten zu sein.
Preise:                     Bier:          =  6,- CHF (ca. 4,90 €)
                                Bratwurst  =  7,- CHF (ca. 5,80 €)
                                Crepe mit Nutella  =  8,- CHF (ca. 6,60 €)

So, nun widerstrebt es uns ja schon einmal grundsätzlich, für ein Fest, bei dem sowieso noch alles extra gezahlt werden muss, Eintritt zu bezahlen. Aber 18,- € haut jawohl dem Fass den Boden raus, oder? 18,- € ??? Wofür denn? Für total unbekannte Bands, bei denen ich vorher gar nicht weiß, ob ich die gut finde? OK, Feuerwerk und Security wollen auch finanziert werden, aber das gilt für alle Feste, auch die ohne Eintritt.

Wir entschieden uns für die Schweizer Seite des Spektakels, bekamen unsere Eintrittsbändchen und mischten uns unter die Leute. Mann, war da was los. Die Menschen kommen aber auch von überall her. Anhand der Autokennzeichen weiß man ja, aus welchem Kanton es kommt. Hui, da sind aber einige weit gereist. Die Parkplätze sind schon Tage vor dem großen Event ausgeschildert. Da wird reichlich Platz gemacht, denn das Festgelände ist großflächig abgesperrt und überall wird der Verkehr von Männern in orangenen Westen geregelt, damit keiner auf die Idee kommt, er könne direkt zum See fahren und dort parken. Gut, dass wir zu Fuß gehen können  ;-)

Hat von Euch schon mal jemand einen Autoscooter gesehen, bei dem jeder einzelne Wagen besetzt ist? Wir bislang noch nicht, aber hier war es so. Diese Fahrgeschäfte haben ihren Reiz auf die Jugend nicht verloren, und so dröhnte und blinkte es von allen Seiten. Die Fressbuden waren zahlreich und ebenfalls gut besucht. Überall bildeten die Leute brav Schlangen und warteten darauf, endlich ihre Bestellung loswerden zu können.

Wir waren ja nun hauptsächlich für das Feuerwerk da, und deshalb machten wir eine komplette Runde über das Festgelände. Überall an den besten Spots hatten sich die Leute schon mit ihren Decken und Kühltaschen ausgebreitet. Wahrscheinlich saßen die teilweise schon seit nachmittags da, um bloß die beste Sicht zu haben.

Wir wühlten uns so durch das Gedränge und fanden schließlich einen Platz, der uns ganz gut erschien. Dort standen wir dann auch, als es endlich losging um 22.10 Uhr. Die Konstanzer fingen an. Das Feuerwerk wurde von 2 Schiffen abgefeuert und war ganz nett nach etwa 15 Minuten war die erste Runde durch, und die Schweizer übernahmen. Für deren Feuerwerk standen wir an der perfekten Position, denn wir hatten tolle Sicht und waren ziemlich dicht dran. Und was die da an den Himmel gezaubert haben, war großes Kino. Wahnsinnig toll, groß und laut! Nach wieder 15 Minuten waren auch die Schweizer durch, und einige Leute machten sich schon daran, wieder die Bierbuden zu stürmen. ABER es kam ja noch das große Finale: Auf beiden Seiten der Grenze wurde nun gemeinsam aus allen Rohren gefeuert und der Himmel noch einmal richtig zum Strahlen gebracht. Herrlich! Zum Dank gab es denn auch einen großen Applaus vom Publikum und die Schiffe und Botte, die auf dem See unterwegs waren, hupten als Beifall.

Konstanz:

Kreuzlingen:


Beide zusammen:


Nach einigem Suchen und Anstehen gab es auch für uns eine Kleinigkeit zum Essen. Bis man hier mal eine Pommesbude gefunden hat .... *tzzz* Die Essensauswahl ist auf der Schweizer Chilbi eine andere als man es so von der deutschen Kirmes kennt. Es gibt auch Bratwurst und Zuckerbuden, aber viel häufiger findet man Raclette, asiatisches Essen aller Art (Thai, Vietnam, Indien); sogar Risotto und Hirsch-Kebab haben wir gesehen.
Uns war aber nach einer einfachen, ehrlichen Portion Pommes, und die hatten wir dann schließlich auch gefunden. Danach noch einen Crepe zum Nachtisch und zurück nach Hause. Fahrgeschäfte und Disco-Zelt überließen wir den anderen.

Freitag, 1. August 2014

And the winner is ....

So, einen Monat Zeit gab es für das Hinterlassen eines Kommentars auf unserem Blog, und heute war die große Verlosung. Fachmännisch und streng neutral hat Nils einen Zettel aus der Dose gefischt.









And the winner is .....


Lieber Tobi, herzlichen Glückwunsch! Du hast ein tolles Paket mit Spezialitäten aus der Schweiz und der Bodensee-Region gewonnen. Hoffentlich hast Du viel Freude damit.




1.-August-Brunch

Wir stehen auf Traditionen, und das ist eine davon:








Es gab kalte und warme Leckereien; vieles davon selbst auf dem Biohof produziert. Außerdem hatten die für die Kinder Spielgeräte und einen Malwettbewerb, Reiten auf einer zahmen Kuh und Wasserbüffel-Chälbli streicheln. Letzteres haben wir natürlich auch gemacht. Mann, waren die süß!
Kurz vor Mittag machte der hauseigene Hofladen auf, und wir kauften ein paar Dinge ein. Wenn man schon mal vor Ort ist ....
Naja, am frühen Nachmittag war das Fest dann vorbei und wir fuhren zurück nach Hause. Wir machten es uns dann auf der Terrasse gemütlich, und abends gab es wieder Feuerwerk von allen Seiten.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Kartoffelernte

Wir haben heute den ersten Sack mit Kartoffeln abgeerntet  ...  und können es gar nicht abwarten, sie zu essen.




Mittwoch, 30. Juli 2014

Kurzurlaub in den Bergen

Unsere Reise-Lieblingsseite hatte mal wieder ein tolles Angebot, daher sind wir mal wieder nach Graubünden gereist. Diesmal war es nicht Pontresina, sondern eine andere Ecke, aber in Brigels war es genau so schön.

Sonntag,  27. Juli 2014:  Kreuzlingen  -->  Brigels
Das Angebot galt für 2 Tage, aber wir haben noch eine Verlängerungsnacht dazu gefügt. Da man nicht am Wochenende buchen durfte, mussten wir uns was überlegen. Glücklicherweise war dies eine Feiertagswoche in der Schweiz, und die 4 Tage konnte Nils frei nehmen, da er an den letzten Wochenenden dauernd für die Firma im Einsatz war. Entweder er musste im Büro vor Ort sein oder zuhause am Laptop sitzen; das hat uns ganz schön die Wochenenden verhunzt. Aber diese freie Woche ist nun ein schöner Ausgleich.
Sonntags sind wir gemütlich am frühen Nachmittag losgefahren. Bis Chur brauchten wir nicht einmal 1 Stunde, und dann ging es ab in die Berge. Weitere 2 Stunden später kamen wir dann am Hotel an. Es war nebelig, bzw. wolkig; d.h. die Wolken hingen so tief, dass wir keine Berge sehen konnten.
Das Hotel ist sehr einladend. Es hat so einen Chalet-Charakter mit ganz viel Holz, groben Steinen und Tierfellbezügen. Die Möbel sind alle aus massivem Holz gefertigt und tragen ebenfalls zur Berghüttenoptik bei.
Unser Zimmer war ganz am Ende des Ganges, was immer schön ist, denn dann hat man nicht so viel Gerenne vor der Tür, und den Fahrstuhl hört man auch nicht. Allerdings war da eine Familie über uns, die einen ganz schönen Radau gemacht hat.
Naja, wir richteten uns häuslich ein und setzten uns auf die Terrasse vor dem Hotel. Dort servierte man uns einen Prosecco als Willkommensdrink. Wir saßen und lasen unsere Bücher und bestellten noch Kaffee, weil es so schön war, dort zu sitzen.
Als es Zeit zum Abendessen war, machten wir uns fertig und gingen zum Restaurant. 2 mal 4-Gang-Menü war im Angebot enthalten, und so konnten wir uns aus einer Liste von 10 Gerichten jeder 4 aussuchen. Die Küche hier wurde von Gault Millau ausgezeichnet und alles, was wir auf den Tellern hatten, war ein Gaumenschmaus. Dazu ein köstlicher Cocktail als Aperitiv und ein sehr leckerer Wein. Hjamm!!

Montag, 28. Juli 2014:  Brigels:  Bergwanderung, Wellness
Das Wetter in der Schweiz ist leider im Moment nicht mal ansatzweise so schön, wie im Norden. Daher mussten wir unsere Tage hier verdammt gut planen. Für den heutigen Montag war Bewölkung angesagt, aber kein Regen. Das führte zu der Entscheidung, dass wir heute eine Wanderung machen und morgen einen Ausflug mit dem Auto.
Vom Hotel gingen wir zu Fuß durch's Dorf Richtung See. Dort ist die Talstation der Seilbahn, die uns den Berg hinauf führen sollte. Es war kaum etwas los, so dass wir fast alleine da auf dem Berg waren.
Oben angekommen steuerten wir den Weg an, der uns richtig vorkam.
Wir hatten die Karte studiert und wollten nun loslegen. Leider mussten wir nach einigen hundert Metern feststellen, dass wir da in einer Sackgasse gelandet waren, denn der Weg führte lediglich zu 2 Berghütten, dahinter ging es nicht weiter. Also wieder zurück, und nochmal richtig geguckt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, denn dort stand ein wunderbares gelbes Schild, das dann den korrekten Weg anzeigte. Zunächst wanderten wir auf einem befestigten Weg, aber schon nach sehr kurzer Zeit ging es eine Anhöhe hinauf und ab da nur noch über Stock und Stein. Meistens hatten wir eine fantastische Aussicht, aber einige Abschnitte führten uns auch durch waldiges Terrain, unter anderem den kleinsten und höchst gelegenen Urwald der Schweiz (Fichten).
Einige Teilstücke des Weges waren ganz schön abenteuerlich, da es steil bergab ging und zwar auf durchwurzeltem Waldboden. Glücklicherweise war der Boden an den meisten Stellen trocken, so dass man meistens nicht ausglitschte. Ein paar Schrecksekunden gab es aber doch, wenn dann doch plötzlich der Boden unter den Füßen wegrutscht und man sich schon vor dem geistigen Auge den Abhang herunter kullern sieht.



Hier oben gibt es tolle Alpwiesen mit Blumen und Kräutern (Löwenzahn, Butterblumen, Schachbrettblumen, wilder Oregano, ...). Und mitten drin Kühe und Kälber mit ihren Glocken um den Hals. Diese "klingelnden Kühe" - wie wir sie nennen - haben für mich immer noch nicht ihren Reiz verloren. Ich kann immer wieder vor Verzücken inne halten und die Kühe betrachten und das Geklingel anhören.
Wenn man sieht, wie die Rinder hier oben über Stock und Stein kraxeln und die tollen Kräuter fressen, dann wird einem auch klar, warum der Bergkäse einfach so toll und aromatisch schmeckt im Gegensatz zur Industrieware der mit Silofutter gefütterten Stallkühe.
Auf halber Strecke unserer Wanderung überquerten wir einen reißenden Bergbach, und dort fanden wir auch endlich eine Bank, auf der wir ein Päuschen einlegen konnten.
Im Hotel liegt auf jedem Zimmer ein Rucksack parat, den man sich für Wanderungen und Ausflüge ausleihen kann. Den hatten wir dabei - gefüllt mit den Resten unserer Reiseverpflegung und dem Lunchpaket, was uns das Hotel frisch zubereitet hatte. So saßen wir eine ganze Weile auf der Bank, genossen die frische Luft und den Ausblick auf den Berg und knabberten Möhrensticks, Bananen und Äpfel.
Der weitere Weg zurück hinunter ins Dorf führte die meiste Zeit über einen befestigten Weg, immer entlang des rauschenden Baches. Das letzte Stück geht es dann einfach querfeldein über die Wiese. Zurück im Dorf kamen wir an tollen Gärten vorbei, wo wir ganz schön staunten über die Fruchtbarkeit des Bodens. Eigentlich würde man ja annehmen, dass die Erde hier in den Höhenlagen eher karg sein dürfte, aber so großen Kohl und hüfthoch wuchernde Kartoffeln habe ich noch nie gesehen.
Als wir am Hotel ankamen, fletzten wir uns auf den zimmereigenen Balkon und genossen noch weiter die Aussicht. Wir hatten auch wieder Hunger, so dass der Rest des Lunchpaketes dran glauben musste.
Für nachmittags hatten wir Termine für Massagen gemacht, und das war herrlich, nach so einer Wanderung schön durchgeknetet zu werden.
Abends gab es wieder 4 Gänge --> Köstlich!

Dienstag, 29. Juli 2014:  Im Gewitter zu Fuß durch Mailand
Da das Wetter heute in Graubünden eher mies angesagt war, hatten wir uns entschlossen, einen
Ausflug mit dem Auto zu machen. Und da es hier in der näheren Umgebung nicht viel gibt, fährt man da automatisch schon mal ein Stück weiter. Bis Mailand sind es knappe 3 Stunden, und die Idee fanden wir beide toll. Durch den strömenden Regen passierten wir kleine und größere Dörfer, Berge und Schluchten, durchquerten das Tessin und kamen endlich an die italienische Grenze.
Auch hier gibt es ja eine Autobahnmaut, daher hatte sich Nils vorab online informiert, wie das gehandhabt wird, ob man eine Jahresplakette kaufen muss oder was. Es ist ganz praktisch; die Italiener machen das wie die Amerikaner: man hat auf einigen Abschnitten Stationen, die man passiert und an denen man zahlt. So muss man nur für die Strecken löhnen, die man auch wirklich gefahren ist. Von der Grenze bis Mailand waren das 3,90 €; das kann man ja aushalten.
Für die Stadt hatte Nils uns auch schon ein Parkhaus heraus gesucht, das unser Navi sogar ohne Probleme fand. Allerdings hatten wir ein komisches Gefühl, als wir dem Parkwächter unsere Autoschlüssel aushändigten, denn es handelte sich dabei um so ein winziges Parkhaus mitten in der Stadt, wo die Autos kreuz und quer geparkt sind und das Personal dann eben die Wagen wegfährt, die im Weg stehen, wenn einer raus will. Außerdem waren wir uns wegen der Parkgebühren nicht ganz sicher. Aber hadern machte ja nun auch keinen Sinn, also gingen wir zum Mailänder Dom, wo wir uns in die Schlange stellten, um ihn zu besichtigen.
Am Eingang standen bewaffnete Typen, die genau prüften, ob man auch züchtig genug angezogen war. Außerdem machten sie Taschenkontrollen. Wir bestanden die Inaugenscheinnahme und durften eintreten. Der Dom ist ganz schön düster. Es waren riesige Strahler aufgestellt, damit man überhaupt etwas sehen kann, und trotzdem war es noch verdammt dunkel.
Nach der Besichtigung hatten wir 2 Dinge dringend nötig:  eine Toilette und ein Restaurant. Beides fanden wir in einem Einkaufstempel, der gleich neben dem Dom gelegen ist. Das war so ein total nobles Kaufhaus, vergleichbar mit dem KaDeWe. In der obersten Etage befinden sich die sanitären Anlagen und auch ein paar Restaurants bzw. Imbisse sowie eine Lebensmittelabteilung mit den tollsten Sachen. Ich hätte ein ganzes Monatsgehalt hier ausgeben können für italienische Leckereien, aber ich beherrschte mich, da wir für die Rückfahrt einen Stopp bei einem Supermarkt geplant hatten.
Also setzten wir uns in ein Restaurant, das von einem Reise-Guru empfohlen worden war und bekamen sehr gute Pizza und einen Salat, was beides voll lecker war.
Als wir den Einkaufstempel wieder verließen, regnete es ein wenig, was leider immer stärker wurde und schließlich so schlimm, dass sich alle Menschen einen Platz zum Unterstellen suchten. Auch wir suchten Schutz, allerdings hörte es gar nicht wieder auf, so dass wir beschlossen, zum Auto zurück zu laufen. Immerhin sind wir Norddeutsche, und wir lassen uns ja nicht von ein bisschen Regen ins Bockshorn jagen.
Aus dem starken Regen wurde dann ein sehr starker Regen, es gewitterte heftig, und wir waren die einzigen Schmocks, die ohne Regenschirm klitschenass durch die Gegend liefen. Das versuchten wir möglichst würdevoll zu vollbringen, allerdings hatten wir zwischenzeitlich mal das Gefühl, dass wir uns verlaufen hatten. In einem Unterstand suchten wir die Hilfe einer älteren Dame, die sich selbst erst erkundigen musste, aber dann war es nur noch ein ganz kurzer Weg zur Parkgarage.
Das Auto bekamen wir ohne Probleme zurück und auch der Preis war nicht überzogen.
Mailand zu verlassen stellte sich dann als größeres Problem heraus, denn wir standen ungefähr 1 Stunde in der Blechlawine, die sich stadtauswärts gebildet hatte. Außerhalb der Stadt stürmten wir einen Carrefour, bewaffneten uns mit einem großen Einkaufswagen und packten ihn voll. Olivenöl, Pasta, Kaffee, Parmesan und Gebäck, alles ist ja soooo günstig hier. Nur Pinienkerne waren unverschämt teuer; die ließen wir dort.
Im strömenden Regen und im Dunkeln kehrten wir nach einem sehr langen Tag ins Hotel zurück. Aber wir waren uns einig, dass der Ausflug sehr schön war.

Mittwoch, 30. Juli 2014:  Brigels  -->  Chur  -->  Kreuzlingen
Der Abreisetag hielt durchwachsenes Wetter für uns bereit. Wir machten noch halt bei der Dorfkäserei und kauften eine große Tüte voller Leckereien ein. Dann ging es zurück aus den Bergen ins Schweizer Flachland. In Chur machten wir noch am Supermarkt halt, um Gemüse einzukaufen, dann weiter nach Hause.

Montag, 30. Juni 2014

1 Jahr in der Schweiz - ein Rückblick und eine Gewinnchance für Euch!

Ist es nicht unglaublich, dass schon 1 Jahr vergangen ist, seit ich hier in der Schweiz angekommen bin? 12 Monate, Wahnsinn! Und für Nils dauert das Abenteuer sogar schon 5 Monate länger.

Nun ist es mal Zeit, einen Rückblick zu machen und ein Resümee zu ziehen und wenn Ihr bis unten weiter lest, dann seht Ihr auch, wie Ihr gewinnen könnt. Los geht's:

Wohnsituation:  Ich sagte es schon einmal: Wer unsere Wohnung in Hamburg kannte, der weiß, dass wir uns hier 1.000-prozentig gesteigert haben. Die Wohnung ist hell, groß, recht ruhig und die Terrasse spricht für sich. Wir genießen es, unsere Pflanzen zu pflegen, zu düngen und die Bienen und Hummeln zu beobachten. Außerdem können wir leckere Sachen ernten und uns so zum Teil selbst versorgen. Obwohl wir Hamburg lieben und immer als unser Zuhause bezeichnet haben, hatten wir dort nie ein "Zuhause-Gefühl". Das haben wir uns natürlich selbst zuzuschreiben, denn auch dort hätten wir ja eine schönere Wohnung mieten können. Aufgrund der teuren Mieten haben wir es nie gemacht, und so ist es nun mal. Jetzt sind wir schlauer und würden es anders machen (werden wir auch, wenn wir eines Tages zurück sind).

Jobsituation:  Nils fühlt sich wohl bei seiner Arbeit. Er hat nette Kollegen und kommt mit allen gut aus. Aber es ist anders als in der alten Firma. Dort war man mehr miteinander verbunden; hat sich auch für die privaten Dinge interessiert. Hier ist es eher so, dass man zur Arbeit geht und nach Feierabend seinen eigenen Kram macht. Manch einer wird sagen, so soll es ja auch sein, aber wenn man es mal anders kennen gelernt hat, dann ist das schon merkwürdig.
Ich selbst habe ja nun 1 Jahr lang nicht gearbeitet, und ich muss sagen, das ist ein Luxus, den jeder im Leben mal haben sollte. Ich habe gemerkt, dass ich viel ruhiger bin, nicht so schnell an die Grenzen meines Nervenkostüms gelange, und auch unser Zusammenleben hat von dieser Auszeit profitiert.
Zwar bin ich nicht das klassische Hausmütterchen, aber ich muss zugeben, dass es mir totalen Spaß macht, Nils zu umsorgen. Einige Hausarbeiten erledigt er auch, das lässt er sich nicht nehmen, aber der Großteil ist gemacht, wenn er abends nach Hause kommt. Und dann können wir gemeinsam ganz entspannt essen, und wir berichten uns gegenseitig, was wir den Tag über gemacht und erlebt haben.
Nun geht es ja für mich wieder los mit Arbeiten, zumindest erst mal befristet. Mal sehen, wie das so klappt und wie es dann weitergeht bei mir.

Familie / Freunde:  Das Wichtigste, was wir mit dem Auswandern hinter uns lassen mussten. Wir sind froh, dass in Zeiten von Internet und E-Mail es wesentlich leichter ist, Kontakte zu halten und Freundschaften zu pflegen. Man merkt aber schon, dass es viel Disziplin braucht, um allen gerecht zu werden. Manchmal hat man eben keine Lust, ewig lange zu telefonieren und man verliert auch leicht den Überblick, was man wem schon erzählt hat und was nicht.
Neue Menschen kennenzulernen, war gar nicht so einfach. Die Schweizer sind eher zurückhaltend und bleiben gerne für sich. Mittlerweile haben wir aber ein paar nette Menschen hier, mit denen wir schon mal was unternommen haben, und das ist ein richtig gutes Gefühl.

Das Wetter:  Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon 8 Monate im Jahr durch meterhohen Schnee stapfen, immer in dicke Pullover und Decken gehüllt und stets begleitet von ständigen Erkältungen. Aber siehe da, so schlimm ist es ja gar nicht. Der Sommer im letzten Jahr kam spät, aber er dauerte lange. Der Winter brachte kaum Schnee, und die Kälte war auch zu ertragen. Und nun haben wir auch noch in diesem Jahr ein frühes Frühjahr erlebt und schon etliche Wochen vor Hitze geschwitzt. Es werden sicherlich auch noch andere Zeiten kommen, aber im Großen und Ganzen kann ich mit dem Wetter hier sehr gut leben.

Schwiitzerdütsch:  Eine Sprache irgendwo zwischen Dialekt und fiesem Halskratzen. Man denkt immer, es ist gar nicht so schwer, die Eidgenossen zu verstehen, aber das ist es doch. Wenn man z.B. Schweizer im Fernsehen reden hört, dann ist das ja schon deren Version von Hochdeutsch. In dem Moment, wo sie in die Kamera sprechen, sind sie hochkonzentriert, weil das Hochdeutsche für sie eine Fremdsprache ist. Wenn sie aber untereinander loslegen, dann ist das eine ganz andere Hausnummer und sehr gewöhnungsbedürftig.
Nils hat sich sehr schnell und gut in diese Sprache hineingehört. Und obwohl er immer behauptet, ich sei so sprachbegabt, habe ich mich deutlich schwerer damit getan. Auch heute verstehe ich noch längst nicht alles und drücke mich um jedes Telefonat mit Schweizern drum herum.

Die Schweiz: Ein bisschen herumgekommen sind wir ja nun schon, und für dieses kleine Land kann es eigentlich nur ein Prädikat geben:  "besonders schön". Die Landschaften sind abwechslungsreich und teilweise atemberaubend; die Städte sind eine Kombination aus gut erhaltener Historie und moderner Technologie. Alles ist sauber und gepflegt. Wie im Bilderbuch eben.
Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit, aber auch zurückhaltend und manchmal ein bisschen spröde.
Was die Menschen in die Schweiz ziehen lässt, ist natürlich die Sicherheit und die Lebensqualität, und da können wir tatsächlich auch ein Ausrufezeichen dahinter machen. Man lebt hier so gut und auf so hohem Niveau, dass es wirklich kaum etwas zu meckern gibt. Alles ist teuer, das ist wahr, aber man bekommt für sein Geld auch immer eine gute Qualität.
Und das gilt nicht nur für die Spitzenprodukte, für die die Schweizer weltberühmt sind, sondern auch für Lebensmittel, Dienstleistungen und das Gesundheitswesen. Letzteres habe ich in den letzten Monaten reichlich in Anspruch genommen, und ich kann sagen, dass ich mich noch nie so gut aufgehoben und behandelt gefühlt habe, wie hier.

Gefreut oder bereut?  Wir können eindeutig sagen, dass wir den Schritt auf keinen Fall bereut haben. Es geht uns wunderbar hier, und dafür sind wir sehr dankbar. Das Abenteuer geht weiter und wir werden auch zukünftig in diesem Blog berichten, was bei uns so los ist. Hoffentlich seid Ihr auch weiterhin dabei.


Gewinnspiel: So, und nun kommt Eure Chance, etwas zu gewinnen. 
Seit über einem Jahr schreiben wir schon fleißig unsere Erlebnisse und Gedanken in diesem Blog auf. Was noch fehlt sind Eure Kommentare. In der ganzen Zeit kein einziger Kommentar, das ist doch wirklich zu schade.

Um Euch einen Anreiz zu bieten, starten wir hier eine Verlosung. Zu gewinnen gibt es ein tolles Überraschungspaket. Und so einfach könnt Ihr gewinnen:

Schreibt uns einen Kommentar.
Hinterlasst Euren Kommentar in irgendeinem unserer Blogeinträge. Schreibt uns, wie Euch der Beitrag gefallen hat oder wie es Euch im Moment geht, Neuigkeiten aus der Heimat oder einfach nur ein paar Grüße. Lasst Euch was einfallen.
Wer den Kommentar anonym hinterlassen möchte, kann das gerne machen. Es sollte aber für uns erkennbar sein, wer ihn geschrieben hat. Gebt uns also einen Hinweis, z.B. "Ex-Kollege aus Abteilung XY" oder "der, mit dem Nils in Kairo ein Zimmer geteilt hat" oder nennt Euren Spitznamen.

Also, Ihr habt den ganzen Juli über Zeit, um uns mit Euren Kommentaren zu erfreuen. Am 1. August - Nationalfeiertag in der Schweiz - werden wir den glücklichen Gewinner auslosen.
Das Überraschungspaket wird dann auch umgehend 'rausgeschickt.

Viel Glück !! Und bitte sagt es weiter.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Stuttgart

Nils hatte sich für eine 2-tägige Schulung in Stuttgart angemeldet. Das bedeutete 2 Übernachtungen, da die Anreise vom Bodensee doch etwas länger dauert, als man so gemeinhin denkt.
Wir hatten es schon mal so gemacht: ich begleitete ihn. Das ist ganz easy, denn man kann ja das Einzelzimmer auf ein Doppelzimmer umbuchen und den Aufschlag sowie das Frühstück privat bezahlen. So hat man niemanden beschummelt und beide haben etwas davon.

Sonntag, 22. Juni:  Anreise
Eigentlich hatten wir vorgehabt, recht früh nach Stuttgart aufzubrechen, um noch den Sonntag gemeinsam in der Stadt zu verbringen. Beim Frühstück aber waren wir uns einig, dass wir beide viel lieber zuhause bleiben und die Terrasse genießen würden.
Das machten wir dann auch. Erst nach dem Abendessen fuhren wir los und kamen dann gegen 21.30 Uhr in dem Motel an, in dem wir schon ein paar Male waren.

Montag, 23. Juni:  Spaziergang durch die Innenstadt, Stadtrundfahrt, Power-Shopping für Nils
Glücklicherweise sind wir gut eingespielt, was das morgendliche Badezimmerritual in engen Hotelzimmern angeht. So mussten wir den Wecker nicht allzu früh stellen und konnten doch zusammen frühstücken.
Wir besprachen die Einzelheiten unseres Treffens für abends, und dann trennten sich unsere Wege. Nils machte sich zu Fuß auf zu dem Tagungshotel, in dem seine Schulung stattfand. Das Hotel ist nur ein paar Gehminuten von unserem Motel entfernt. Ich nahm die U-Bahn, die direkt vor der Tür des Motels abfährt und begab mich in die Innenstadt.
Dort angekommen spazierte ich die Königsstraße hinauf - das ist die riesige Fußgängerzone in der Innenstadt. Etwa auf der halben Strecke befindet sich der Schlossplatz, wo man super sitzen und Leute beobachten kann.
Am frühen Nachmittag bestieg ich einen Bus für die Stadtrundfahrt. Wir fuhren durch die inneren und äußeren Bezirke, und in der Innenstadt stiegen wir aus und machten einen kleinen Rundgang bei den Schlössern. Es war recht informativ und man bekam einen guten Eindruck von der Talkessel-Lage der Stadt.






Nach der Rundfahrt kehrte ich ins Motel zurück, um dort auf Nils zu warten. Wir hätten uns auch in der Stadt treffen können, aber mir war heiß, und ich wollte das T-Shirt wechseln.
Da der Dozent mal wieder ordentlich überzogen hatte, kam Nils später als gedacht ins Motel zurück. Dort machte er sich auch erst mal frisch, zog sich kurze Hosen an, und dann machten wir uns auf den Weg zurück in die Innenstadt.
Bei Vapiano stärkten wir uns und danach schleifte ich den Süßen durch die Geschäfte, die ich den Tag über schon ausgemacht hatte. Es war nämlich geplant, ein paar neue Klamotten für Nils zu kaufen, und das machten wir dann auch.
Am Ende war er fix und fertig, weil ich ihn mit der Uhr im Blick ordentlich getriezt hatte, aber in seinen Tüten befanden sich 3 lange Hosen, 1 kurze, 1 Badehose und 3 Hemden. Das war ein sehr erfolgreicher Shoppingtrip. Zum Luftholen holten wir uns einen frischen Saft und setzten uns hin. Danach kehrten wir zum Motel zurück und fielen müde ins Bett.

Dienstag, 24. Juni:  Wilhelma, Rückreise
Pflichtprogramm in Stuttgart ist die Wilhelma, die ich eigentlich lieber mit Nils zusammen besucht hätte, aber bei dem schönen Wetter konnte ich nicht wiederstehen. Sie läuft ja nicht weg, den gemeinsamen Besuch holen wir dann mal irgendwann nach.
Die Wilhelma vereint einen botanischen und einen zoologischen Garten, was einzigartig ist in Deutschland. Der Park ist riesig groß, super schön angelegt und außerdem berühmt für seine Gebäude im maurischen Stil, die ein Herrscher im 19. Jahrhundert errichten ließ.
Mit der U-Bahn musste ich 1 Mal umsteigen, dann war es nur ein kurzer Fußweg bis zum Haupteingang. Ich besorgte mir einen Wegeplan und machte dann den Rundgang durch sämtliche Bereiche, vorbei an allen Tiergehegen und durch alle Pflanzenhäuser.
Bei den Elefanten musste ich natürlich ein wenig verweilen, aber wie viele andere Tiere auch, waren die Dickhäuter bei dem Wetter träge und bewegungsfaul. Viele Tiere konnte man gar nicht sehen, weil sie sich komplett in den Schatten zurückgezogen hatten. Die meisten Gehege sind sehr groß und bieten perfekte Möglichkeiten für die Tiere, sich zu verstecken, wenn sie keine Lust auf Besucher haben.





















Nach 5 Stunden war ich durch mit meinem Rundgang und machte mich auf den Weg in die Innenstadt. Dort suchte ich mir einen schattigen Platz auf einer Bank und las ein Buch. Nils meldete sich, als seine Schulung vorbei war und wir trafen uns. Es gab noch eine Runde Sushi für uns zum Abschluss eines sehr schönen Stadtaufenthaltes, und dann fuhren wir zurück zum Motel, holten das Auto und machten uns auf die Heimfahrt.