Um dem Trubel und dem Stress zu entkommen, den der Umzug mit sich bringt, hatten wir uns überlegt, das Wochenende nach der Alm in München zu verbringen. Hier waren wir noch nie so richtig, naja, und wenn man doch schon in der Nähe ist.
Nils hatte ein tolles
Hotel herausgesucht; zentral gelegen, nette Zimmer, tolles Frühstück, sehr gute Bewertung bei
HolidayCheck.
1. Tag; Samstag: Stadtrundfahrt, Viktualienmarkt, Biergarten
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| Bitte mal ernst gucken. |
Die Nacht war wirklich ruhig. Wir hatten da so einige Zweifel, weil wir ein Zimmer nach vorne zur Straße heraus bekommen hatten, und da war ordentlich Trubel (Bahnhofsviertel mit Stundenhotels, arabischen Imbissen und Sportkneipen). Die Fenster war aber super schallisoliert und die Klimaanlage flüsterleise.
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| Bitte mal dämlich gucken. |
Im kleinen Frühstücksraum suchten wir uns einen Platz und begannen den Tag mit Weißwurst, Rührei, Kaffee und was das Herz sonst noch so begehrte. Eine große Auswahl und ein super leckeres hausgemachtes Bircher Müsli! Der Hausherr, der uns gestern schon kurz begrüßt hatte, ließ es sich auch am frühen Morgen nicht nehmen, jeden Gast zu begrüßen, nach dem Befinden und der Schlafqualität sowie nach den Plänen für den Tag zu erkundigen. Der Mann ist ungefähr 70, aber ein topfitter Gastgeber, der sich viele Dinge über die Leute merkt und das am nächsten Tag wieder ins Gespräch einbindet.
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| Die Isar. |
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| Fernsehturm. |

Um einen Überblick über die Stadt zu bekommen, buchten wir eine Stadtrundfahrt in einem Doppeldeckerbus. Wir waren ziemlich weit vorne in der Schlange und bekamen auch schöne Sitzplätze auf dem oberen Deck, das extra vor dem EInsteigen noch geöffnet wurde, weil die Sonne so schön schien. Aber während wir so darauf warteten, dass alle anderen eingestiegen waren, bekamen wir schon die ersten Tropfen ab. Zunächst versuchten noch alle, das wegzulächeln, aber irgendwann konnte man es nicht mehr ignorieren: es fing an zu regnen. Also Verdeck zu und losgefahren. Nach einiger Zeit trocknete es wieder, und das Verdeck konnte geöffnet werden. Dieses Spiel wiederholte sich 2 mal, dann war es dauerhaft trocken, und die Sonne brannte ohne Gnade auf uns herunter. Die erste Runde der Stadtrundfahrt führte uns durch den Innenstadtbereich und dauerte ungefähr 1 Stunde. Am Ende dieser Fahrt kehrten wir zum Hauptbahnhof zurück, und alle, die die kleine Tour gebucht hatten, mussten aussteigen. Wir blieben sitzen, denn wir hatten die erweiterte Runde gebucht, die auch in die äußeren Bereiche führte. Es ging also weiter zum Schloss Nymphenburg, zum Olympiapark und zum BMW-Werk. Hier wurde ich etwas wehmütig und habe an meine Familie gedacht.

Nach einer weiteren Stunde war auch die große Rundfahrt zuende, und wir stiegen am Hauptbahnhof aus. Da wir nun eine grobe Orientierung hatten, konnten wir losstiefeln und den Viktualienmarkt aufsuchen. Dort stärkten wir uns mit einem großen frisch gepressten Fruchtsaft und schauten uns dann die Marktstände an.
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| Frauenkirche. |
An einem Ende des Marktes war ein großes Geschäft mit offener Tür, aus der die Stimme eines Moderators oder so drang. Das machte uns neugierig, und wir schauten mal nach, was das war. Es handelte sich um ein Leih- und Auktionshaus, und drinnen war eine Auktion in vollem Gange. Wir gingen einfach mal rein und hörten zu. Das war so interessant, dass wir uns sogar Sitzplätze suchten und verweilten. Es wurden gerahmte Kunstdrucke und Perserteppiche versteigert. Der Auktionator war toll. Der wusste über jedes Stück Bescheid, konnte alles mögliche erzählen und hat die Leute ordentlich zum Bieten aufgefordert. Leider war er nicht besonders erfolgreich. Konnte ich mir auch nicht vorstellen, denn das Publikum sah nicht danch aus, als könnte es sich einen 12.000 € teuren Teppich ins Wohnzimmer legen (uns inklusive). Auch mit der Aussicht, die Teppiche als Wertanlage auf dem Dachboden zu verstauen, konnte niemanden locken, und so musste er seine guten Stücke wieder verstauen lassen. Schicke waren sie, das muss ich sagen, und relativ günstig bestimmt auch, aber welcher normale Mensch hat denn so viel Geld mal eben so rumliegen, um es in einen Teppich zu investieren?
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| Viktualienmarkt. |
Als wir genug geschaut hatten, verließen wir das Gebäude und setzten unsere Runde auf dem Markt fort. Inzwischen war es auch schon später Nachmittag geworden, und wir verspürten ein Hüngerchen. Nils hatte den ältesten Biergarten Münchens heraus gesucht und wusste - wie immer - ganz genau, wo der ist.

Wir marschierten und marschierten, die Sonne brannte, der Schweiß lief, die Laune wurde schlechter. Irgendwann zeigte mir Nils in der Ferne eine Reihe Bäume und sagte, dort sei der angestrebte Biergarten. OK, also Zähne zusammengebissen und weiter.
Diejenigen, die Nils und meine Geschichten über seine Zuversicht kennen, wissen, was jetzt kommt: Na klar, wir kamen bei den Bäumen an, und es war kein Biergarten zu sehen. Es ging also weiter, bis es mir zu blöd wurde. Ich setzte mich in den Schatten und verweigerte mich. Gegen Laufen habe ich nichts, aber ich kann es einfach nicht ertragen, wenn nicht klar ist, wo das Ziel ist und wenn ich das Gefühl habe, planlos durch die Gegen zu laufen. Nils setzte sich ebenfalls und studierte einen Prospekt, den wir in einem Geschäft mitgenommen hatten. Ich guckte mir die Leute an und hätte den ganzen Abend so dasitzen können.
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| Bitte nochmal dämlich. |
Irgendwann rissen wir uns beide am Riemen und gingen weiter. Bis zum Biergarten war es tatsächlich nicht mehr weit, und wir fanden sogar einen Tisch, der nicht reserviert war. Eine Maß wurde geordert und etwas zu essen und dann betrachteten wir das Treiben um uns herum. Irre, wie die das Bier wegzischen. Ich habe meine Maß Radler nicht geschafft.
Nach dem Essen blieben wir noch, denn es war so lauschig dort im Schatten der Bäume. Dann aber machten wir uns auf den Weg zum Hotel.
2. Tag; Sonntag: Alter Botanischer Garten, Biergarten
3. Tag; Montag: München --> Hamburg, meine Perle
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