Unser Ziel für dieses Wochenende - der hübsche Ort Brunnen - liegt im Kanton Schwyz.
Freitag, 28. März 2014: Anreise; Wellness
| Seeblick vom Zimmer aus. Herrlich! |
Nun sind wir ja schon ein bisschen herum gekommen hier in unserer neuen Heimat, und trotzdem bin ich immer wieder fasziniert von dem, was ich die "Bilderbuch-Schweiz" nenne. Diese pitoresken Holzhäuschen inmitten saftiger grüner Wiesen, im Vordergrund weiden die Kühe mit klingelnden Glocken um den Hals und im Hintergrund erheben sich die schneebedeckten Berge zum Himmel.
Hat jetzt jeder ein Bild vor Augen? Ja, das ist die Schweiz. Und zwar nicht nur im Fernsehen oder im Bilderbuch, sondern ganz in echt. Hier sieht es wirklich so aus, und ich kann mich gar nicht satt dran sehen.
Im Hotel angekommen, konnte ich ja kaum fassen, was Nils da für eine tolle Unterkunft gebucht hatte. Ein herrschaftliches Haus, direkt am See gelegen. Zum Angebot gehörte ein Upgrade auf ein Zimmer mit Seeblick, und das war ja mal richtig fein. Zumal wir auch noch das Glück hatten, dass wir ein Eckzimmer bekamen, was über 2 Fenster verfügte, also doppelten Seeblick. Großes Kino!
| Der weiße Kasten ist das Hotel. Nette Lage! |
Zurück im Zimmer überlegten wir dann, wohin wir zum Abendessen gehen sollten. Da wir beide keine große Lust mehr verspürten, uns fertig zu machen und irgendwo hin zu gehen, blieben wir auf dem Zimmer. Das Abendessen bestand dann aus den Resten des Proviants, den ich für die Autofahrt eingepackt hatte: Äpfel, Kekse, Cracker und Wasser.
Samstag, 29. März 2014: Vierwaldstätter See, Rigi, Luzern
Im Hotel ist es am ersten Morgen immer spannend zu sehen, wie das Frühstück wohl ist. Die Schweizer sind nicht gerade große Frühstücker. Sie halten es eher wie die Franzosen und sind mit Gipfeli und Konfi (Croissants und Marmelade) vollkommen zufrieden.
Glücklicherweise wird in den Hotels doch meist viel mehr geboten, und so hatten wir die Auswahl, die wir erwartet hatten (diverse Brotsorten, Fruchtplatte, Käseplatte, Aufschnitt und Rührei).
Wir stärkten uns ausgiebig und erkundigten uns danach bei der Rezeption nach den Fahrplänen für die Schiffe auf dem See.
Unser erstes Ziel - Vietznau - konnten wir nicht direkt anfahren, aber mit 1 mal umsteigen konnten wir es bewerkstelligen. An Bord suchten wir uns einen sonnigen Platz und ließen uns den Wind um die Nase wehen. Das Wetter war großartig und der Blick einfach nur traumhaft.
Die Bahn, die dort hoch fährt, ist die älteste Zahnradbahn Europas und braucht etwa eine halbe Stunde bis nach oben. Dort ist man dann auf 1.750 m über dem Meer und kann dann die letzten 50 Höhenmeter zu Fuß zurück legen. Da oben lag 'ne Menge Schnee und dusseligerweise hatte ich meine Wanderschuhe zwar auf die Reise mitgenommen aber morgens nicht angezogen. So kraxelte ich dann mit meinen Turnschuhen den rutschigen, vereisten Weg da 'rauf, immer in der Angst, dass ich mich hinlege und von oben bis unten nass vom Schnee bin .... von der Peinlichkeit mal abgesehen.
Auch dank Nils, der mich immer am Arm festhielt, wenn es zu glatt wurde, erreichten wir dann gemeinsam den Gipfel und genossen den Ausblick. Auf der einen Seite sieht man die schneebedeckten Gipfel der Alpen, auf der anderen Seite sieht man Teile des Sees und viel flachhügeliges Land.
Als wir auch den Abstieg wieder unfallfrei hinter uns gebracht hatten, setzten wir uns auf eine Bank und genossen den Ausblick und die Sonne. Das war so einer der Momente, in denen man die Zeit einfrieren möchte und einfach für immer dort sitzen mit seinem Liebsten an der Seite *schmacht*.
Irgendwann war die nächste Bahn startklar zur Abfahrt, und wir suchten uns einen Platz. Unten angekommen warteten wir auf die nächste Fähre und wunderten uns, warum die so unpünktlich war. Das ist man schließlich in der Schweiz nicht gewöhnt.
Ein Blick auf den Fahrplan enthüllte uns dann, dass wir uns in der Abfahrtzeit geirrt hatten und das Schiff erst 1 Stunde später abfahren würde. Damit blieb uns Zeit für einen kleinen Streifzug durch das Örtchen Vietznau und eine Einkehr auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen.
Leider war die Zeit knapp, so dass wir nicht richtig viel machen konnten. Aber für einen ersten Eindruck und die Entscheidung, dass wir nochmal wieder kommen wollen, reichte es.
Zurück nach Brunnen nahmen wir die Bahn. Auch auf dieser Strecke gab es wieder viel zu sehen, aber wir wren ganz schön kaputt, so dass wir sicherlich nicht jeden Ausblick so gewürdigt haben, wie er es verdient hätte.
Im Hotel wollten wir in dem etwas netteren Restaurant essen, dass toll klingende Spargel-Gerichte auf der Karte hatte. Leider bekamen wir dort eine Abfuhr, weil alles ausgebucht war. Man sagte uns, in dem etwas rustikaleren Restaurant gäbe es die gleichen Gerichte, daher gingen wir dort hin.
Dies war eine holzgetäfelte Gaststube, in der außer uns nur eine Oma mit ihren 4 Enkeln saß und die Kinderschar bespaßte. So richtig gemütlich war es nicht, aber der Spargel war prima und die Bedienung sehr nett.
Sonntag, 30. März 2014: Wellness, Rückreise; Kloster Einsiedeln
Zum Abschluss hatten wir noch für jeden von uns eine Massage gebucht. Nach dem Frühstück checkten wir zunächst aus und luden alle unsere Sachen ins Auto. Dann gingen wir zum Spa-Bereich und ließen uns durchkneten. Herrlich!
Für den Rückweg hätten wir nun einfach auf die Autobahn fahren können, dann wären wir einigermaßen schnell zuhause gewesen. Aber auf der Landstraßenstrecke lag noch eine Sehenswürdigkeit, die uns von Nils' Kollegen sehr ans Herz gelegt wurde: das Kloster Einsiedeln. Dort fuhren wir hin, parkten den Wagen ein Stück entfernt und liefen los.
Dann besichtigten wir noch den Innenhof, wo die Klosterpferde standen. Wunderschöne Tiere, die nach und nach auf die Weide gebracht wurden.
Zum Abschluss noch einen Blick in den Klosterladen, wo es neben Kruzifixen und Kerzen auch jede Menge Medaillen, Literatur und Kunsthandwerk gibt. Außerdem kann man sich Weihwasser aus einem Kanister abfüllen oder aus dem reichhaltigen Angebot von hausgemachten Kräutermischungen, Ölen und Schnäpsen wählen.
Zurück im Auto nahmen wir dann Kurs auf Zürich, was eigentlich ja immer eine blöde Idee ist wegen der ständigen Verkehrsstaus dort. Die Strecke war aber einfach zu verlockend schön, daher war es dann auch ok, dass wir direkt in der Stadt ein bisschen stop-and-go hatten. Von dort aus dann auf die Autobahn und schon bald waren wir wieder zuhause. Was für ein wunderschönes Wochenende!

