Seiten

Sonntag, 30. März 2014

Wochenende in Brunnen am Vierwaldstätter See

Nils hatte wieder einmal ein Angebot von unserer liebsten Reiseseite genutzt, um ein Wochenende für uns zu buchen. Diesmal verschlug es uns in die Wiege der Schweiz an den Vierwaldstätter See. Warum Wiege der Schweiz? Naja, weil genau hier die 3 Kantone liegen, die vor über 700 Jahren die Schweiz gegründet haben. Uri, Schwyz und Unterwalden (heute die 2 Halbkantone Nidwalden und Obwalden) haben 1291 auf der Rütliwiese einen Eid geleistet, dass man als Brüder zusammen stehen und sich gegenseitig verteidigen wolle. Nach und nach kamen weitere Gebiete zur Eidgenossenschaft dazu, bis die Schweiz entstanden war, die wir heute kennen und die aus 26 Kantonen besteht (genauer gesagt sind es 20 Vollkantone und 6 Halbkantone, aber das zu erwähnen wäre Klugscheißerei).
Unser Ziel für dieses Wochenende - der hübsche Ort Brunnen - liegt im Kanton Schwyz.

Freitag, 28. März 2014: Anreise; Wellness

Seeblick vom Zimmer aus. Herrlich!
Ich holte Nils von der Arbeit ab, und wir fuhren Richtung Landesmitte. Zunächst mussten wir uns durch St. Gallen quälen, wo die Verkehrslawine im Feierabend-/Wochenendemodus unterwegs war, aber dann ging es nur noch durch schöne Landschaften, Berge und Täler und kleine Dörfchen.
Nun sind wir ja schon ein bisschen herum gekommen hier in unserer neuen Heimat, und trotzdem bin ich immer wieder fasziniert von dem, was ich die "Bilderbuch-Schweiz" nenne. Diese pitoresken Holzhäuschen inmitten saftiger grüner Wiesen, im Vordergrund weiden die Kühe mit klingelnden Glocken um den Hals und im Hintergrund erheben sich die schneebedeckten Berge zum Himmel.
Hat jetzt jeder ein Bild vor Augen? Ja, das ist die Schweiz. Und zwar nicht nur im Fernsehen oder im Bilderbuch, sondern ganz in echt. Hier sieht es wirklich so aus, und ich kann mich gar nicht satt dran sehen.

Im Hotel angekommen, konnte ich ja kaum fassen, was Nils da für eine tolle Unterkunft gebucht hatte. Ein herrschaftliches Haus, direkt am See gelegen. Zum Angebot gehörte ein Upgrade auf ein Zimmer mit Seeblick, und das war ja mal richtig fein. Zumal wir auch noch das Glück hatten, dass wir ein Eckzimmer bekamen, was über 2 Fenster verfügte, also doppelten Seeblick. Großes Kino!
Der weiße Kasten ist das Hotel. Nette Lage!
Wir richteten uns in dem Zimmer ein und machten uns fertig für den Spa-Bereich, denn ebenfalls zum Angebot gehörte es, den Private Spa für 2 Stunden zu benutzen. Und das war sehr fein! In einem separaten Raum war eine riesige Badewanne für uns vorbereitet; Champagner und Häppchen standen ebenfalls bereit. Außerdem gab es eine Dampfsauna und einen Ruhebereich ganz für uns alleine. Das ist genau das, was man nach einer längeren Autofahrt braucht.

Zurück im Zimmer überlegten wir dann, wohin wir zum Abendessen gehen sollten. Da wir beide keine große Lust mehr verspürten, uns fertig zu machen und irgendwo hin zu gehen, blieben wir auf dem Zimmer. Das Abendessen bestand dann aus den Resten des Proviants, den ich für die Autofahrt eingepackt hatte:  Äpfel, Kekse, Cracker und Wasser.

Samstag, 29. März 2014: Vierwaldstätter See, Rigi, Luzern
Im Hotel ist es am ersten Morgen immer spannend zu sehen, wie das Frühstück wohl ist. Die Schweizer sind nicht gerade große Frühstücker. Sie halten es eher wie die Franzosen und sind mit Gipfeli und Konfi (Croissants und Marmelade) vollkommen zufrieden.
Glücklicherweise wird in den Hotels doch meist viel mehr geboten, und so hatten wir die Auswahl, die wir erwartet hatten (diverse Brotsorten, Fruchtplatte, Käseplatte, Aufschnitt und Rührei).
Wir stärkten uns ausgiebig und erkundigten uns danach bei der Rezeption nach den Fahrplänen für die Schiffe auf dem See.
Unser erstes Ziel - Vietznau - konnten wir nicht direkt anfahren, aber mit 1 mal umsteigen konnten wir es bewerkstelligen. An Bord suchten wir uns einen sonnigen Platz und ließen uns den Wind um die Nase wehen. Das Wetter war großartig und der Blick einfach nur traumhaft.



In Vietznau angekommen holten wir uns die Tickets für die Auffahrt zur Rigi. Die Rigi ist ein sehr auffälliger Berg, von dem man einen fantastischen 360°-Blick über die Umgebung hat.
Die Bahn, die dort hoch fährt, ist die älteste Zahnradbahn Europas und braucht etwa eine halbe Stunde bis nach oben. Dort ist man dann auf 1.750 m über dem Meer und kann dann die letzten 50 Höhenmeter zu Fuß zurück legen. Da oben lag 'ne Menge Schnee und dusseligerweise hatte ich meine Wanderschuhe zwar auf die Reise mitgenommen aber morgens nicht angezogen. So kraxelte ich dann mit meinen Turnschuhen den rutschigen, vereisten Weg da 'rauf, immer in der Angst, dass ich mich hinlege und von oben bis unten nass vom Schnee bin .... von der Peinlichkeit mal abgesehen.



Auch dank Nils, der mich immer am Arm festhielt, wenn es zu glatt wurde, erreichten wir dann gemeinsam den Gipfel und genossen den Ausblick. Auf der einen Seite sieht man die schneebedeckten Gipfel der Alpen, auf der anderen Seite sieht man Teile des Sees und viel flachhügeliges Land.

Als wir auch den Abstieg wieder unfallfrei hinter uns gebracht hatten, setzten wir uns auf eine Bank und genossen den Ausblick und die Sonne. Das war so einer der Momente, in denen man die Zeit einfrieren möchte und einfach für immer dort sitzen mit seinem Liebsten an der Seite  *schmacht*.

Irgendwann war die nächste Bahn startklar zur Abfahrt, und wir suchten uns einen Platz. Unten angekommen warteten wir auf die nächste Fähre und wunderten uns, warum die so unpünktlich war. Das ist man schließlich in der Schweiz nicht gewöhnt.
Ein Blick auf den Fahrplan enthüllte uns dann, dass wir uns in der Abfahrtzeit geirrt hatten und das Schiff erst 1 Stunde später abfahren würde. Damit blieb uns Zeit für einen kleinen Streifzug durch das Örtchen Vietznau und eine Einkehr auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen.

Dann kam endlich die Fähre, und wir konnten unsere Fahrt Richtung Luzern fortsetzen.
Nils war schon einmal dort gewesen, als er eine Schulung hatte. Für mich war es der erste Besuch dieser schönen Stadt direkt am See. Vom Fähranleger liefen wir in die Altstadt, streiften dort durch die Straßen und bewunderten die Häuser mit den prächtigen Fassaden. Wirklich schön!





Leider war die Zeit knapp, so dass wir nicht richtig viel machen konnten. Aber für einen ersten Eindruck und die Entscheidung, dass wir nochmal wieder kommen wollen, reichte es.
Zurück nach Brunnen nahmen wir die Bahn. Auch auf dieser Strecke gab es wieder viel zu sehen, aber wir wren ganz schön kaputt, so dass wir sicherlich nicht jeden Ausblick so gewürdigt haben, wie er es verdient hätte.
Im Hotel wollten wir in dem etwas netteren Restaurant essen, dass toll klingende Spargel-Gerichte auf der Karte hatte. Leider bekamen wir dort eine Abfuhr, weil alles ausgebucht war. Man sagte uns, in dem etwas rustikaleren Restaurant gäbe es die gleichen Gerichte, daher gingen wir dort hin.
Dies war eine holzgetäfelte Gaststube, in der außer uns nur eine Oma mit ihren 4 Enkeln saß und die Kinderschar bespaßte. So richtig gemütlich war es nicht, aber der Spargel war prima und die Bedienung sehr nett.


Sonntag, 30. März 2014: Wellness, Rückreise; Kloster Einsiedeln
Zum Abschluss hatten wir noch für jeden von uns eine Massage gebucht. Nach dem Frühstück checkten wir zunächst aus und luden alle unsere Sachen ins Auto. Dann gingen wir zum Spa-Bereich und ließen uns durchkneten. Herrlich!

Für den Rückweg hätten wir nun einfach auf die Autobahn fahren können, dann wären wir einigermaßen schnell zuhause gewesen. Aber auf der Landstraßenstrecke lag noch eine Sehenswürdigkeit, die uns von Nils' Kollegen sehr ans Herz gelegt wurde: das Kloster Einsiedeln. Dort fuhren wir hin, parkten den Wagen ein Stück entfernt und liefen los.
 
Das Kirchengebäude des Klosters ist schon von außen ein sehr imposanter Anblick, aber innen verschlug es uns echt die Sprache. Leider durfte man da drin nicht fotografieren, aber hier könnt ihr vielleicht mal einen Eindruck bekommen. Ich hätte stundenlang an die Decke starren können, weil man immer wieder neue interessante Figuren, Materialien oder Kuriositäten entdecken konnte. Als der Nacken drohte, steif zu werden, verließen wir das Gebäude, zündeten aber vorher noch eine Kerze an. Über den Ständern mit den Kerzen waren diverse Bilder und Schriften aufgehängt, in denen von Wunderheilungen und anderen tollen Dingen berichtet wurde. Einige dieser Stücke waren über 200 Jahre alt. Nicht, dass wir an derart wundersame Dinge glauben würden, aber auf Reisen zünden wir eigentlich immer eine Kerze an, wenn wir eine katholische Kirche besichtigen. Geschadet hat es noch nicht, und für uns ist es einfach ein schönes Ritual.
Dann besichtigten wir noch den Innenhof, wo die Klosterpferde standen. Wunderschöne Tiere, die nach und nach auf die Weide gebracht wurden.
Zum Abschluss noch einen Blick in den Klosterladen, wo es neben Kruzifixen und Kerzen auch jede Menge Medaillen, Literatur und Kunsthandwerk gibt. Außerdem kann man sich Weihwasser aus einem Kanister abfüllen oder aus dem reichhaltigen Angebot von hausgemachten Kräutermischungen, Ölen und Schnäpsen wählen.

Zurück im Auto nahmen wir dann Kurs auf Zürich, was eigentlich ja immer eine blöde Idee ist wegen der ständigen Verkehrsstaus dort. Die Strecke war aber einfach zu verlockend schön, daher war es dann auch ok, dass wir direkt in der Stadt ein bisschen stop-and-go hatten. Von dort aus dann auf die Autobahn und schon bald waren wir wieder zuhause. Was für ein wunderschönes Wochenende!

Die Besuchssaison 2014 ist eröffnet - Besuch von Tobi

Nachdem wir im letzten Jahr viele liebe Menschen bei uns begrüßen durften, hoffen wir, dass auch in 2014 einige von Euch den weiten Weg zu uns finden.
Den Anfang machte mein Bruder Tobi, der sich zu einem Wochenendbesuch angemeldet hatte.

Samstag:
Ich hatte Tobi zugesagt, dass jemand ihn vom Flughafen abholt. Normalerweise sollte man sich mit dem Auto aus Zürich fern halten, da dort immer Stau ist und das Parken ein Vermögen kostet. Am Samstag kann man es aber schon mal wagen, und daher machten Nils und ich uns beide auf den Weg zum Flughafen. Dort parkten wir und postierten uns im Ankunftsbereich. 
In Flughäfen wird es ja selten langweilig, weil praktisch ständig Flüge ankommen und es immer etwas zu gucken gibt, wenn die Menschen durch den Zoll kommen und teils mehr, teils weniger aufwendig begrüßt werden. Da sieht man Leute, die ihre Lieben mit großen Schildern oder selbst gemalten Plakaten begrüßen; einige haben Sträuße von Luftballons in der Hand oder stehen in Gruppen dort und proben Sprechgesänge. Es ist immer wieder spannend, da zuzugucken.
Unser Highlight unter den Wartenden war ein älterer Mann, der in zünftiger Kleidung mit seinem riesigen Bernhardiner auf jemanden wartete. Der Hund hatte stilecht ein Holzfässchen um den Hals gebunden und war ein echter Hingucker.
Man wird ja immer ungeduldiger, je öfter sich die Schiebetüren öffnen und Fremde da heraus kommen; und auch diesmal schien das Warten wieder endlos zu sein. ABer dann kam endlich unser Tobi heraus und es gab eine schöne Begrüßung. Sorry, Tobi, keine Schilder, keine Luftballons, vielleicht beim nächsten Mal  ;-))
Vom Flughafen nach Hause geht es fast die ganze Zeit über die Autobahn, aber trotzdem bekommt man schon mal einen guten Eindruck von den schönen Schweizer Landschaften.
Zuhause bezog Tobi dann erst mal sein Zimmer und bekam dann eine Tour durch die Wohnung und über die Terrasse.
Vorab hatten wir Tobi gefragt, was er sich denn so vorstelle für seine Tage bei uns, und was er gerne machen würde. Einer seiner Wünsche wurde gleich abends erfüllt, denn ich hatte Zürcher Geschnetzeltes gekocht - natürlich mit selbst gemachten Spätzle von Nils.
Nach dem Essen saßen wir noch eine ganze Weile zusammen auf dem Sofa und schnackten.

Sonntag:
Beim Frühstück verrieten wir Tobi unseren Plan für den Tag. Er hatte sich gewünscht, die Berge zu sehen, und da hatte Nils sich überlegt, dass wir zum Flumserberg fahren könnten, denn da lag immer noch Schnee, und das will man ja dann auch mal gesehen haben. Also schmierten wir uns ein paar Stullen zum Mitnehmen und fuhren los.
Zum Flumserberg ist es eine ganze Ecke zu fahren, aber es gibt so viel Schönes zum Gucken.
Am Walensee parkten wir das Auto, und wir kauften die Fahrkarten für die Seilbahn. Und schon waren wir auf dem Weg nach oben. Je höher man kommt, desto toller ist natürlich der Ausblick, und da wir fantastisches Wetter hatten, konnten wir auch recht weit gucken.
Für lange Wanderungen waren wir nicht wirklich ausgerüstet, daher entschieden wir uns für einen klenen Rundgang. An einer Stelle standen 2 Bänke mit toller Aussicht - perfekt für ein Päuschen. Dort packten wir unseren Proviant aus und ließen es uns schmecken.
Der einzige Nachteil:  Rund um uns war strahlend blauer Himmel, nur direkt über uns war eine nervige Wolkenbank, die nicht wegziehen wollte. Wir warteten und warteten, dass die Sonne auch endlich über uns heraus kommen würde, aber das wollte sie wohl nicht. Irgendwann wrde es uns dann zu kalt, so untätig, wie wir da waren, und wir brachen auf für den restlichen Rundweg.
Weiter unten kamen wir an eine Skihütte, aus der megalaute Musik dröhnte. Da ging es hoch her mit Live-Musik, Bier und allem, was zum Après-Ski gehört. Darauf hatten wir aber keine Lust, also gingen wir weiter.
Ein Stück weiter machten wir am Kinder-Hügel halt und beobachteten, wie selbst die Kleinsten sich total geschickt anstellten auf ihren Brettern.
Als wir keine Lust mehr hatten, gingen wir zurück zur Seilbahn und fuhren wieder den Berg hinunter. Unten angekommen überquerten wir die Straße, um noch dichter an den Walensee zu kommen. Dort genoßßen wir den Blick auf das glitzernde Wasser und die umgebenden Berge.
Da die Zeit ein wenig drängte, machen wir uns auf den Heimweg. Zur Abwechslung nahmen wir einen anderen Weg als auf der Herfahrt, so dass wir noch mehr von der schönen Schweiz zu sehen bekamen.
Für 19 Uhr hatten wir eine Reservierung. Wir kamen genau so zu Hause an, dass wir uns noch kurz frisch machen konnten, bevor wir wieder aufbrechen mussten. Wir hatten wieder im Fondue-Chalet reserviert, wo wir im November schon einmal waren. Es gab Salat und Käse-Fondue. Sehr lecker !



Beim Abschied erzählte uns die Chefin noch, dass es der letzte Abend für das Fondue-Chalet war. Die Saison ist somit geschlossen, und das nächste Fondue gibt es dann erst wieder ab dem 25. Oktober. Da waren wir ja gerade noch einmal rechtzeitig.

Montag:
Zeit für den Bodensee. Nils musste zur Arbeit, und Tobi und ich machten uns auf den Spaziergang, den wir - glaube ich - bislang mit allen Besuchern gemacht haben:  Kreuzlinger Hafen, am Wasser lang über die Kunstgrenze bis Konstanz.
Das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Wir hatten etwas getrödelt, daher hatten wir den Katamaran nach Friedrichshafen verpasst. Da der aber jede Stunde fährt, war das nicht so schlimm. Wir stellten uns zu Füßen der Imperia ans Wasser und schnackten.
Die Überfahrt startete pünktlich und angestrengt behielten wir die Kunstgrenze im Blick,um zu sehen, welches Bild sich vom See aus ergibt, wenn man die Skulpturen in einer bestimmten Achse betrachtet. Ich selbst habe das schon einmal gesehen, aber es ist trotzdem spannend. Die Sonne schien sehr stark und genauso, dass uns der Blick ein wenig vernebelt wurde. Daher konnten wir das Gesamtbild nicht erkennen. Schade!
In Friedrichshafen machten wir einen Rundgang durch die Altstadt und den Park, der direkt am Wasser gelegen ist. Die Stadt an sich ist ja nicht besonders schön oder sehenswert. Das Zeppelinmuseum hat montags geschlossen, und außerdem war das Wetter viel zu gut für einen Museumsbesuch. Aber der Zeppelin flog, und wir konnten ihn sogar im Landeanflug beobachten.
Ein Hüngerchen führte uns zu einem Imbissstand von einem kleinen Restaurant. Dort gab es "Schwäbische Pizza". In manchen Gegenden heißt es auch "Dünnele"; ich würde es mal beschreiben als "wie Flammkuchen, aber mit dickerem Teig und daher kleiner". Das war total lecker, und den Kaffee danach genossen wir mit Blick aufs Wasser.
Die Zeit war schon fortgeschritten, daher nahmen wir den nächstmöglichen Katamaran zurück nach Konstanz. Dort schlenderten wir noch ein wenig durch die Altstadt, damit Tobi davon wenigstens auch einen kleinen Eindruck bekommen konnte.


Dienstag:
Letzter Tag; der Rückflug ging am späten Nachmittag. Also hatten wir noch ein wenig Zeit, um das Wetter und das Beisammensein zu genießen. Ich fuhr mit Tobi auf die Reichenau, wo wir uns am Campingplatz ans Wasser setzten. Nach einer Weile gingen wir dann den Strand entlang auf einem gewollten Umweg zum Auto.
Bei einem Bäcker kehrten wir noch ein auf einen Kaffee und setzten uns wieder schön in die Sonner, um jeden Strahl des schönen Wetters auszunutzen.
Dann war es langsam Zeit, Tobi zum Bahnhof zu bringen. Die Zeit bis die Bahn kam, verbrachten wir noch zusammen am Bahnsteig und dann hieß es Abschied nehmen.

Montag, 24. März 2014

Besuch aus der alten Heimat

Donnerstag, 20. März 2014:  Anreise; erster Spaziergang nach Konstanz

Heute hatten sich meine Eltern zum Besuch angekündigt. Da mein Vater ehemaliger Bundesbahner ist, können die beiden zehnmal pro Jahr umsonst mit der Bahn durch die deutschen Lande fahren. Das dauert von Norddeutschland nach Konstanz zwar gut 9 Stunden, aber wenn´s nix kostet.....
Bine holte die beiden vom Bahnhof Konstanz ab, da ich noch arbeiten musste. Abends gingen wir zusammen rüber nach Konstanz und dort zum Abendessen zu einem Italiener im Zentrum.

Freitag, 21. März 2014:  Säntis, Appenzell, Arbon

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, und deshalb wollten wir hinauf auf den Säntis, um den Ausblick auf die ganze Bodenseeregion zu präsentieren. Am See unten war die Landschaft schon grün, aber weiter oben Richtung Schwägalp lag noch recht kräftig Schnee. Die Strassen waren aber geräumt und trocken.



Meine Mutter ist jetzt absolut kein Fan von ungebremster Aussicht in die Tiefe, weshalb die Fahrt mit der großen, vollverglasten Seilbahnkabine zum Gipfel hinauf ihr ein wenig die Blässe ins Gesicht trieb. Aber nach 10 Minuten war die Fahrt geschafft und wir erklommen die Treppen hinauf zur Aussichtsplattform. 


 

Die Fernsicht war nicht ganz perfekt (leicht diesig), aber trotzdem recht beeindruckend. Wir waren ja schon hier oben gewesen, aber für meine Eltern waren so viele Berge mal was Neues.

Nach dem Rundgang genehmigten wir uns ein Getränk im Panorama-Restaurant und bewunderten die Alpendohlen, die hier oben leben und in den Auf- und Abwinden perfekt schweben können. Die Bedienungen finden die Vögel nicht so super, da sie auf der Suche nach Essensresten die Stühle und Tische "markieren".

Nach der Rückkehr zur Talstation fuhren wir nach Appenzell und machten einen Spaziergang durch den historischen Ortskern. Am späten Nachmittag ging es dann noch an meiner Schweizer Arbeitsstätte vorbei zum Seeufer in Arbon, wo wir den Blick über den See und ein Kaltgetränk genossen.

Zum Abendessen gingen wir in ein gutbürgerliches Restaurant in Kreuzlingen und verspeisten lecker Cordon bleu.

Samstag, 22. März 2014:  Friedrichshafen

Das Wetter war heute eher durchwachsen. Mein Vater wünschte sich eine Fahrt auf dem Bodensee, am besten rüber nach Meersburg. Leider fahren die Kursschiffe so früh im Jahr noch nicht, so dass wir uns kurzentschlossen für den Katamaran nach Friedrichshafen entschieden. Der fährt stündlich und rund ums Jahr.
Nach 50 Minuten waren wir in Friedrichshafen angekommen und spazierten durch die Innenstadt. Hier fällt einem im Vergleich zu Konstanz schon die fast vollständige Nachkriegs-Bauweise auf. Sprich: Die Innenstadt ist nicht sehr hübsch. Am Ufer ist es netter, so dass wir hier entlang schlenderten und in ein recht uriges schwäbisch-österreichisches Lokal einkehrten.

Bei der Rückfahrt nach Konstanz fing es schon an zu regnen, und auch der Weg zurück zur Wohnung war recht feucht.

Sonntag, 23. März 2014:  Abreise

Am Morgen frühstückten wir alle gemeinsam und gemütlich. Kurz nach 10 Uhr brachten wir dann meine Eltern wieder zum Bahnhof Konstanz, wo sie nach einer herzlichen Verabschiedung ihren Zug zurück in den Norden bestiegen.

Donnerstag, 6. März 2014

Schneckenpost

Wenn man Rechnungen und Werbeprospekte mal außer acht lässt, dann ist doch in Zeiten von Internet und SMS der Briefkasten meistens leer. Umso schöner ist es, wenn man dann doch gelegentlich mal eine Karte, einen Brief oder gar ein Päckchen von lieben Menschen in Händen halten darf.
Mit solchen Freuden sind wir in den letzten Monaten häufiger gesegnet gewesen. Viele tolle Überraschungen haben uns erreicht.

Luftballonkarten:
Erinnert Ihr Euch noch, dass wir an unserer Abschiedsparty Luftballons haben steigen lassen? Da waren Kärtchen angebracht, auf die unsere Gäste Grüße und gute Wünsche geschrieben haben. Der nette Finder des Ballons sollte die Karte dann jeweils zur Post bringen. Unsere Adresse war schon drauf.
So nach und nach kam auch tatsächlich die eine oder andere Karte an, die letzte sogar noch im Januar. Von den 10 Luftballons haben es ganze 6 Karten zu uns in die Schweiz geschafft. Gute Quote, oder?


Weihnachten:

Zwar waren wir über Weihnachten nicht da, aber trotzdem haben wir ein paar schöne Pakete bekommen. 
von A, T und den beiden Mädels
von meinen Eltern - ein bisschen Heimat

Monatspakete:
Noch so ein Ding von der Abschiedsparty. Alle Gäste haben ein Los gezogen, und manche haben nun die Aufgabe, uns in einem bestimmten Monat ein Paket zu schicken. Leider habe ich bei den ersten Paketen noch keine Fotos gemacht.
Folgende tolle Sachen haben uns erreicht:

August
Aufgabe:  Schicke Sabine und Nils ein Hamburger Abendblatt, um sich über die aktuellen Ereignisse in und um Hamburg auf dem Laufenden zu halten.
Wir bekamen von U. eine dicke Samstagsausgabe, die wir rauf und runter gelesen haben.


September
Aufgabe:   Schicke Sabine und Nils ein Glas selbstgemachte Marmelade, vorzugsweise mit Früchten aus dem alten Land.
Da wir nicht die großen Marmeladenesser sind, tauschten wir das Thema um und bekamen so von S. und M. ein Paket Kaffee aus der Harburger Rösterei. Und sie haben sogar noch einen Schokokuchen im Glas dazu gelegt. Lecker!

Oktober
Aufgabe:  Schicke Sabine und Nils eine Bastelanleitung für eine Halloween-Dekoration, damit sie ihre neue Wohnung passend dekorieren können.
Das Päckchen kam in der Zeit an, als ich gerade im Norden war, also eigentlich total pünktlich. Da Nils keine Berechtigung hat, meine Sachen bei der Post abzuholen (das ist ein bisschen kompliziert und kostspielig in der Schweiz), war aber Halloween schon vorbei, als wir das Paket endlich bei uns zuhause hatten.
Mt. und Mk. haben es richtig gut gemeint und nicht nur eine sondern drei Anleitungen geschickt inklusive dem meisten Material, was dafür gebraucht wird. Daher kann ich in diesem Jahr rechtzeitig Deko basteln und die Wohnung schmücken.




November
Aufgabe:  Schicke Sabine und Nils ein Rezept für ein leckeres Essen zum Nachkochen, samt einer Zutat.
A. hat uns eines ihrer Lieblingsrezepte (Österreichischer Krautstrudel) kopiert und uns nicht nur den Schinkenspeck geschickt, der dafür benötigt wird, sondern auch noch ein bisschen Weihnachtsschoki, Kekse und Teelichter. Ganz entzückend!
Mittlerweile haben wir den Strudel auch endlich mal gemacht, und er ist wirklich köstlich.



Dezember
Aufgabe:  Schicke Sabine und Nils selbstgebackene Kekse zu Weihnachten.

Hier mussten wir mit dem Termin etwas jonglieren, da wir ja schon Mitte Dezember weg gefahren sind. Aber R., D. und T. haben das super gemeistert, denn wir konnten das Paket am Nikolaustag bei der Post abholen. Allein der Karton war schon eine Augenweide, denn er war über und über mit weihnachtlichen Stickern beklebt. Da hat meine kleine Cousine ganze Arbeit geleistet. Und dann staunten wir über die riesige Dose voll mit leckeren Keksen. Einige waren sogar mit unseren Namen beschriftet. Und was soll ich sagen ... ganz schnell waren die weg gemampft. *yummy*
 

Februar
Aufgabe:  Schicke Sabine und Nils etwas zum Verkleiden für den Karneval.
Der Umschlag war am Valentinstag im Briefkasten. Ich hatte keine Ahnung, was drin sein würde, denn ich konnte mich nicht mehr an das Thema für den Februar erinnern. Nun musste ich mich noch den ganzen Tag gedulden, denn ich öffne diese Sendungen grundsätzlich erst abends mit Nils zusammen.
Was haben wir gelacht, als wir gesehen haben, was J. uns da in den Umschlag gepackt hat. Gleich packten wir aus und probierten an. Und in der Fastnacht sind beide Teile auch zum Einsatz gekommen.
Anprobe ....
... und in Aktion.
Außerdem haben wir noch einiges an Karten und Briefen bekommen.
Vielen lieben Dank, dass Ihr doch immer mal an uns denkt !! Ihr seid immer in unseren Herzen. Wir sind sehr froh, Euch zu haben!

Fastnacht

In Norddeutschland gibt es - wenn überhaupt - den Fasching.
Der Rheinländer feiert - mit großer Überzeugung und Begeisterung - den Karneval.
Und hier im Süden heißt die Närrische Zeit eben Fastnacht.

Wer uns kennt, der weiß, dass wir mit Maskerade und komischem Treiben nichts am Hut haben. Aber wenn man nun mal inmitten so einer Hochburg wohnt, dann sollte man sich doch mit dem Thema beschäftigen und zumindest einmal so gut es geht mitmachen. Und das taten wir auch:

Sonntag:

Große Fastnachtsparade in Kreuzlingen. Um 14 Uhr sollte es losgehen, und Nils meinte, nur die Paradeteilnehmer wären hier verkleidet, nicht aber die Zuschauer. Also ießen wir unsere Hasenohren und die Scherzbrille noch zuhause und marschierten los ins Zentrum von Kreuzlingen.
Pünktlich um 14 Uhr ertönte der Knall einer Kanone, was das Zeichen für den Start der Parade ist. Wir hatten uns einen Platz mitten auf der Verkehrsinsel gesucht, auf dem wir einen guten Ausblick auf die heranmarschierende Fastnachtsmeute hatten. Vom Publikum war doch ein großer Teil verkleidet und maskiert, aber es war trotzdem nicht unangenehm, ohne Narrengewand unterwegs zu sein.
Als der Umzug dann endlich bei uns ankam, war ich beeindruckt. Ich hatte schon einiges von den tollen Holzmasken gehört, die hier traditionell getragen werden, und auch im Fastnachtsmuseum hatten wir uns ja schon einige Kostüme angesehen. Aber die Gestalten in natura zu sehen, ist doch noch anders. Da sind schon ein paar ganz schön gruselige Gesellen dabei.








Der Fastnachtsruf lautet hier "Ho Narro!", und das tönte von allen Ecken und Enden durch den Ort. Statt Bonbons wird hier ordentlich Konfetti in die Menge geworfen. Nils hatte ja im letzten Jahr schon Erfahrung damit gemacht. Hier schmissen die Narren aber nicht allzuweit mit den Papierschnipseln, so dass wir kaum etwas abbekamen.









Insgesamt 63 Gruppen nahmen an dem Umzug teil, die aus verschiedenen Orten in der Schweiz und Deutschland angereist waren. Große Wagen oder Gefährte waren nur wenige dabei. Hier in der Gegend liegt der Fokus mehr auf den Gruppen und deren traditionellen Kostümen.
Das Spetakel dauerte knappe 2 Stunden. Danach verlief sich die Menge ein wenig auf der Haptstraße. Hier waren einige kleinere Fress- und Trinkbuden aufgestellt, und auch die Guggen (Blaskapellen) stellten sich an verschiedenen Stellen auf und gaben noch einmal ihr Können zum Besten.
Das Konfetti, das überall in dicker Schicht auf der Straße lag, wurde von den Kindern fleißig eingesammelt. Ganze Mülltüten füllten sie mit dem Kram. Das wird bestimmt im nächsten Jahr wieder zum Einsatz kommen.
Der Boden voller Konfetti.
Wir liefen noch ein bisschen rauf und runter, teilten uns eine Portion Raclette und gingen dann nach Hause.

Schmotziger Dunschtig:
Der Schmutzige Donnerstag ist der Haupttag der Schwäbisch-Allemannischen Fastnacht. Jeder, der irgendwie kann, ist in Konstanz in der Altstadt unterwegs. Von 0 bis 99 Jahren ist dort alles vertreten, und geschätzte 95 % der Leute sind kostümiert - meistens von Kopf bis Fuß.
Für die Narrenzünfte und -vereine beginnt der Tag damit, dass man sich um 6 Uhr versammelt und dann mit seinen Blaskapellen und Lärminstrumenten durch die Straßen der Altstadt und einiger Wohngebiete zieht, um die Menschen zu wecken. Später wird dann das Rathaus gestürmt und 'übernommen'. In der Fastnacht regiert der Narr. Kindergärten, Schulen und manche Firmen werden von den verschiedenen Narrengruppen 'befreit', das heißt, der Unterricht fällt aus, und auch einige Firmen geben ihren Mitarbeitern frei.
Anschließend treffen sich die Gruppen zum Frühstück, um sich für den Rest des Tages zu stärken.
Um 13 Uhr kam ich am Konstanzer Obermarkt an, genau rechtzeitig um mir das Jakobiner-Tribunal nicht entgehen zu lassen. Hier wird jährlich eine Persönlichkeit aus Konstanz oder Umgebung vor Gericht gestellt und angeklagt. In diesem Jahr war Rainer Wiesner dran, der GF vom Südkurier. Der Jakobiner-Verein führt dieses Tribunal aus, wobei der Angeklagte auf einer Bühne zur Schau gestellt wird. Ein Richter führt durch die Veranstaltung. Die Anklage wird verlesen, danach ist der Verteidiger an der Reihe. Zeugen kommen ebenfalls zu Wort - entweder für oder gegen den Angeklagten. Alles wird in Reimform und in Dialekt vorgetragen und führte beim lauschenden Publikum zu manchem Lachanfall oder begeistertem Gejohle. Die meisten Jokes habe ich nicht verstanden, da ich die Zeitung nicht lese und auch sonst diverse Anspielungen oft mangels Insiderwissen nicht verstanden habe.
Trotzdem war es eine sehr spaßige Veranstaltung. Das letzte Wort hatte dann der Angeklagte selbst, der das Prozedere bravourös durchgestanden hat und dann nach einer kurzen Beratung des Richters und der Anwälte in Ermangelung einer Gouillotine seinen Kopf behalten durfte. Er wurde dazu verdonnert, ein Sonderblatt des Südkuriers an Ort und Stelle zu verteilen, dessen Inhalt er nicht kannte. Er schnappte sich den Packen mit Blättern und begab sich in die Menge und verteilte frühlich die Zettel. Ich bekam auch einen. Es war eine Seite DIN A 3 vorne mit einem großen Bericht über das eben abgelaufene Tribunal und hinten mit diversen Traueranzeigen. Gespickt war das ganze dann noch mit Werbeanzeigen für das letzte Mahl, die neueste Hinrichtungsmode und den tollen Sekt Henker Trocken.
Das mit den Todesanzeigen war z.B. so eine Sache, die ich nicht richtig verstanden habe. Es war so etwas im Sinne von "in Konstanz will niemand mehr sterben, weil die Traueranzeigen im Südkurier so langweilig sind". Verstehe ich immer noch nicht  ....  naja.
Nach dem Tribunal verstreute sich die Menge in der ganzen Stadt. Überall traf man auf die "Mäschgerle" (die Verkleideten), die zusammen große Party machten. Überflüssig zu erwähnen, dass die Geschäfte in Konstanz am Schmotzigen geschlossen bleiben. Viele haben sogar ihre Eingänge verbarrikadiert, damit nichts zu Bruch geht.
Ein bisschen schockiert war ich über den Müll, der überall herum lag, und die vielen Betrunkenen am hellichten Tag. Bei der Parade in Kreuzlingen war das doch etwas zivilisierter gewesen. Wahrscheinlich war das im Vergleich zu Rosenmontag in Köln noch gar nichts, aber ich bin ja auch nur so ein Mauerblümchen vom Dorf, das so etwas nicht gewohnt ist. Obwohl .... wenn ich da so an unsere Abizeit denke .... naja, Themenwechsel.


Wieder Sonntag:
Großer Fastnachtsumzug in Konstanz. Wieder 14 Uhr und wir wieder mittendrin - diesmal sogar mit unseren Verkleidungsaccessoires. Wir hatten uns mit U. und M. verabredet, die wir vor ein paar Wochen in einem Café kennen gelernt hatten, und trafen sie auf der Marktstätte. Allerdings befanden wir uns auf verschiedenen Seiten der Parade, so dass wir erst mal eine Lücke im Umzug finden und uns dann durch die Menschenmenge drängeln mussten. Das gelang aber und auf der anderen Seite gesellten wir uns dann zu den Beiden.
Wieder zog Gruppe um Gruppe an uns vorbei, rief "Ho Narro!" oder "Narri!", und wir riefen "Narro!" zurück. Ja, das ist ein bisschen ansteckend und hat irgendwie auch Spaß gemacht.
84 Gruppen waren es diesmal, aber irgendwie waren es eher gefühlte 400 Guppen. Viele Narrenvereine sind noch einmal in mehrere Untergruppen unterteilt, die teilweise ein ganz anderes Erscheinungsbild haben. Da gibt es die Kinder, die Jugendlichen, die Fanfarenzüge, die Fahnenschwinger und was nicht alles. Dabei ist alles genau geregelt, wer wie auszusehen hat, aus welchen Teilen das Häs (das Gewand, das Kostüm) besteht, welche Farbe Handschuhe und Schuhe haben müssen und wer an welcher Stelle im Umzug geht.




Wieder wurde reichlich Konfetti geworfen, aber diesmal auch viele Süßigkeiten für die Kinder. Eine Lieblingsbeschäftigung der Mäschgerle im Umzug ist es, die Zuschauer zu "strählen". Das bedeutet, dass sie ihr närrisches Unwesen treiben und die Menschen ein wenig ärgern. Z.B. werden da Haare verwuschelt, Wangen mit Ruß oder Theaterschminke bemalt, Mützen geklaut, Kapuzen mit Konfetti gefüllt oder junge Mädchen geschnappt und im Umzug mitgeschleppt, bis sie nach 500 m oder so wieder laufen gelassen werden. Wer so gestrählt wurde, soll sich freuen, denn das bringt Glück.
Das Strählen wird die gesamte Fastnachtszeit über gemacht. Dazu gehört auch, dass die Maskierten Sprüche aufsagen oder Leute ein bisschen veralbern oder ihnen die Meinung sagen (immer nett und nicht beleidigend).


Nach 3 Stunden war der Umzug noch lange nicht zuende, aber uns war kalt. Wir gingen mit U. und M. in ein Café, das dicht bei war und besorgten uns was Heißes zu trinken. An Sitzplätze war natürlich nicht zu denken, aber Hauptsache war erst mal, dass wir langsam wieder warm wurden. Wir stellten uns neben einen Tisch und hatten riesiges Glück, dass direkt dort nach etwa 5 Minuten 4 Leute aufstanden. Sofort stürzten wir uns auf die Plätze und konnten uns nun ein wenig ausruhen. Durch das Schaufenster hatten wir immer noch ein bisschen Ausblick auf die Parade, was ganz gut war.
Nach dem Kaffee trennten sich unsere Wege, U. und M. schnappten sich ihre Fahrräder und auch wir machten uns auf den Heimweg.

Rosenmontag:
An diesem Tag gibt es wieder einen Umzug, diesmal aber speziell für Kinder. Er geht nicht so lange und endet auf der Marktstätte, wo dann allerlei Kinderbelustigung geboten wird:  Seilspringen, Dosenwerfen, Eierlaufen, Wurstschnappen, .....





Dienstag:
Fastnachtsverbrennung. Am Aschermittwoch ist alles vorbei; das gilt auch in der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht. Daher wird zum Ende der Fastnacht am Dienstagabend vor dem Aschermittwoch eine überlebensgroße Strohpuppe verbrannt.
Auch hier wurde wieder ein großes Spektakel veranstaltet. Am Stadttor setzte sich ein Trauerzug aus den teilnehmenden Narrenvereinen mitsamt der großen Strohpuppe in Bewegung. Die Prozession endete am Stephansplatz, wo dann die Puppe aufgebaut wurde und die Gruppen und Zuschauer sich drum herum versammelten.
Es folgte ein Ablauf von Trauerrede, Narrengesang, Fahnenschwingern und Fanfarenmusik. Dann endlich wurde die Strohpuppe entzündet. Es war ein bisschen wie Osterfeuer, nur etwas kleiner und eben in Puppenform. Alles beobachtete, wie lange sich wohl der Kopf auf der Figur halten würde. Ob es lange oder kurz dauert, bis der Kopf herunter fällt, hat irgendeine Bedeutung, aber fragt mich nicht, welche. Einige Männer kümmerten sich darum, dass die Figur abbrennt ohne jemanden in Gefahr zu bringen. Sie kehrten auch immer wieder zu Überreste zusammen, um am Schluss ein hübsches kleines Feuerchen zu haben.
Die Fahrenschwinger traten noch einmal an, und diesmal warfen sie die Fahnen nicht einfach nur in die Luft, sondern über das Feuer rüber, wo ein Kollege sie auffing. Sehr gut einstudiert und total synchron funktionierte das prima.



Irgendwann rückten dann die Fanfarenzüge einer nach dem anderen ab, und auch die Zuschauer zerstreuten sich zusehends. Wir machten uns ebenfalls auf den Weg nach Hause, hielten aber an einer Bude noch an und teilten uns eine Butterbrezel und tranken dazu Kinderpunsch. Auf unserem Heimweg zog uns Fanfarenmusik zu einem weiteren Platz, wo wir die Reste einer weiteren Verbennung sehen konnten. Hier guckten wir auch noch kurz zu, gingen dann aber doch endlich nach Hause. Schließlich war es schon wieder ganz schön kalt.