Den Anfang machte mein Bruder Tobi, der sich zu einem Wochenendbesuch angemeldet hatte.
Samstag:
Ich hatte Tobi zugesagt, dass jemand ihn vom Flughafen abholt. Normalerweise sollte man sich mit dem Auto aus Zürich fern halten, da dort immer Stau ist und das Parken ein Vermögen kostet. Am Samstag kann man es aber schon mal wagen, und daher machten Nils und ich uns beide auf den Weg zum Flughafen. Dort parkten wir und postierten uns im Ankunftsbereich.
In Flughäfen wird es ja selten langweilig, weil praktisch ständig Flüge ankommen und es immer etwas zu gucken gibt, wenn die Menschen durch den Zoll kommen und teils mehr, teils weniger aufwendig begrüßt werden. Da sieht man Leute, die ihre Lieben mit großen Schildern oder selbst gemalten Plakaten begrüßen; einige haben Sträuße von Luftballons in der Hand oder stehen in Gruppen dort und proben Sprechgesänge. Es ist immer wieder spannend, da zuzugucken.
Unser Highlight unter den Wartenden war ein älterer Mann, der in zünftiger Kleidung mit seinem riesigen Bernhardiner auf jemanden wartete. Der Hund hatte stilecht ein Holzfässchen um den Hals gebunden und war ein echter Hingucker.
Man wird ja immer ungeduldiger, je öfter sich die Schiebetüren öffnen und Fremde da heraus kommen; und auch diesmal schien das Warten wieder endlos zu sein. ABer dann kam endlich unser Tobi heraus und es gab eine schöne Begrüßung. Sorry, Tobi, keine Schilder, keine Luftballons, vielleicht beim nächsten Mal ;-))
Vom Flughafen nach Hause geht es fast die ganze Zeit über die Autobahn, aber trotzdem bekommt man schon mal einen guten Eindruck von den schönen Schweizer Landschaften.
Zuhause bezog Tobi dann erst mal sein Zimmer und bekam dann eine Tour durch die Wohnung und über die Terrasse.
Vorab hatten wir Tobi gefragt, was er sich denn so vorstelle für seine Tage bei uns, und was er gerne machen würde. Einer seiner Wünsche wurde gleich abends erfüllt, denn ich hatte Zürcher Geschnetzeltes gekocht - natürlich mit selbst gemachten Spätzle von Nils.
Nach dem Essen saßen wir noch eine ganze Weile zusammen auf dem Sofa und schnackten.
Beim Frühstück verrieten wir Tobi unseren Plan für den Tag. Er hatte sich gewünscht, die Berge zu sehen, und da hatte Nils sich überlegt, dass wir zum Flumserberg fahren könnten, denn da lag immer noch Schnee, und das will man ja dann auch mal gesehen haben. Also schmierten wir uns ein paar Stullen zum Mitnehmen und fuhren los.
Zum Flumserberg ist es eine ganze Ecke zu fahren, aber es gibt so viel Schönes zum Gucken.
Am Walensee parkten wir das Auto, und wir kauften die Fahrkarten für die Seilbahn. Und schon waren wir auf dem Weg nach oben. Je höher man kommt, desto toller ist natürlich der Ausblick, und da wir fantastisches Wetter hatten, konnten wir auch recht weit gucken.
Für lange Wanderungen waren wir nicht wirklich ausgerüstet, daher entschieden wir uns für einen klenen Rundgang. An einer Stelle standen 2 Bänke mit toller Aussicht - perfekt für ein Päuschen. Dort packten wir unseren Proviant aus und ließen es uns schmecken.
Der einzige Nachteil: Rund um uns war strahlend blauer Himmel, nur direkt über uns war eine nervige Wolkenbank, die nicht wegziehen wollte. Wir warteten und warteten, dass die Sonne auch endlich über uns heraus kommen würde, aber das wollte sie wohl nicht. Irgendwann wrde es uns dann zu kalt, so untätig, wie wir da waren, und wir brachen auf für den restlichen Rundweg.
Weiter unten kamen wir an eine Skihütte, aus der megalaute Musik dröhnte. Da ging es hoch her mit Live-Musik, Bier und allem, was zum Après-Ski gehört. Darauf hatten wir aber keine Lust, also gingen wir weiter.
Ein Stück weiter machten wir am Kinder-Hügel halt und beobachteten, wie selbst die Kleinsten sich total geschickt anstellten auf ihren Brettern.
Als wir keine Lust mehr hatten, gingen wir zurück zur Seilbahn und fuhren wieder den Berg hinunter. Unten angekommen überquerten wir die Straße, um noch dichter an den Walensee zu kommen. Dort genoßßen wir den Blick auf das glitzernde Wasser und die umgebenden Berge.
Da die Zeit ein wenig drängte, machen wir uns auf den Heimweg. Zur Abwechslung nahmen wir einen anderen Weg als auf der Herfahrt, so dass wir noch mehr von der schönen Schweiz zu sehen bekamen.
Für 19 Uhr hatten wir eine Reservierung. Wir kamen genau so zu Hause an, dass wir uns noch kurz frisch machen konnten, bevor wir wieder aufbrechen mussten. Wir hatten wieder im Fondue-Chalet reserviert, wo wir im November schon einmal waren. Es gab Salat und Käse-Fondue. Sehr lecker !
Beim Abschied erzählte uns die Chefin noch, dass es der letzte Abend für das Fondue-Chalet war. Die Saison ist somit geschlossen, und das nächste Fondue gibt es dann erst wieder ab dem 25. Oktober. Da waren wir ja gerade noch einmal rechtzeitig.
Montag:
Zeit für den Bodensee. Nils musste zur Arbeit, und Tobi und ich machten uns auf den Spaziergang, den wir - glaube ich - bislang mit allen Besuchern gemacht haben: Kreuzlinger Hafen, am Wasser lang über die Kunstgrenze bis Konstanz.
Die Überfahrt startete pünktlich und angestrengt behielten wir die Kunstgrenze im Blick,um zu sehen, welches Bild sich vom See aus ergibt, wenn man die Skulpturen in einer bestimmten Achse betrachtet. Ich selbst habe das schon einmal gesehen, aber es ist trotzdem spannend. Die Sonne schien sehr stark und genauso, dass uns der Blick ein wenig vernebelt wurde. Daher konnten wir das Gesamtbild nicht erkennen. Schade!
In Friedrichshafen machten wir einen Rundgang durch die Altstadt und den Park, der direkt am Wasser gelegen ist. Die Stadt an sich ist ja nicht besonders schön oder sehenswert. Das Zeppelinmuseum hat montags geschlossen, und außerdem war das Wetter viel zu gut für einen Museumsbesuch. Aber der Zeppelin flog, und wir konnten ihn sogar im Landeanflug beobachten.
Ein Hüngerchen führte uns zu einem Imbissstand von einem kleinen Restaurant. Dort gab es "Schwäbische Pizza". In manchen Gegenden heißt es auch "Dünnele"; ich würde es mal beschreiben als "wie Flammkuchen, aber mit dickerem Teig und daher kleiner". Das war total lecker, und den Kaffee danach genossen wir mit Blick aufs Wasser.
Die Zeit war schon fortgeschritten, daher nahmen wir den nächstmöglichen Katamaran zurück nach Konstanz. Dort schlenderten wir noch ein wenig durch die Altstadt, damit Tobi davon wenigstens auch einen kleinen Eindruck bekommen konnte.
Dienstag:
Letzter Tag; der Rückflug ging am späten Nachmittag. Also hatten wir noch ein wenig Zeit, um das Wetter und das Beisammensein zu genießen. Ich fuhr mit Tobi auf die Reichenau, wo wir uns am Campingplatz ans Wasser setzten. Nach einer Weile gingen wir dann den Strand entlang auf einem gewollten Umweg zum Auto.
Bei einem Bäcker kehrten wir noch ein auf einen Kaffee und setzten uns wieder schön in die Sonner, um jeden Strahl des schönen Wetters auszunutzen.
Dann war es langsam Zeit, Tobi zum Bahnhof zu bringen. Die Zeit bis die Bahn kam, verbrachten wir noch zusammen am Bahnsteig und dann hieß es Abschied nehmen.
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