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Sonntag, 14. April 2013

Sechseläuten in Zürich


Das Wetter hat ja bekanntlich einiges wieder gutzumachen. Als kleinen Ausgleich für die ganze Kälte war Petrus hier in der Schweiz offenbar der Meinung, den Frühling mal auszulassen und gleich mit dem Sommer weiterzumachen. Heute hatte es hier den ganzen Tag blauen Himmel und (nachmittags) 23 Grad. Ideales Ausflugswetter also.

Daher ging es heute nach Zürich. Die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität (und den höchsten Lebenshaltungskosten) zeigte sich denn auch von ihrer Sprüngli-Seite. Nach einem Schlenker durch die Innenstadt ging es am parkähnlich angelegten linken Seeufer entlang. Die Skyline, der See und die Brücken erinnerten mich schon stark an Hamburg *schnüff*. OK, die schneebedeckten Berge im Hintergrund des Südufers zeigten dann wieder, dass ich mich nicht an der Küste befand.

An einem natürlichen Uferabschnitt, der mit großen Steinen bedeckt ist, war ein Künstler gerade dabei, Türme aus diesen Steinen aufzustellen. Das machte er nur mit Geschick und Augenmaß, ohne irgendwelche Hilfsmittel, in erstaunlicher Geschwindigkeit. Beeindruckend !

Zur Mittagszeit wollte ich dann einen Tipp ausprobieren, den ich letzte Woche von einem Schweizer erhalten hatte: Eine St. Galler Bratwurst vom Sternen-Grill. Dieser gilt als Institution in der Innenstadt, an dem der Banker neben der Putzfrau in der Schlange steht. Und wenn man von der Schlange auf die Qualität schließen soll, muss das eine Bombenwurst sein, denn es warteten vor mit gut 20 Leute. Aber die Abfertigung war sehr flott, und schon wenige Minuten später stand ich mit einer Wurst in Papier und Serviette, einem Brötchen und einem Schälchen Senf wieder draußen. Die Wurst besteht zu mindestens 50% aus Kalbsfleisch und ähnelt eher einer Weißwurst. Das Brötchen hatte durchaus seinen Sinn, denn es neutralisierte etwas den brutal scharfen Senf. Aber insgesamt eine sehr leckere Kombination.

So gestärkt konnte ich dann rüber auf die Limmatbrücke gehen, um mir die eigentliche Attraktion anzuschauen: Der Kinder-Umzug zum Sechseläuten. Das "Sächsilüüte" ist eine alte Zürcher Tradition in der dritten Aprilwoche, bei der durch ein großes Fest der Winter vertrieben werden soll. Am Sonntag findet der große Kinderumzug statt, bei dem gut 3000 Kinder und etwa 50 Blaskapellen in traditionellen Kostümen aus allen Schweizer Epochen durch die Innenstadt ziehen. Den Höhepunkt bildet dann die Verbrennung des "Bööck", einem überdimensionalen Schneemann aus Stroh und Plastik, am Montagabend um 18 Uhr. In dessen Kopf befindet sich ein kleiner Sylvester-Sprengsatz, so dass er irgendwann explodiert. Die Zeitspanne zwischen Anzünden und der Explosion wird gerne als Gradmesser für den folgenden Sommer genommen - je kürzer, desto besser. Naja...

Auf der Rückfahrt nach Kreuzlingen entschuldigte sich der Zugführer in drei Sprachen zutiefst dafür, dass der Zug aufgrund einer Umleitung mit 5 (!) Minuten Verspätung aus Zürich abgefahren sei. Selbstredend wurde die Verspätung soweit wieder aufgeholt, dass ich meinen Anschlusszug in Weinfelden locker erreichte. Hallo DB.......


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