Lieber Nils,
wenn Du nun mit Sonne versorgt bist, kannst Du dann bitte mal diese läutenden Kinder in den Norden schicken? Für uns war für den Sonntag ein unglaublicher Sommereinbruch vorhergesagt worden; 23 °C hatte man uns versprochen.
Bereits am Samstag war es trübe und kalt, aber wir hofften alle auf den Sonntag. Aber schon kurz nach dem ersten Hinaussehen aus dem Fenster war mir klar, dass das nix wird heute. Ich bereitete mich innerlich schon auf einen weiteren Tag in der warmen Stube vor, aber ein Anruf schüttelte mich aus der Lethargie auf und trieb mich nach draußen: Stefanie rief an und fragte, ob ich mit ihr und Martin einen Spaziergang unternehmen wolle. Die beiden hatten sich außerdem ein nettes Café ausgesucht.
Super Idee, daher stand ich 1 Stunde später parat und wurde von den beiden eingesammelt. Wir fuhren etwa eine Dreiviertelstunde und fanden das Café gleich - es war direkt an der Hauptstraße des kleinen Ortes. Da noch einige der Tische draußen frei waren, entschieden wir, dass es nicht nötig sei, anzuhalten und für einen späteren Zeitpunkt eine Reservierung zu machen.
Eine Straße weiter bogen wir ab und strebten dem Deich zu. Dort konnten wir prima parken. Wir bestiegen den Deich und liefen oben drauf los. Tatsächlich kam dann doch mal die Sonne ein bisschen heraus, aber es war ordentlich windig. So liefen wir eine ganze Zeit nebeneinander her, bis wir an einen Aussichtspunkt kamen, von dem man auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe Lauenburg sehen konnte. Aussichtspunkt ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber es gab dort zumindest eine Infotafel, von der wir erfuhren, dass die Strecke dort an der Elbe entlang die Deutsche Storchenstraße ist. Aha, wieder was dazu gelernt.
An dieser Stelle drehten wir um und gingen die gleiche Strecke zurück. Und siehe da, was erblickten wir nach einiger Zeit? Da stolzierte im Außendeich ein stolzer Storch im Gras herum. Wenig später entdeckte Martin auch das große Nest hinter einem Haus auf einem Pfahl.
Nachdem wir uns nun ordentlich durchpusten lassen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Scheunencafé. Ein Tisch mit 3 Stühlen in der Sonne war noch frei und wir bestellten Latte Macchiato und Kuchen. Eine kurze Zeit hatten wir tatsächlich noch Glück mit der Sonne, aber dann zog es sich wieder zu, und der Himmel war trübe und bewölkt.
Auf der Hinfahrt waren wir an einem Feld vorbei gekommen, auf dem viele Autos parkten und einiges an Andrang herrschte. Im Hintergrund konnte man diverse Zelte und Pavillions ausmachen, das machte uns neugierig (zumindest den weiblichen Teil von unserer kleinen Truppe). Im Vorbeifahren erhaschten wir einen Blick auf ein Plakat, das uns verkündete, dass hier heute ein Mittelaltermarkt stattfindet.
Da wir dort noch hinwollten, brachen wir auf und fuhren auf das Feld, auf dem immer noch richtig viel los war. Am Eingang zu dem Spektakel informierte uns ein Schild über den Eintrittspreis von 5,- €. Nun kann man uns für geizig halten, aber das war ein Preis, den wir nicht bezahlen wollten. Nach kurzem Kriegsrat entschieden wir einstimmig, weiter zu fahren, denn für eine Veranstaltung, auf der man eh noch mal alles extra zahlt, wollten wir keinen Eintritt entrichten. Wir sind ja keine Hardcore-Mittelalterfans, wie einige, die in ihren allenden Gewändern an uns vorbei flanierten. Wir wollten einfach nur ein bisschen bummeln und gucken.
Also fuhren wir weiter und entschieden, stattdessen einen Halt in Bardowieck einzulegen und dessen Dom anzuschauen. Das machten wir auch, und dort bekamen wir eine sehr schöne evangelische Kirche zu sehen. Innen ist alles sehr einfach und schlicht gehalten, aber ein sehr prunkvoller goldener Altar erwartet einen, wenn man ganz bis zum Ende durch geht.
Wir drehten dann noch eine Runde ums Quarree, bevor wir uns dann endgültig auf den Heimweg machten. Das war ein sehr schöner Ausflug und hiermit nochmal Danke an Stefanie und Martin, die mich motiviert haben, auf diesen kleinen Ausflug mitzukommen!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen