Zu Anfang waren wir etwas überfordert. Bei so viel leerer Fläche ist der Impuls erst mal groß, irgendwo hin zu fahren und irgendwas zu kaufen, einfach nur, damit die Leere gefüllt ist. Diesem Impuls widerstanden wir aber erfolgreich. Auch wenn das hieß, dass wir in den ersten Tagen mit der Terrasse nicht viel anfangen konnten. Wir guckten uns in Ruhe um und fanden dann in einem Baumarkt eine Möbelserie, die uns gefiel (ich schrieb früher schon mal davon, dass wir a so unsere Vorstellungen hatten).
Mit einem Tisch und 4 Stühlen fing es an. So konnten wir wenigstens schon mal draußen sitzen und essen. Es folgten 2 Sitzbänke passend zum Tisch und 2 Sonnenliegen (das Drama haben wir wohl auch schon mal irgendwann geschildert).
Diesen Status Quo hatten wir nun einige Wochen lang. Es war ok, aber weit entfernt von schön, praktisch oder perfekt.
Das Ziel war, mehr Pflanzen anzuschaffen, um einen kleinen Terrassengarten zu haben, der uns - zumindest teilweise - mit Gemüse und Kräutern versorgt, Sichtschutz bietet, hübsch aussieht und idealerweise sogar noch etwas Schatten spendet.
Um unsere geschundenen Rücken zu schonen und das mit dem Sichtschutz besser lösen zu können, hatten wir uns überlegt, dass wir Hochbeete haben wollen.
An der Hauptstraße am Bodensee entlang sind wir immer an einer Sägerei vorbei gefahren, die mit Hochbeeten wirbt. Dort erkundigten wir uns. Die sind dort sehr nett und erklärten uns, wie viel Erde man in so ein Beet füllen muss und was das dann am Ende wiegt. Hui, ganz schön schwer. 800 Liter Erde passen in ein Hochbeet der Größe, die uns vorschwebte, und wir wollten mindestens 4 Beete haben. Wir erkundigten uns bei der Hausverwaltung, ob die Terrasse mit dem Gewicht klar kommen würde, und man gab uns grünes Licht. Trotzdem waren wir nicht 100 % überzeugt.
Ich erkundete also weiter das World Wide Web auf der Suche nach Alternativen und wurde fündig auf ebay. Dort gab es etliche Anbieter von Hochbeeten, und durch Klicken durch die verschiedenen Shops fand ich dann genau das Richtige für uns: den Vegtrug.
Nils bestellte, und ab dem Zeitpunkt konnten wir es kaum noch abwarten, endlich die Holztröge aufzubauen. Die Lieferung ging super schnell, der Fahrer war auch so nett, die schweren Pakete bis in den Fahrstuhl zu bringen, und ich schleppte sie dann weiter in die Wohnung.
Abends machten wir uns daran, alles auszupacken und nach und nach zusammen zu schrauben. Naja, Nils machte den Hauptteil, ich hielt mich im Hintergrund zum Anfassen bereit.
Als er fertig war, stand das gesamte Wohnzimmer voll mit den Holzgerippen, und man fragte sich unweigerlich "Wo sind jetzt die ganzen Hirsche, die hier gefüttert werden sollen?".
Dann wurde es spannend: Wir stellten die Tröge an ihre endgültigen Plätze und probierten hin und her, bis es uns gefiel.
In den nächsten Tage kauften wir Steine, um die Tröge noch etwas höher zu bekommen (wir sind ja nun mal große Menschen) und Pflanzerde in Massen. Extra dafür hatte ich einen kleinen Transportwagen besorgt, der uns sehr gute Dienste erwies. Wir mussten alleine 3 Mal zum Gartenmarkt, um die Erde heran zu schaffen. 7 Säcke à 70 Liter pro Tour, mehr schaffte unser Auto nicht. Dazu kamen noch 2 Säcke aufbereiteter Kuhmist, Hornspäne und etliche Pflanzen.
Und dann konnten wir endlich loslegen mit dem Einfüllen der Erde und dem Einsetzen der Pflanzen.
Es stehen nun auf jeder Seite der Terrasse 2 Hochbeete. Vor der Küche haben die Nutzpflanzen ihren Platz gefunden, die Zierpflanzen stehen vor dem Schlafzimmer.
Wir sind natürlich noch längst nicht fertig, denn im Moment ist ja nicht unbedingt die ideale Pflanzzeit, aber zumindest sieht es nicht mehr so kahl aus. Und jeden Abend machen wir nun einen Rundgang, bewundern unsere Beete und erfreuen uns daran, wenn alles aufblüht und gedeiht.
Und was macht uns Sorgen? Tja, auch von den Raupen hatte ich ja schon berichtet. Durch allabendliches Absammeln haben wir die in den Griff bekommen, aber ich habe keine Hoffnung, dass mein geliebter Wirsingkohl noch eine akzeptable Größe erreichen wird. Der Rotkohl hat noch gewisse Chancen, und auch 2 von 3 Kohlrabis werden wir evtl. groß genug bekommen.
Nun haben wir aber mit einer neuen Plage zu kämpfen: weiße Fliegen. Die Biester haben sich auch bevorzugt den Kohl und den Kohlrabi ausgesucht, aber auch die Erdbeeren sind teilweise befallen. Regelmäßig schüttele ich nun die Blätter, um die Fliegen zu vertreiben. Die sichtbar befallenen Blätter schneide ich ab. Außerdem habe ich Lavendel mit ins Beet gepflanzt, der angeblich die Biester vertreiben soll und Gelbsticker eingesetzt. Mit harten Mitteln werden wir nicht arbeiten, denn wir wollen das Gemüse ja schließlich möglichst noch essen. Wenn es denn nichts wird, müssen wir uns für's nächste Jahr was anderes überlegen.
Wenn Ihr wertvolle Gartentipps für uns habt: nur her damit. Wir sind dankbar für jeden Rat.
Gratuliere zur eurem schneckenfreien Dachgarten! Sieht ja alles professionell und lecker aus!
AntwortenLöschenMonika, wie schön! Du bist die Erste, die kommentiert. Hoffe, es geht Dir gut?
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