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Donnerstag, 3. Oktober 2013

Wochenendausflug in die Schweizerberge

Nachtrag von Anfang September; Text von Nils:


Seit Wochen werde ich bei der Arbeit gefragt, ob ich denn noch in die Ferien fahre - und jedesmal kann ich nur mit Nein antworten und erklären, dass praktisch mein gesamter Urlaub für den Umzug drauf gegangen ist. Blöd !

Um wenigstens mal ein wenig rauszukommen und das Land zu erleben, sind wir dieses Wochenende nach Pontresina in der Nähe von St. Moritz gefahren. Über ein Reiseportal hatten wir ein Hotelpaket gebucht, welches man (für Schweizer Verhältnisse) ohne Umschweife als Superschnäppchen bezeichnen darf. Halbpension, Minibar, Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel und Bergbahnen - alles im Preis enthalten.

Am Freitag holte Bine mich direkt von der Firma ab und wir fuhren zunächst über die Autobahn nach Chur. Ab da ging es etwa 70 km über Bergstraßen weiter gen Süden. Zuletzt mussten wir unter Zuhilfenahme etlicher Serpentinen über den 2284 Meter hohen Julierpass und dann bergab nach St. Moritz. Diese Strecke war schon so fahrtechnisch eine kleine Herausforderung, welche aber noch verstärkt wurde durch Idioten in PS-Ungetümen, die an den unmöglichsten Stellen wie verrückt überholten. Nach gut zweieinhalb Stunden kamen wir aber wohlbehalten in Pontresina an.

Der Hotel-Check-In war äußerst freundlich und persönlich, das in Aussicht gestellte Zimmerupgrade kein Problem, und so durften wir vom Bett aus den fantastischen Blick auf den Roseggletscher bewundern. Abends genossen wir dann ein 4-Gänge-Menü mit regionalen Spezialitäten in der hoteleigenen Beiz (Dorfgaststätte). Lecker !

Am Samstag sollte es zum Ausgleich für die üppige Kulinarik etwas körperliche Ertüchtigung geben. Wir marschierten nach dem Frühstück zur Punt Muragl-Talstation und fuhren mit der ältesten Standseilbahn Europas hinauf auf den 2456 Meter hohen Muottas Muragl. Von dort ging es bei strahlendem Sonnenschein und 20 Grad auf eine zweieinhalbstündige Wanderung auf dem Panoramaweg entlang zur Alp Languard. Der Name dieser Route kommt nicht von ungefähr - man kann sich gar nicht satt sehen an den überdimensionalen Ausblicken. Zum Abschluss kehrten wir in das Wirtshaus auf der Alp Languard ein und genossen eine Suppe und ein kühles Blondes. Hinunter nach Pontresina ging es dann mit einem Sessellift - meine allererste Fahrt in so einem Teil.
Auf dem Weg zurück zum Hotel kamen wir dann noch an einem Käseladen vorbei, wo wir zwei örtliche Käsespezialitäten kauften.
Zum Abendessen gab es echt Schweizer Raclette - mit Mini-Tischgrill, einem Pfännchen für jeden und diversen Zutaten, vor allem warmen Kartoffeln (im Säckchen). Man erhitzt im Pfännchen übrigens nur den Käse und gießt diesen dann über die Zutaten auf dem Teller. Schon wieder lecker !

Am Sonntag war das Wetter umgeschlagen und es regnete dauerhaft. Nach dem üppigen Frühstück packten wir unsere Sachen und beluden das Auto. Beim Auschecken schlug uns wieder die gleiche Freundlichkeit entgegen, die wir schon die ganze Zeit erlebt hatten. Die Dame fragte uns dann noch, ob denn der Herr Direktor schon Zeit gefunden hätte, sich von uns zu verabschieden. Und tatsächlich erschien kurz darauf der Hotelchef, um seinen Gästen persönlich eine schöne Heimreise zu wünschen. Das nenne ich Service !


Auf dem Rückweg drehten wir mit dem Auto eine Runde durch das verregnete St. Moritz, waren nicht beeindruckt und fuhren zurück an den Bodensee.





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