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Sonntag, 24. März 2013

Es geht los: die iba ist da



Jahrelang hat der Stadtteil drauf hin gefiebert. Es wurde abgerissen, saniert, gebaut. Auch in den vergangenen Jahren gab es schon immer mal wieder Events und Aktionen, die auf eines der großen Ereignisse 2013 hinwiesen. Nach und nach hat sich Hamburg-Wilhelmsburg verändert und ist teilweise gar nicht mehr wieder zu erkennen.
Und an diesem Wochenende ist es nun soweit: die iba (Internationale Bauaustellung) öffnet ihre Türen. Am Samstag um 17 Uhr gab es eine große Veranstaltung mit dem Bürgermeister, Musik und Tamtam.
Bis zum 03. November wird es nun Veranstaltungen, Touren und Ausstellungen geben, die das Bauen und Wohnen der Zukunft zeigen sollen.
Im Mittelpunkt der iba steht natürlich Wilhelmsburg, aber die Bauausstellung streckt ihre Fühler auch nach Veddel und Harburg aus. Und hier habe ich heute für mich die iba eingeläutet. Um 11:15 Uhr startete der Rundgang „Die Harburger Schlossinsel“. Es fand sich eine Gruppe von ca. 50 Personen zusammen. Wir wurden von einer Dame geführt, die anhand von allerlei Bildmaterial von der Vergangenheit des Schlosses und der Entstehung des Hafens aus den ehemaligen Schlossgräben berichtete. Natürlich ging sie auch auf die Gegenwart und die Zukunft dieses Viertels ein, denn hier kann man ja live erleben, wie ein neuer Stadtteil entsteht.
Witzigerweise gab es immer wieder Anknüpfungspunkte zur Schweiz, denn der sternförmige Park, der in der Mitte der Bauprojekte bereits teilweise fertig gestellt ist, wurde von einem zürcher Architekten entworfen. Und auch die Inspiration für das Bauprojekt namens „Boathouse“ - ein Wohnhaus auf Stelzen mit Garagen nicht nur für PKWs sondern auch für Boote – kommt aus der Schweiz (hat ein Architekt beim Zürisee gesehen und dort abgeschaut).
Es ergaben sich angeregte Diskussionen über die Wohnqualität in den Neubauten, denn es handelt sich auf der Schlossinsel um ein Gebiet, das früher zum Hafen gehörte und 2010 aus dem Hafengebiet herausgelöst wurde. Einige Grundstücke wurden von privaten Investoren gekauft und werden nun mit Wohnhäusern bebaut. Etlicher Grund und Boden befindet sich aber noch im Besitz der Hamburg Port Authority oder kleinen und mittleren Betrieben. Diese bleiben auch erst einmal da und verbreiten ein Flair, das man schon mögen muss. Auch kann es nicht ausgeschlossen werden, dass die Betriebe ein gewisses Maß an Lärm verursachen. Über diese Dinge sollte man sich im Klaren sein, wenn man anstrebt, hier zu wohnen. Wenn man nun mal einen Blick auf die Preise wirft, die hier für den Wohnraum aufgerufen werden, dann frage ich mich schon seit Jahren, wer denn hier wohnen soll. Macht Euch ein eigenes Bild. Dies sind die 3 Wohnprojekte der ersten Phase:

Marina auf der Schlossinsel (formerly known as Balance Bay)
Inselleben (keine eigene Homepage)

Marina auf der Schlossinsel
Geplant ist, dass die Insel sich weiter entwickeln soll. Die Betriebe sollen langfristig verschwinden und Platz machen für weitere Wohnhäuser. Angestrebt ist es, irgendwann wieder eine sternförmige Bebauung zu haben, wie es früher das Harburger Schloss (früherer Name lautet Horeburg = Sumpfburg) gewesen ist. Das ist aber Zukunftsmusik und liegt noch in weiter Ferne.
Obwohl hier noch alles matschig, provisorisch und im Bau ist, sind bereits Anfang 2013 die ersten Bewohner in die Marina eingezogen. Das muss man echt wollen. Wenn ich mir angucke, wie meine Schuhe nach diesem Ausflug aussahen … naja.
Aber ein großer Teil der 162 Wohnungen hier ist immer noch frei. Daher gibt es regelmäßig Besichtigungen. Auch meine Gruppe begab sich spontan in eine Wohnung im Haus „Marin“. Sehr tolles Parkett, bodentiefe Fenster und ein Wahnsinnsausblick von der Loggia auf den Binnenhafen (allerdings nur auf der einen Seite; auf der anderen Seite der Eckwohnung blickt man auf den schrottigen Lagerplatz eines Wasserbauunternehmens). Eine nette Wohnung, aber mit 2.290,- € Kaltmiete im Monat für 142 qm (3 Zimmer) für den Harburger an sich völlig uninteressant.
Nach der Besichtigung löste sich die Gruppe langsam auf. Einige wollten noch weitere Wohnungen ansehen, andere strebten zurück zum Lotseplatz und wieder andere stärkten sich im Café. Ja, die Marina bekommt ein eigenes Café (ein Ableger hiervon), das noch längst nicht fertig ist, aber trotzdem heute schon einmal eine provisorische Eröffnung feierte mit gegrillten Würsten, Glühwein und Kuchen. 
Papa, das ist die ideale Kombi für Dich:  Baustelle und Café; ich werde das mal beobachten, wann die richtig aufmachen.
Ich gehörte zu denen, die langsam wieder zum Lotsplatz trotteten, wo die Führung gestartet war. Hier befindet sich der „Zug der Ideen“, eine Reihe von Containern, die über Eck wie Bahnabteile hintereinander stehen und innen Infos zu diversen Themen wie Energieversorgung, Nachhaltigkeit, CO2-Footprint, Artenvielfalt und allerlei mehr geben.
Zug der Ideen; Lotseplatz







Nilsi, an Dich habe ich natürlich gedacht in dem Container, wo ein Regal mit Flaschen voller Wasser aus verschiedenen Gewässern steht. Die Flaschen haben einen Barcode, und mit einem Handscanner kann man sich auf einem Bildschirm Infos zur Wasserqualität aufrufen.
Als ich auch dort durch war, machte ich mich auf den Weg zum Phoenix-Center, denn heute war verkaufsoffener Sonntag und ich wollte noch ein bisschen bummeln. Dumme Idee, denn dort waren noch viel mehr Menschen als ich sowieso schon erwartet hatte. Also gab es für mich nur ein Heißgetränk auf die Hand und dann stellte ich mich in eine Ecke und beobachtete das Treiben.
Der Rückweg nach Hause führte mich an dem zweiten Teil meines iba-Tages vorbei. Das iba-Schaufenster im Gloria-Tunnel war allerdings nicht besonders aufregend. Es gab dort lediglich Tafeln mit allgemeinen Infos, die mir keine neuen Erkenntnisse brachten, also sah ich zu, dass ich nach Hause kam.
Ich werde auf jeden Fall noch eine Reihe weiterer Führungen im Rahmen der iba mitmachen, denn das war heute sehr interessant.
Am 26. April beginnt dann das nächste Großereignis in Wilhelmsburg, die igs (Internationale Gartenschau). Dafür muss sich aber das Wetter noch um einiges bessern, denn das Motto heißt schließlich „In 80 Gärten um die Welt“ und nicht „Im Tiefschnee durch die Polarregionen“.

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