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Montag, 4. März 2013

Wie alles begann

Wieso die Schweiz? Hätte es nicht einfach Hamburg bleiben können? Oder wenigstens Norddeutschland?


Ich gebe zu, mir diese Frage im Laufe des Entscheidungsprozesses des öfteren gestellt zu haben. Alles andere wäre wohl auch sehr unnatürlich. Aber es blieb nun einmal ein nicht wegzudiskutierendes Faktum, dass zum einen mein alter Job (inklusive der ganzen Firma) dem Untergang geweiht war. Und dass der von mir kontaktierte Headhunter ein hochinteressantes Angebot aus dem Hut gezaubert hat. Einziger Haken: Es müsste an den Bodensee gehen. Zunächst war noch von einer Anstellung in der deutschen Dependance in Radolfzell die Rede. Im Laufe der Verhandlungen wurde ich dann gefragt, ob ich mir auch eine Anstellung in Steinach, also im Nordosten der Schweiz, vorstellen könnte.

Tja, was sagt man da?

Ich habe versucht, mich diesem Thema so neutral wie möglich zu nähern. Rein geografisch trennen Radolfzell und Steinach etwa 60 Kilometer. Zufälligerweise hört dazwischen die EU auf. Kann passieren. Nun ist die Schweiz aber kein hinterletztes Dritte-Welt-Land, sondern eine der ältesten Demokratien der Welt und an Neutralität nicht zu überbieten. Und ins Ausland wollten wir schon immer mal. Nach vielen Diskussionen, Recherchen, Gesprächen und einem Besuch vor Ort fiel die Entscheidung zugunsten der Schweiz. Damit sind wir in guter Gesellschaft, denn jedes Jahr wandern über 100.000 Deutsche in die Schweiz aus.

Der Vertragsabschluß war ein echter Krimi, da mir der neue Arbeitsvertrag buchstäblich erst in letzter Minute vor Ablauf der Kündigungsfristgrenze zugeschickt wurde. So aber konnte ich Ende November alles fixieren und den Dezember über erstmal in Urlaub gehen. Kurz vor Weihnachten gelang mir dann die Anmietung einer Ein-Zimmer-Wohnung in Kreuzlingen, die ich übrigens vorher nicht einmal auf Fotos gesehen hatte.

Kurz vor Sylvester fuhren Sabine und ich nach Konstanz, um einen Kofferraum voll Sachen in die neue Wohnung (eigentlich den Keller) zu bringen. Bei der Gelegenheit konnte ich mein neues, temporäres Zuhause zum ersten Mal in Augenschein nehmen. Ganz nett - besser, als ich befürchtet hatte.

Am 30. Januar 2013 meldete ich meinen Wohnsitz in D ab und flog gen Süden. Die ersten eineinhalb Tage waren echt hart - allein ohne meine Sabine in einer kleinen, leeren Wohnung. Kein Sofa, kein Fernseher, kein ordentliches Bett. Ich fühlte mich in früheste Studentenzeiten zurückversetzt. Nee, selbst beim Zivildienst war's gemütlicher.

Den 31. Januar nutzte ich für Wohnsitzanmeldung (Flop), Kontoeröffnung (absolut TOP), Einkäufe und ähnliches. Außerdem dekorierte ich mein Zimmer nach allen Regeln der Kunst.

Am 01. Februar begann um 8:20 Uhr der neue Lebensabschnitt mit dem Betreten meiner neuen Arbeitsstätte in Steinach im Kanton St. Gallen (CH).

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