Seiten

Samstag, 30. März 2013

Osterfeuer und Taufe in der Heimat



Es war uns von vornherein klar, dass das Osterwochenende stressig werden würde. Wir wollten aber das Beste draus machen und hatten uns einen Plan zurecht gelegt, wie wir möglichst viele Termin unter einen Hut bekommen und dabei noch Zeit für uns behalten. Und siehe da, es klappte ganz gut.
Nilis Ankunft in Hamburg war spät am Donnerstag. Ich holte ihn ab, und wir fuhren nach Hause.  
Für den Freitag war eigentlich geplant, dass wir den Tag mit Andrea, Adam, Birgitt, Lars und den Kindern verbringen. Durch eine kleine Kommunikationspanne reichte es dann aber nur zu einem 2-stündigen Treffen am frühen Abend. So kurz die Zeit auch war, so ist es doch immer wunderschön, solch liebe Freunde zu treffen. Zum Schnacken kamen wir nicht viel, denn es war gerade die umtriebige Zeit, zu der die Kinder Abendbrot essen und dann ins Bett gehen mussten. Wir genossen einfach mal wieder den Trubel und nutzten die kleinen Gelegenheiten, zwischen Käsebroten und umgestoßenen Wassergläsern ein paar Sätze auszutauschen.
Die Zeit verging wie im Fluge, da mussten wir schon weiter. Da wir keinen Schlüssel mitgenommen hatten, durften wir nicht so spät bei meinen Eltern ankommen. Wir wollten sie ja nicht aus dem Bett klingeln müssen. Tobias kam später auch noch mit der Bahn an. Im Wohnzimmer saßen wir noch eine kleine Weile zusammen und gingen dann schlafen.
Am Samstag hatten wir uns mit der Familie zum Osterfrühstück verabredet. Mama hatte alles toll vorbereitet. Wir schmausten all die leckeren Sachen und saßen lange um den Tisch herum und ergingen uns in etliche Gespräche und Diskussionen.
Wer am Nachmittag einen Blick in das Haus geworfen hätte, der hätte den Kopf geschüttelt und sich gefragt, was den dort passiert sei. Ich war total müde, hatte mich auf dem Sofa ausgestreckt, bin eingeschlafen und war netterweise von Tobi mit einer Wolldecke zugedeckt worden. Papa war zwischenzeitlich ins Bett gegangen, um ebenfalls ein Nickerchen zu machen. Als ich erwachte, lag Tobi schlafend neben mir auf dem Sofa und auf dem Fußboden hatte Flori es sich bequem gemacht und schlief auch tief und fest. Er hörte nicht mal sein Handy, das direkt neben ihm lag und mehrfach klingelte. Das muss ein Anblick gewesen sein ….
Martina war zu ihren Eltern gefahren. Inmitten der schlafenden Geschwister saß Nils und erklärte Mama, wie man bei ebay etwas verkauft, wie man seine Angebote erstellt und so.
Obwohl ich kein großer Fan von Osterfeuern bin, hatte ich Papa versprochen, dass ich abends mitkommen würde, und als es soweit war, machten wir uns alle auf den Weg. Beim Juz war ein großer Haufen aufgeschichtet worden, der bereits brannte, als wir ankamen.
Trotz der Kälte waren einige Menschen dort versammelt. Die Feuerwehr hatte alles organisiert inklusive Speis und Trank. 

Am Sonntagmorgen mussten wir schon um 7:00 Uhr aufstehen, denn wir hatten ja einen Termin zur Taufe. Duschen, anziehen, kurzes Frühstück und dann waren wir schon unterwegs. Wir kamen gut durch – ist ja klar, am Ostersonntag in aller Herrgottsfrühe und standen somit auch schon sehr früh bei Andrea und Timo vor dem Haus. Andrea öffnete die Tür und war völlig verdattert, dass wir schon da waren. Kein Problem, denn Toni war schon fertig, und die konnten wir dann mit „Mensch ärgere Dich nicht“ beschäftigten, während Andrea und Timo sich fertig machten.
Bein Anziehen der kleinen Hauptperson durfte ich dann helfen. Ich assistierte Andrea dabei, Alexandra das Taufkleid und die Schuhe anzuziehen. So süß, die Kleine!
Währenddessen füllte sich langsam die Küche, denn die Familien waren eingetrudelt. Zusammen machten wir uns auf den Weg zur Kirche – ist ja nicht weit – und konnten schon rein und uns die besten Plätze sichern. Wir wurden ganz vorne um das Taufbecken gruppiert und warteten, bis sich langsam die Kirche füllte. Alexandra schlief noch friedlich im Kinderwagen, Toni malte mit ihrer Freundin Johanna in den Malbüchern, die der Küster ihnen gegeben hatte.
Den ganzen Gottesdienst über musste ich den Organisten beobachten. Das war ein junger Kerl, der sein Instrument super beherrscht. Aber außerdem hatte er seine Freundin da oben auf der Empore, und da ging einiges ab. Die puschelten und herzten sich, küssten sich sogar und ich wartete nur noch darauf, dass die beiden ganz aus dem Blickfeld verschwinden. Eine echte Show. Allerdings hat das außer mir niemand gesehen, weil alle mit dem Rücken zur Orgel saßen.
Der stolze Patenonkel.
Als es endlich Zeit wurde für die Taufzeremonie, hatte Alexandra längst ihr Schläfchen beendet und einen großen Teil des Gottesdienstes mit Geschrei untermalt. Die große Schwester durfte das Wasser in das Taufbecken füllen und dann ging es los.
Ratzfatz war auch schon alles vorbei, und nach einer Fotosession vor Taufbecken und Altar machten sich alle auf den Weg zurück zum Haus. Dort hatte bereits die Dame vom Catering alles vorbereitet und wartete mit Sekt auf uns.

Bei tollem Büffet saßen wir noch sehr lange zusammen. Als dann alle anderen Gäste verschwunden waren, aßen wir noch Abendbrot mit Andrea und Timo, und ich las Toni eine Gutenachtgeschichte vor. Die war total erschlagen von dem Tag mit all den Leuten, Geschenken und Süßigkeiten.
Ein toller Tag, aber auch wir waren sehr erschöpft, als wir wieder in Hamburg ankamen und ins Bett fielen.
Ostermontag hatten wir uns als Gammeltag reserviert, und das kosteten wir auch aus. Couching war angesagt. Herrlich!
Am Dienstag stimmten wir die nächsten Termine ab, konkretisierten die nächsten ToDos und notierten uns diverse Aufgaben. Am späten Nachmittag ging Nilsis Flug, und vorher tranken wir noch einen Kaffee in der Schanze und guckten uns in einem Möbelgeschäft nach etwas Inspiration um.
Am Flughafen konnte ich Nils nur noch schnell aus dem Auto aussteigen lassen, weil die Zeit aufgrund stockenden Verkehrs wirklich knapp geworden war. Auf dem Rückweg verbrachte ich auch einige Zeit im Stau. Nun dauert es eine ganze Weile, bis wir uns wieder sehen, aber das schaffen wir auch, nicht wahr?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen