Es war uns von vornherein klar, dass das Osterwochenende
stressig werden würde. Wir wollten aber das Beste draus machen und hatten uns
einen Plan zurecht gelegt, wie wir möglichst viele Termin unter einen Hut
bekommen und dabei noch Zeit für uns behalten. Und siehe da, es klappte ganz
gut.
Nilis Ankunft in Hamburg war spät am Donnerstag. Ich holte
ihn ab, und wir fuhren nach Hause.
Für den Freitag war eigentlich geplant, dass wir den Tag mit
Andrea, Adam, Birgitt, Lars und den Kindern verbringen. Durch eine kleine
Kommunikationspanne reichte es dann aber nur zu einem 2-stündigen Treffen am
frühen Abend. So kurz die Zeit auch war, so ist es doch immer wunderschön, solch
liebe Freunde zu treffen. Zum Schnacken kamen wir nicht viel, denn es war
gerade die umtriebige Zeit, zu der die Kinder Abendbrot essen und dann ins Bett
gehen mussten. Wir genossen einfach mal wieder den Trubel und nutzten die kleinen
Gelegenheiten, zwischen Käsebroten und umgestoßenen Wassergläsern ein paar
Sätze auszutauschen.
Die Zeit verging wie im Fluge, da mussten wir schon weiter.
Da wir keinen Schlüssel mitgenommen hatten, durften wir nicht so spät bei
meinen Eltern ankommen. Wir wollten sie ja nicht aus dem Bett klingeln müssen. Tobias
kam später auch noch mit der Bahn an. Im Wohnzimmer saßen wir noch eine kleine
Weile zusammen und gingen dann schlafen.
Am Samstag hatten wir uns mit der Familie zum Osterfrühstück
verabredet. Mama hatte alles toll vorbereitet. Wir schmausten all die leckeren
Sachen und saßen lange um den Tisch herum und ergingen uns in etliche Gespräche
und Diskussionen.
Wer am Nachmittag einen Blick in das Haus geworfen hätte,
der hätte den Kopf geschüttelt und sich gefragt, was den dort passiert sei. Ich
war total müde, hatte mich auf dem Sofa ausgestreckt, bin eingeschlafen und war
netterweise von Tobi mit einer Wolldecke zugedeckt worden. Papa war
zwischenzeitlich ins Bett gegangen, um ebenfalls ein Nickerchen zu machen. Als
ich erwachte, lag Tobi schlafend neben mir auf dem Sofa und auf dem Fußboden
hatte Flori es sich bequem gemacht und schlief auch tief und fest. Er hörte
nicht mal sein Handy, das direkt neben ihm lag und mehrfach klingelte. Das muss
ein Anblick gewesen sein ….
Martina war zu ihren Eltern gefahren. Inmitten der
schlafenden Geschwister saß Nils und erklärte Mama, wie man bei ebay etwas
verkauft, wie man seine Angebote erstellt und so.
Obwohl ich kein großer Fan von Osterfeuern bin, hatte ich
Papa versprochen, dass ich abends mitkommen würde, und als es soweit war,
machten wir uns alle auf den Weg. Beim Juz war ein großer Haufen aufgeschichtet
worden, der bereits brannte, als wir ankamen.
Trotz der Kälte waren einige Menschen dort versammelt. Die
Feuerwehr hatte alles organisiert inklusive Speis und Trank.
Bein Anziehen der kleinen Hauptperson durfte ich dann
helfen. Ich assistierte Andrea dabei, Alexandra das Taufkleid und die Schuhe
anzuziehen. So süß, die Kleine!
Währenddessen füllte sich langsam die Küche, denn die
Familien waren eingetrudelt. Zusammen machten wir uns auf den Weg zur Kirche –
ist ja nicht weit – und konnten schon rein und uns die besten Plätze sichern. Wir
wurden ganz vorne um das Taufbecken gruppiert und warteten, bis sich langsam
die Kirche füllte. Alexandra schlief noch friedlich im Kinderwagen, Toni malte
mit ihrer Freundin Johanna in den Malbüchern, die der Küster ihnen gegeben
hatte.
Den ganzen Gottesdienst über musste ich den Organisten
beobachten. Das war ein junger Kerl, der sein Instrument super beherrscht. Aber
außerdem hatte er seine Freundin da oben auf der Empore, und da ging einiges
ab. Die puschelten und herzten sich, küssten sich sogar und ich wartete nur
noch darauf, dass die beiden ganz aus dem Blickfeld verschwinden. Eine echte
Show. Allerdings hat das außer mir niemand gesehen, weil alle mit dem Rücken
zur Orgel saßen.
| Der stolze Patenonkel. |
Als es endlich Zeit wurde für die Taufzeremonie, hatte
Alexandra längst ihr Schläfchen beendet und einen großen Teil des
Gottesdienstes mit Geschrei untermalt. Die große Schwester durfte das Wasser in
das Taufbecken füllen und dann ging es los.
Ratzfatz war auch schon alles vorbei, und nach einer
Fotosession vor Taufbecken und Altar machten sich alle auf den Weg zurück zum
Haus. Dort hatte bereits die Dame vom Catering alles vorbereitet und wartete
mit Sekt auf uns.
Bei tollem Büffet saßen wir noch sehr lange zusammen. Als
dann alle anderen Gäste verschwunden waren, aßen wir noch Abendbrot mit Andrea
und Timo, und ich las Toni eine Gutenachtgeschichte vor. Die war total
erschlagen von dem Tag mit all den Leuten, Geschenken und Süßigkeiten.
Ostermontag hatten wir uns als Gammeltag reserviert, und das
kosteten wir auch aus. Couching war angesagt. Herrlich!
Am Dienstag stimmten wir die nächsten Termine ab,
konkretisierten die nächsten ToDos und notierten uns diverse Aufgaben. Am
späten Nachmittag ging Nilsis Flug, und vorher tranken wir noch einen Kaffee in
der Schanze und guckten uns in einem Möbelgeschäft nach etwas Inspiration um.
Am Flughafen konnte ich Nils nur noch schnell aus dem Auto
aussteigen lassen, weil die Zeit aufgrund stockenden Verkehrs wirklich knapp
geworden war. Auf dem Rückweg verbrachte ich auch einige Zeit im Stau. Nun
dauert es eine ganze Weile, bis wir uns wieder sehen, aber das schaffen wir
auch, nicht wahr?
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