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Montag, 8. Juli 2013

Umzug

Am Sonntag nach der Feier ging es dann gleich in die Vollen: Die Schränke wurden geplündert, Kartons gefüllt, Mülltüten auch. Was da so an Kleinkram zusammen kommt über die Jahre .... Wahnsinn! Und bei vielen Dingen konnte ich mich dann doch nicht durchringen, es wegzuschmeißen. Nach 13 Stunden Aussortieren und Packen waren wir k.o. und machten Feierabend für den Tag.

Montags ging es dann weiter. Nils machte die eine oder andere Tour zum Recyclinghof, während ich weiter Kartons packte. Langsam wurden die Schränke auch schon leerer, und der Kartonberg im Wohnzimmer wuchs. Ordentlich Platz bekamen wir, als T. kam und den Kühlschrank und die Waschmaschine abholte. Glaubt man das? Bei MyHammer kann man Leute finden, die man von jetzt auf gleich beauftragen kann. Die kommen noch am gleichen Tag vorbei und transportieren Dir Dein Zeug durch die Stadt. Und das für 60,- €. Hat mich echt gewundert.
Kurz nach T. kam noch das Pärchen, das über ebay-Kleinanzeigen unseren Geschirrspüler gekauft hatte. Die packten das Gerät kurzerhand in ihren Kombi. Prima, damit war die Küche fast leer. Mussten nur noch die Schränke ausgeräumt werden, und darum kümmerte sich dann Nils.

Den Dienstag hatten wir als Reserve vorgesehen und nicht verplant. Das war auch ganz gut so, denn den brauchten wir dringend. T. hatte noch frei, und er hatte sich angeboten, zu helfen. Er kam gleich um 08.30 Uhr nach Harburg, und dann stärkten wir uns erst beim Backhus mit einem ausgiebigen Frühstück. Dann fuhren wir zur Wohnung und legten wieder los. Nils machte in der Küche weiter, ich nahm mir das Schlafzimmer vor. Hier war bis zu dem Zeitpunkt noch nichts passiert, weil wir dieses Zimmer ja bis zum letzten Tag bewohnten. T. baute derweil in allen Zimmern die Regale und Gardinenstangen ab, die an die Wände angeschraubt waren. Danach machte er alle Löcher zu. 
Weitere Touren zum Recyclinghof folgten und auch die Schreibtischplatte sollte Ihren Weg in den Sperrmüll finden. Leider war sie so groß, dass sie nicht ins Auto gepasst hätte, auch nicht mit offener Klappe. Die Jungs versuchten, sie kaputt zu treten, aber da war nichts zu machen. Also fuhren sie beim Baumarkt vorbei und liehen sich eine Handkreissäge aus. Damit wurde die Platte in 2 Stücke geteilt, und der Transport war möglich.

Der Mittwoch war dann der große Tag des Umzugs. Die Möbelpacker waren pünktlich um 8 Uhr da, ließen sich von uns alles zeigen und legten los. Wir packten noch die letzten Kleinigkeiten zusammen, die wir bis dahin noch gebraucht hatten und dann machten wir uns auf den Weg zum Bürgeramt, um Bines Wohnsitz abzumelden. Eigentlich wollten wir uns dann gleich noch in die Wählerliste eintragen lassen, aber da war mittwochs geschlossen. Naja, dann gingen wir was frühstücken und danach zur Bank, um unsere Konten zu schließen. Bescheuert, dass man bei den meisten deutschen Banken kein Konto haben darf, wenn man keinen Wohnsitz in Deutschland hat.
Als wir zurück kamen, waren die Packer so gut wie fertig. Nur noch ein paar letzte Lampen einladen, dann war der LKW fertig befüllt, und die Truppe fuhr weiter zum nächsten Haushalt, der verladen werden sollte. Wir machten uns daran, die Wohnung in Schuss zu bringen. Das hieß staubsaugen, wischen, Badezimmer und Küche putzen, Fenster putzen und was nicht noch alles. 4 Stunden haben wir damit zugebracht. Danach wollten wir eigentlich noch kurz entspannen, aber dann haben wir noch an der Tanke den Kofferraum ausgesaugt und den Reifendruck geprüft. Unsere Zeit reichte dann noch für einen Snack bei Pizza Hut, und dann mussten wir schon zurück zur Wohnung.
Es folgte der Termin mit unserem Vermieter, zu dem wir M., S. und T. gebeten hatten, als Zeugen dabei zu sein. Nach ca. 1 Stunde waren wir durch damit. Nun kam noch die allerletzte Verabschiedung von den Mädels und dann fuhren wir mit T. nach Niedersachsen. Mama hatte Frikadellen und Nudelsalat gemacht. Lecker! Todmüde sanken wir ins Bett und schliefen schnell ein.

Am Donnerstag war dann Hochzeitstag von F. und M.. Wir wollten gar nicht aufstehen, so kaputt waren wir von den vorherigen Tagen. Aber es nützte ja nichts; also machten wir uns fertig, frühstückten und dann ging es los. Ich guckte zuerst noch bei F. vorbei, der sich bei sich zuhause fertig machte. Am Tag vorher war er noch ziemlich cool, aber jetzt merkte man ihm schon die Aufregung an. Die Überraschung für das Brautpaar war, dass sie nicht etwa dern Mercedes der Tante als Brautwagen hatten, sondern einen tollen BMW-Oldtimer. Das war wirklich gelungen; F.s Augen strahlten, als er den Wagen sah. 
Nils war zwischenzeitlich auch schon da, und wir fuhren dann zu M.s Eltern, wo die Braut wartete. Und auch sie war sehr aufgeregt, was man ja verstehen kann.
Im Konvoi ging es dann zum Standesamt, wo die Trauung vollzogen wurde. Im Anschluss wurde angestoßen. Draußen warteten jede Menge Freunde und Kollegen, und das Brautpaar ließ sich ausgiebig feiern. Zum Essen fuhren wir dann noch eine ganze Strecke über Land. Hinter uns bildete sich eine riesige Autoschlange, weil der Brautwagen mit dem Blumenschmuck nur 50 fahren durfte. Als wir dann endlich abbogen, machten sicherlich einige Autofahrer hinter uns 3 Kreuze, dass sie nun endlich wieder freie Fahrt hatten.
In dem Lokal, dass sich die beiden ausgesucht hatten, gab es Speis und Trank und fröhliches Beisammensein. Wir haben viele nette Menschen kennen gelernt. Eine ganz tolle Runde!
Es war so schön, dass die Zeit wie im Fluge verging. Plötzlich war es schon 17 Uhr, und wir mussten doch noch 850 km fahren. So ganz konnte ich mich noch nicht trennen, aber kurz vor 17.30 Uhr kam sowieso allgemeine Aufbruchstimmung auf, so dass auch wir uns nun an die vielen Verabschiedungen machten.

Wir fuhren also los, zuerst über die Dörfer, dann irgendwann auf die Autobahn. Nach 2 Stunden machten wir eine Essenspause; die nächsten 3 Stunden fuhr ich. Trotz der späten Uhrzeit ging es noch ganz gut mit unserer Müdigkeit. Wir hatten besprochen, dass wir uns auf der Strecke ein Hotel nehmen, falls es gar nicht mehr geht. Stuttgart ist da immer eine gute Anlaufstelle. Dann hat man den größten Teil der Strecke geschafft, und die restlichen knapp 2 Stunden schafft man am nächsten Tag noch locker, auch wenn man morgens einen Termin hat.
Kurz vor Stuttgart waren wir aber ganz guter Dinge, dass wir den Rest auch noch schaffen würden und fuhren tapfer weiter. Naja, Nils war tapfer, ich bin eingeschlafen, obwohl ich mich bis dahin ganz gut gehalten hatte. 
An der neuen Wohnung angekommen, stellten wir den Wagen in der Garage ab, luden die wichtigsten Sachen aus dem Auto und holten die Luftmatratze aus dem Keller. Die hatte Nils hier schon deponiert. Und dann betraten wir zum ersten Mal "unsere" Wohnung in der Schweiz. Ein kurzer Rundgang musste genügen, wir machten uns im Bad fertig und sanken dann ins Bett. Und dann ..... konnten wir nicht einschlafen; alle beide nicht. Es war so ruhig, und der schlimmste Stress war vorbei, und wir lagen wach da rum. 

Am nächsten Morgen gingen wir zunächst zum Bäcker, um zu frühstücken. In der Wohnung hatten wir ja noch nichts, daher mussten wir auswärts essen. Danach suchten wir die Stadtverwaltung auf,  um mich am neuen Ort anzumelden und für Nils die Adresse zu ändern. Danach noch zur Bank, und dann riefen auch schon die Möbelpacker an, dass sie in einer halben Stunde da wären. 
Und dann ging das Geschleppe weiter:  Möbel rein, Kisten rein, Taschen rein. Wir standen immer parat, um anzusagen, was wo hin soll, während die Jungs für ganze 4 Stunden den Fahrstuhl blockierten. Hoffentlich waren die Nachbarn alle arbeiten. Nicht, dass wir uns hier gleich unbeliebt gemacht haben.

Nachdem die Packer weg waren, packten wir die ersten Kisten aus. Dabei fällt einem dann noch mal auf, wie viel Zeugs man so hat. Gegen Abend fuhren wir noch schnell los, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Ganz dringend brauchten wir einen neuen Staubsauger. Der alte war so zerfleddert und nur noch von Klebeband zusammen gehalten, dass er seinen Weg zum Recyclinghof gefunden hatte. Außerdem brauchten wir noch Lebensmittel und ein bisschen Kleinkram.

Samstags beschäftigten wir uns wieder mit den Kartons. Und so nehmen wir uns nun täglich ein paar Kartons vor und räumen ein und wieder um und schmeißen weg und sortieren nochmal anders. Vor allem im Wohnzimmer und im Schlafzimmer sieht es noch ganz schön chaotisch aus, weil dort noch Möbel fehlen. Ein Bett haben wir schon bestellt, aber zu Wohnzimmermöbeln konnten wir uns noch nicht durchringen. Sitzen können wir erst mal, und alles andere muss sich dann mit der Zeit finden. Ich will nicht wieder überstürzt irgendwas bei IKEA kaufen und mich jahrelang darüber ärgern, dass ich einen Kompromiss gemacht habe.
Und auch die wunderschöne Terrasse muss noch möbliert werden. Einen Tisch, eine Bank und 2 Stühle haben wir schon, aber es fehlen noch Pflanzen, Liegen, Sichtschutz etc. Aber wir haben schon ein paar Mal draußen gesessen. Herrlich!

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