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Donnerstag, 25. Juli 2013

Wir haben jetzt ein Schweizerauto

Wenn man in die Schweiz auswandert, stehen einem viele Behördengänge bevor. Man muss hierhin und dies beantragen und dorthin und das ändern lassen.
Eines dieser Dinge ist, dass man sein Auto ummelden muss. Wir sind ja mit unserem deutschen Kennzeichen eingereist und die letzten Wochen auch damit herum gefahren. Das Auto musste beim Zoll als Umzugsgut gemeldet werden, und dann bekamen wir einen Zettel ausgehändigt, der immer mitgeführt werden musste. Man darf nämlich eigentlich - wenn man seinen Wohnsitz in der Schweiz hat - nicht mit deutschen Kennzeichen fahren. Aber beim Straßenverkehrsamt läuft nix ohne Termin, und den muss man erst mal bekommen. Somit diente der Zettel nun als Nachweis, dass wir uns ordnungsgemäß verhalten haben.

Glücklicherweise war sowieso eine Inspektion fällig, so dass wir den Wagen in der Werkstatt nochmal auf Herz und Nieren haben prüfen lassen. Ein Durchfallen durch die Fahrzeugprüfung ist nämlich nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer.

Am Mittwoch morgens fuhren wir noch schnell in der Werkstatt vorbei und ließen uns die neuen Kennzeichenhalter anschrauben. Die haben nämlich ein anderes Maß als in Deutschland und mussten daher neu.
Dann fuhren wir zum Straßenverkehrsamt und wurden nach 2 Minuten freundlich von einem jungen Mann begrüßt, der Nils mit dem Auto sogleich in die Prüfungsbahn lotste und Befehle gab "Blinker links, Blinker rechts, Nebelscheinwerfer, ...." und so weiter.

Bei einer TÜV-Inspektion war ich noch nie dabei, aber ich war total beeindruckt, was die hier alles prüfen. Da wurde jeder Gurt kurz angezogen, jeder Scheibenwischer kontrolliert, von oben und unten alles akribisch durchgesehen. Zum Schluss noch eine kurze Probefahrt, und unser Auto hatte bestanden.

Am Schalter kümmerten wir uns um die Formalitäten. Aus einer Kiste mit alten Filmdosen (so kleine vom Fotoapparat) durfte ich eine Dose ziehen, und darin verbarg sich unser neues Kennzeichen.
Bei den Ämtern hier bin ich ja immer total erstaunt. Da ich die unfreundlichen und gelangweilten Tussis von den Behörden in Hamburg gewohnt bin, bin ich immer leicht auf Krawall gebürstet, wenn ich hier zu den offiziellen Stellen gehen muss. Und dann bin ich regelmäßig vollkommen geplättet von der Freundlichkeit und Flexibilität, die mir da entgegen kommt.
Ein Nachweis fehlt? Kein Problem, schicken Sie mir den zu, dann kriegen wir das schon hin.
Per Post? Nee, Sie können auch gerne per E-Mail schicken, dann geht es schneller für Sie.

E-Mail ???? Bei Behörden??? Ich fasse es nicht. Und als ich dann meine Mail geschickt hatte, kam nach 27 Minuten die Antwort, dass alles klar sei und meine Bescheinigung in der Post.

So, jetzt sind wir also vom Auto her Schweizer, und ich bin immer noch traurig, dass ich mein schönes Hamburger Wunschkennzeichen abgeben musste.  *schnief*

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