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Dienstag, 16. Juli 2013

Zum ersten Mal .....

Wenn man so eine große Veränderung in seinem Leben hat, dann gehen damit ja viele Dinge einher, die man zum ersten Mal macht, z.B. das erste Frühstück in der neuen Wohnung, der erste Arbeitstag in der neuen Firma, der erste Kontakt mit den Einheimischen, ... was auch immer. Diese Liste kann noch endlos weiter fortgesetzt werden. Nun sind diese Dinge sicherlich für denjenigen, der sie erlebt, einschneidende Erlebnisse, aber für die breite Masse eher uninteressant, daher möchte ich mich hier auch nicht unendlich lange ausbreiten. Einige Meilensteine möchte ich aber doch gerne mit Euch teilen. Also, zum ersten Mal ....

... in der neuen Wohnung geschlafen:

Ich sagte es bereits:  In der ersten Nacht kamen wir um 2 Uhr morgens bei der neuen Adresse an und hatten eine 8,5-stündige Autofahrt hinter uns. Nach dem Zähneputzen legten wir unsere Häupter auf der Luftmatratze nieder. Eine andere Schlafgelegenheit hatten wir ja nicht, denn unser Bett war noch irgendwo zwischen Hamburg und Bodensee im LKW unterwegs.
Und dann lagen wir da - todmüde - und konnten nicht einschlafen. Ob es die vielen Eindrücke der letzten Tage waren oder die Sorge um das Umzugsgut und darum, ob alles gut gehen würde in der Zukunft? Ich weiß es nicht. An äußeren Faktoren kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Es war mucksmäuschenstill, nur die Kirchturmuhr in der Nähe hat alle 15 Minuten gegongt.
Irgendwann forderten die Anstrengungen und der Stress dann doch ihren Tribut und wir schliefen ein. Und wir schliefen gut!

... auf der Terrasse gegessen:

Erstes Abendessen auf der Terrasse.
Wer unsere bisherigen Wohnungen kennt, der weiß, dass es für uns bislang keine nennenswerte Möglichkeit gab, draußen zu sitzen oder geschweige denn zu essen. Die Wohnungen 1 und 2 hatten gar keinen Balkon. Wohnung 3 (die letzte) hatte einen Balkon, aber der ging vom Schlafzimmer ab und war so elendig klein, dass er niemals zum Essen ausgereicht hätte. Außerdem war der in so einem jämmerlichen Zustand, dass es eh kein Vergnügen gewesen wäre dort zu sitzen.

Da wir beide im Einfamilienhaus groß geworden sind, kennen wir es aus der Kindheit / Jugend, dass man bei schönem Wetter draußen sitzt und viele Tätigkeiten einfach nach draußen auf die Terrasse verlagert.
So war da über die Jahre immer dieses nagende Verlangen nach einer Terrasse oder wenigstens einem schönen Balkon, damit man im Sommer nicht mit tausenden weiteren Hamburgern den Stadtpark oder die Außenalster belagern muss, sondern in seiner eigenen Privatsphäre das Wetter genießen kann.
Und nun in Wohnung 4 haben wir genau das, wovon wir seit Jahren träumen: eine Dachterrasse; u-förmig, 60 qm, Südausrichtung. Da knallt die Sonne so drauf, dass man sich fast schon darüber beschweren könnte, dass es zu sonnig ist, aber wer will das schon?
Es ist wirklich wunderschön, allerdings sind es 60 qm, die auch ansprechend möbliert werden wollen. Da wir wie gesagt noch nie das Vergnügen eines eigenen nutzbaren Balkons hatten, besaßen wir auch gar keine Garten-, Balkon- oder Terrassenmöbel. Da musste Abhilfe geschaffen werden!
Die stolzen Bewohner.
In Hamburg hatte ich bereits sehr schicke Möbel gesehen: ein Set aus 1 Tisch und 2 Bänken aus Plastik, aber in der Optik von Rattan mit Holz. Eigentlich bin ich kein Fan von Plastikmöbeln, aber diese sahen wirklich super aus. Leider waren die nicht zerlegbar. Der "Rattan"-Teil war so riesig, dass wir den nicht mit dem Auto hätten transportieren können. Und Lieferung wäre zu teuer gewesen. Also verabschiedete ich mich in Gedanken von dieser tollen Kombi, behielt sie aber immer im Hinterkopf und verglich alle weiteren Möbel immer damit.
Nach viel Schauen und Kopfschütteln wagten wir einen Versuch beim örtlichen Baumarkt der Kette co'op. Von den Prospekten her hatte ich keine großen Hoffnungen, aber gucken konnte ja nicht schaden. Und siehe da: schon sehr schnell fand ich eine Tischkombi, die noch schöner war, als die mit Rattan. Diese hat auch die Plastik-Tischfläche in Holzoptik, Seitenteile und Beine sind aber aus gebürstetem Aluminium, und das sieht noch schicker aus als das "Rattan". Super, da haben wir gleich zugeschlagen; 1 Tisch, 1 Bank und 2 Stühle verschwanden in unserem Kofferraum, und Nils hatte seine Freude dabei, alles aufzubauen. Später kauften wir noch 2 Stühle nach.
Leider machte uns zu Anfang das Wetter einen Strich durch die Rechnung, aber endlich kam der Tag, an dem wir abends draußen essen konnten. Es war eine wahre Freude, auch wenn das Essen eher einfach war. Aber wer braucht ein 3-Gänge-Menü, wenn er endlich den Essplatz seiner Träume hat?
Und weil es so schön war, gab es gleich am nächsten Tag auch das Frühstück draußen.



... selbst gegrillt:

Der Schweizer sagt übrigens "grillieren".
Grillen ... noch so ein Thema. Wir grillen beide sehr gerne, aber aufgrund der unzureichenden eigenen Möglichkeiten waren wir immer darauf angewiesen, uns irgendwo zum Grillen einladen zu lassen. Unter Kollegen und Freunden war das schon ein running gag, wenn das Wetter schön wurde und alle sich gegenseitig vorschwärmten, wie viel und wie oft sie am Wochenende gegrillt hatten. Wir saßen immer daneben und zogen eine Schnute. Doch die Tage des Darbens und Wartens sind vorbei.
Unsere Freunde A. und T. verzichteten freundlicherweise darauf, uns zum Abschied einen Schneeschieber zu schenken und besannen sich doch lieber auf etwas, das wirklich Freude macht. T., damit will ich nicht sagen, dass ich mich über die vorher geschenkten Schneeketten nicht gefreut habe, aber man will diese Dinge ja dann doch irgendwie nicht wahr haben.

Am Samstag waren wir in einem Hofladen hier im Ort und haben uns Fleisch und Würste gekauft. Puh, bei den Preisen für Fleisch und Fleischprodukte kann man Grillen als wirklichen Luxus bezeichnen. Gut, dass wir eh nicht viel Fleisch essen. Und dann machte sich Nils daran, den Grill zusammen zu schrauben. Er fluchte und schimpfte vor sich hin, schraubte etwas auseinander und anders wieder zusammen und kam dann zu dem Schluss, dass das jetzt erst mal so geht, aber irgendwas an dem Grill nicht so ist, wie es gehört (das Gestänge für die Räder zu kurz oder so).  
Die Grillkohle, die wir besorgt hatten, war etwas fein, so dass ein großer Teil davon gleich durch das Rost durchfiel, das eigentlich die Kohle vom Aschebehälter fern halten soll. Das Anzünden klappte auf Anhieb, und dann mussten wir ja nur noch warten, bis alles soweit war, dass wir die Köstlichkeiten auflegen konnten.
Nils legte Fleisch, Wurst und Gemüsespieße auf und die in Alufolie gewickelten Kartoffeln in die Glut. Dazu gab es Salat und ein paar Saucen. Boah, und dann war das sooooo lecker! Alles perfekt auf den Punkt genau gegart, nix angebrannt und das Fleisch medium, genau so, wie es sein soll. Ein Genuss!!
Nur der Wind machte uns etwas zu schaffen, denn der kam aus mehreren Richtungen und wirbelte den Rauch immer genau in unsere Richtung. Da müssen wir sicherlich noch ein wenig experimentieren, aber das kriegen wir auch noch hin.


... Gemüse selbst gepflanzt:

Ein wenig Gartenerfahrung haben wir (vor allem Nils) ja schon aus unserer Kindheit und aus dem letzten Jahr, als Nils sein Stückchen vom Bioacker gepachtet hatte. Da kein Gemüse der Welt besser schmeckt, als das, was man selbst gehegt und gepflegt und dann geerntet hat, wollen wir die schiere Größe der Terrasse auch dafür nutzen, einen kleinen Gemüsegarten anzulegen.

Für's Selbstaussäen sind wir leider zeitlich schon etwas zu fortgeschritten für dieses Jahr, aber man kann sich hervorragend mit Setzlingen eindecken und diese zarten Pflänzchen dann groß ziehen.
Um uns beraten zu lassen, fuhren wir auf die Reichenau. Das ist die Gemüseinsel hier in der Gegend, dort reiht sich Plantage an Plantage und Hof an Hof. Ebenso gibt es dort super Möglichkeiten, Gemüse und Pflanzen zu erwerben. Leider waren wir etwas knapp dran, denn es war schon nicht mehr viel Zeit bis zum Feierabend. Trotzdem bekamen wir Hilfe von einer sehr kompetenten Frau, die uns genau sagen konnte, welche Sorten für unsere sehr sonnige Terrasse geeignet sind und welche es lieber schattig mögen.
Wie es der Zufall so wollte, ist diese Frau gelernte Landschaftsarchitektin und hat jahrelang für eine Firma gearbeitet, die Terrassen gestaltet und plant. Sogleich trugen wir ihr auch unsere Vorstellungen für die restliche Terrassenfläche vor. Auch hier hat sie uns wertvolle Tipps gegeben. Klasse!
Mit Salaten, Wirsing- und Rotkohl und einer Auberginenpflanze im Gepäck fuhren wir zurück zur Wohnung. Dort suchten wir unseren alten Gartenkram heraus, der sich über die Jahre angesammelt hatte. Uralte Beutel mit Pflanzerde und Tonkugeln kamen da zum Vorschein. Der Ton kam in unsere Gefässe, die Erde wanderte in den Müll. Nach Jahren im Keller kann da sicherlich nichts mehr drin gedeihen.
Neu gekaufte Erde wanderte in die Töpfe und Kisten und die Pflanzen schön da rein. Von meinen Kollegen habe ich etliche Beutel mit Blumensamen zum Abschied bekommen. Leider sollen davon die meisten im April/Mai ausgesät werden. 2 Sorten können aber bis August ausgebracht werden, und auch die haben wir in die Töpfe gegeben.
Das Ganze wurde dann noch etwas gesprengt mit dem neuen Spiralschlauch, und nun warten wir mal ab, was da wohl so wächst und hoffentlich geerntet werden kann.

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